CDU, CSU und FDP zanken sich lieber um Hartz IV statt in der Wirtschaftskrise zu handeln. Verantwortungsbewusstes Regieren geht anders.
Eine Regierung kann viele Gefühle auslösen. Man kann sich über sie ärgern, wenn man ihre Ziele für falsch hält. Man kann sich über sie freuen, wenn sie tut, was man sich auch wünscht. Man kann sich sorgen, wenn sie nichts unternimmt, wo zu handeln nötig wäre.
Guido Westerwelle hat noch nicht verstanden, was das Amt Vizekanzler bedeutet. (© Foto: dpa)
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Und man kann hie und da stolz auf sie sein, wenn sie - wie einst bei der Entschädigung für Zwangsarbeiter - ihrer Verantwortung wirklich gerecht wird. Die schwarz-gelbe Koalition allerdings, die derzeit vorgibt, das Land zu regieren, hat es geschafft, ein neues Gefühl auszulösen. Nach bald vier Monaten fängt man an, vor ihr den Respekt zu verlieren.
Der Grund ist so einfach wie ärgerlich: Sie benimmt sich nicht wie eine Regierung, sondern zankt sich, wie Kinder es tun, die im Sand um die schönsten Förmchen streiten.
Sie nimmt die Verantwortung, die sie in der schweren Wirtschaftskrise hat, nicht ernst, sonst würde sie nicht wochenlang eine Debatte über den in dieser Krise nicht entscheidenden Schauplatz Hartz IV führen. Und sie hat es, das ist das Schlimmste, bis jetzt nicht geschafft, sich durch Reden und Handeln eine gemeinsame Identität zu geben.
Derzeit herrscht nicht das Gefühl vor: Die gehören zusammen. Es dominiert der Eindruck: Die müssten getrennt werden.
Schuld daran trägt eine CSU, die nicht aufhört, den vermeintlichen Partner FDP zu piesacken. Schuld daran trägt eine Kanzlerin, die zum Krisentreffen einlädt, aber vorher per Interview schon erklärt, was die Leute hinterher denken sollen.
Und Schuld trägt ein Vizekanzler, der noch immer nicht verstanden hat, was Vizekanzler eigentlich bedeutet. Das nämlich hieße, Verantwortung für das Ganze zu übernehmen und auf spaltende Neiddebatten zu verzichten.
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(SZ vom 26.2.2010/bavo/odg)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
Wie hat schon Bernd Pischetsrieder gesagt: "Bei mir darf jeder Fehler machen, aber nur einmal."
Ich finde es daher verfrüht, zum jetzigen Zeitpunkt alles so zu zerlegen, wie es an dieser Stelle mit Hingabe gemacht wird. Viel schlimmer ist jedoch, dass man in gewisse Aussagen von Westerwelle etwas hinein interpretiert, was er so nicht gesagt hat.
Aber ich gehöre nicht zu denen, die "Farbenblind" sind und nur in eine Richtung verteilen.
da in den Kommentaren weiter unten die Frage danach aufkam, hier ein Link zum Thema...
www.steuergegenarmut.de
ist ein gutes Stichwort - wo ist sie geblieben - die Demokratie???
Welcher Politiker versteht sich wirklich noch als "Vertreter des Volkes"???
Warum schotten sich unsere Volksvertreter immer mehr und unantastbar / unfehlbar nach unten, zu ihren Wählern hin ab??
Wie lange glauben unsere Politiker ihre Märchen noch aufrecht erhalten zu können??
Wie hoch soll der Berg, der in die Zukunft verlegten Sorgen und zwingend erforderlichen Maßnahmen noch aufgebaut werden??
Auch ein lautes Westerwellchen ändert nichts an diesem unbeweglichen "aussitzenden" Apparat namens Regierung.(und Mutti hat vieeeeeeel Sitzfleisch vom Dicken übernommen)
Ich fürchte, dass ist der Nachteil "unserer" Demokratie.
