Die FDP will nach elf Jahren Opposition eigene Akzente setzen. Das ist verständlich, doch ihr Programm passt nicht zur wirtschaftlichen Lage.
Das eigentlich Ärgerliche an der Diskussion über Schatten-, Nachtrags- und Nebenhaushalte ist, dass viele jetzt wieder sagen werden, sie hätten es ja immer gewusst. So sind sie halt, unsere Politiker, wird es heißen - vor der Wahl versprechen sie, den Etat zu sanieren, nach der Wahl ruinieren sie ihn. Am besten also alle in einen Sack und feste druff, man trifft ja automatisch den Richtigen! Wer wollte da im Familien- oder Freundeskreis noch den Versuch wagen, Politiker gegen solch dümmliche Pauschalurteile in Schutz zu nehmen?
Augen zu und durch: FDP-Chef Westerwelle hofft, die Welt möge sich seinem Programm anpassen. (© Foto: dpa)
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Politisch ist es durchaus verständlich, dass die FDP nach elf Jahren in der Opposition nicht einfach das Erbe der großen Koalition verwalten, sondern eigene Akzente setzen will. Daran wäre überhaupt nichts auszusetzen, wenn das freidemokratische Programm (Steuersenkungen) und die wirtschaftlichen Gegebenheiten (Finanzkrise, Haushaltsmisere) zueinander passten.
Das tun sie aber nicht - woraus die Liberalen den sehr eigenwilligen Schluss ziehen, dass sich nicht die FDP an die Welt anpassen muss, sondern die Welt an die FDP. Krampfhaft suchen die Parteioberen nun nach "Steuersenkungsspielräumen" und schrecken dabei auch vor Tricks nicht zurück - nicht einmal vor der beinahe zynischen Behauptung, der Aufbau eines Schattenetats sei ein Beitrag zu mehr Transparenz.
Immerhin: Mit dem Versuch, die Kosten dieses Unfugs auch noch auf das Konto der Vorgängerregierung zu buchen, sind die Liberalen am Donnerstag gescheitert. Für 2010 wird die Idee eines "Sondervermögens" aber weiter diskutiert.
Die CDU muss gehörig aufpassen, dass sie nicht unter die Räder des Koalitionspartners gerät. Ihre haushaltspolitische Glaubwürdigkeit - angeblich ein Markenkern der Partei - hat in den vergangenen Tagen bereits heftig gelitten. Nun ist auch ihr Charakter als Volkspartei in Gefahr, wenn sie der FDP zuliebe einen Teil der Gesellschaft, nämlich die Steuerzahler, in großem Umfang entlastet, die Kosten dafür aber der Gesamtbevölkerung aufbürdet: in Form von steigenden Müllgebühren oder höheren Pflege- wie Krankenversicherungskosten.
Angela Merkel unterminiert damit nicht zuletzt ein Projekt, das einstmals zu ihren zentralen Politikzielen zählte und das unverändert vernünftig wäre: die Umstellung des einkommensabhängigen Krankenversicherungsbeitrags auf eine Kopfpauschale.
Eine solche Prämie wäre weitaus gerechter als das bisherige System, weil der zugehörige Sozialausgleich über das Steuersystem organisiert würde: Das hieße, dass alle Bürger, auch Anwälte, Apotheker und Millionenerben, zur Finanzierung herangezogen würden - und zwar nicht nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, sondern mit ihrem gesamten Einkommen.
Um ein solches System umzusetzen, bräuchte man statt geringerer höhere Steuereinnahmen. Union und FDP verbauen mit ihrem finanzpolitischen Blindflug der vergangenen Tage also nicht nur dem Land die Zukunft, sondern auch sich selbst.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 23.10.2009/woja)
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"Die enttäuschende Erfahrung, die Sie aktuell als FDP-Wähler gemacht haben, die haben vor Ihnen auch schon zahllose Wähler von Union und SPD bei zurückliegenden Wahlen machen dürfen ..."
Hm? Ich überlege gerade, wie lange sind jetzt schwarzgelb in der Regierung? Was? Noch garnicht? Ja gibt es schon einen Koalitionsvertrag? Nein? Oh, ach so, ...
Die Meinungsbesitzer, gesteuert von diverser Verschwörer, wissen wie immer alles besser, diesesmal sogar schon bevor die neue Regierung überhaupt angetreten ist.
Die SOZIALE Marktwirtschaft wird mit Füßen getreten, und zwar von denen, die den leistungslosen Beziehern noch mehr versprechen, anstatt mit dafür zu sorgen, soviele wie möglich in einen geregelten Job zu kriegen, und zwar gegen eine gerechte Entlohnung.
Das wäre mal sozial und nicht diese komplett haltlosen Versprechungen, man nehme es einfach oben bei denen, die alles Schuld sind und verteile es bei den "Armen".
Herzlichen Glückwunsch zu Ihren Weissagungen.
FDP - "...doch ihr Programm passt nicht zur wirtschaftlichen Lage."
Die gesamte Partei passt nicht zur wirtschaftlichen Lage.
Ich glaube, wir sollten alle einen SEHR engen Kontakt zu den Abgeordneten unseres Wahlkreises pflegen. Um den ganzen Schwachsinn umzusetzen, bedarf es der Zustimmung des Parlamentes und damit der von UNS gewählten Abgeordneten.
Wir sollten den Damen und Herren klar machen, dass sie ihrem Gewissen und ihren Wählern verpflichtet sind, und nicht ihrer Partei!
"Westerwell scheint Probleme mit dem Addieren und Subtahieren zu haben"
(braucht ein Jurist auch nicht so, genau wie Englisch)
Offensichtlich ist es ihm einfach egal, wieviel Schulden entstehen, hauptsache, er kann ausgeben (fuer seine Leute) - die Gleichung stimmt schon.
Möge Sie diese Erfahrung bei Ihrem nächsten Kreuz an einer Wahlurne leiten - und vielleicht sehen Sie künftig nicht in allen Kritikern von "Schwarz-Gelb" zwingenderweise "Rote Socken" und / oder Feinde der Demokratie ...
Die enttäuschende Erfahrung, die Sie aktuell als FDP-Wähler gemacht haben, die haben vor Ihnen auch schon zahllose Wähler von Union und SPD bei zurückliegenden Wahlen machen dürfen ...
Willkommen Im Club - lassen Sie uns die SOZIALE Marktwirtschaft gemeinsam verteidigen !!!
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