Statt vernünftig wirklich wichtige Regelungen zu beschliessen, wie dies in kleineren Nachbarstaaten funktionierte, muß in unserer Wirtschaftsnation erst die Demokratie umkippen, bis diese Hirndübel merken wie unsinnig und verfehlt Ihr Machtgedönse ist. (vermutlich ist das sogar so gewollt und wird mit Spannung erwartet)
Schaden wird so jedenfalls nicht vom Volke abgewehrt - das mußten aber diese Menschen - schwören!!
Prost
@plexar
also, gerne nochmal, mglw. habe ich mich unklar ausgedrueckt:
Der Hartz-IV Empfänger ist nicht das Problem. Der Begriff HARTZ IV symbolisiert eine Figur (ein Synonym) als Empfänger/Nehmer. Das ist in meinen Augen ebenso der Landwirt, welcher ohne EU-Subventionen nicht mehr vernünftig wirtschaften kann. Das sind ebenso zahlreiche Unternehmen, welche durch die Gesellschaft gestützt werden müssen. Das ist ein Gesundheitssystem welches absolut un-rentabel läuft. Das ist ein Rentensystem welches sich, einfach nicht halten kann.
Unser Sozialstaat ist bereits seit Langem über-belastet. Dafür braucht man kein Abitur um das zu erkennen.
Es ist einfach zu viel. Ob wir das nun gut finden oder nicht. Egal. Aber das Problem steht halt da, es ist präsent. Es ist nicht mehr vor der Tür, es ist bereits eingetreten, in unseren Wohlfahrtsstaat.
Da könnt Ihr noch so viel auf die Politiker schimpfen, ob rot, schwarz, gelb oder grün. Ändert nichts an diesem Zeitgeist.
Die FDP macht wenigsten den Mund auf und spricht es an. Und gleich vorweg, ich habe sie nicht gewählt.
Sich die Frage stellen, was hier eigentlich los ist, ist kein Jammern. Sondern ein Versuch eine Erklärung dafür zu finden was man falsch macht.
Aber, das ständige Schimpfen auf Leute (ob sympathisch oder nicht sei dahingestellt) die den Finger in die Wunde legen
Cheers
grob gesagt sind es vier Probleme (vielleicht auch mehr), die uns so in Bedrängnis gebracht haben und den Sozialstaat aushöhlen:
1. Die demographische Entwicklung: da lässt sich schwerlich etwas dran ändern, aber ein Punkt das System etwas zu entlasten wäre unseren gewaltigen Beamtenapparat bei der Altersvorsorge in die Pflicht zu nehmen!
2. Die Kosten im Gesundheitswesen: schwierige Diskussion, aber was mich Ärgert: die Aufteilung in ein privates und ein staatliches System, die niemandem wirklich nützt, aber Geld verbrennt. Stichwort private Kassen: die Stimmen mehren sich, dass Privat- Versicherte nicht wirklich besser gestellt sind und im Alter kräftig draufzahlen. Grund: die privaten Kassen sind vornehmlich Aktiengesellschaften, die nicht mehr ihren Versicherten gegenüber Verantwortung übernehmen wollen, sondern dem Aktienkurs verpflichtet sind. Grundsätzlich frage ich mich, ob es im Bezug auf die Krankenkassen einen freien Wettbewerb braucht. Ziel sollte es sein einem jeden Bürger eine hochwertige, aber auch zielgerichtete Behandlung zukommen lassen zu können.
3.Unser Finanzmarkt: warum gibt es keine Finanzmarkttransaktionssteuer??? Wenn es brennt werden bereitwillig Milliarden bereitgestellt, die Verantwortung übernimmt am Ende der Steuerzahler!!!
4. Klingt blöd, ist aber so: die Wiedervereinigung bzw. die Tatsache mit dem Wechselkurs. Da hätte man überlegter zu Werke gehen sollen....
Paging