Nach DGB-Chef Michael Sommer warnt auch Gesine Schwan vor sozialen Unruhen als Folge der Wirtschaftskrise. Die SPD-Bundespräsidentenkandidatin befürchtet im Sommer eine "explosive Stimmung".
Angesichts der tiefsten Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren wächst die Sorge vor sozialen Konflikten in Deutschland. "Ich kann mir vorstellen, dass in zwei bis drei Monaten die Wut der Menschen deutlich wachsen könnte", sagte die SPD-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, Gesine Schwan, dem Münchener Merkur.
Warnt vor sozialen Unruhen in Deutschland: Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan. (© Foto: Getty)
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Dann würden "abfedernde Maßnahmen" wie das Kurzarbeitergeld auslaufen. "Wenn sich dann kein Hoffnungsschimmer auftut, dass sich die Lage verbessert, dann kann die Stimmung explosiv werden", sagte Schwan dem Blatt. Schließlich gebe es seit Jahren in Deutschland ein Unbehagen über die wachsende soziale Kluft.
Wenn es bis dahin keine Hoffnung gebe, dass sich die Lage verbessere, könne die Stimmung explosiv werde. Zuvor hatte schon DGB-Chef Michael Sommer vor sozialen Unruhen gewarnt. An diesem Donnerstag wird in Berlin das Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsinstitute vorgelegt. Es wird damit gerechnet, dass ein Wirtschaftseinbruch von 6,0 Prozent vorausgesagt wird - so stark wie noch nie seit der Weltwirtschaftskrise vor fast 80 Jahren.
Am Mittwoch hatten in Berlin Spitzenvertreter von Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften die schwierige Lage beraten. Die Bundesregierung wehrte Forderungen der Gewerkschaften nach einem dritten Konjunkturpaket ab. Die bisherigen Maßnahmen mit einem Volumen von 80 Milliarden Euro müssten erst einmal wirken.
Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz, der an den Beratungen im Kanzleramt teilgenommen hatte, sagte dem Mannheimer Morgen: "Jetzt müssen wir erst mal die beiden anderen, vor allem das zweite (Konjunkturpaket), wirken lassen."
Franz, der auch Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist, betonte, dass die in der Krise gesunkenen Energie- und Nahrungsmittelpreise mit einem Volumen von rund 30 Milliarden Euro im Jahr fast wie ein drittes Paket wirken würden.
Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sprach von der "schlimmsten Depression" seit der Weltwirtschaftskrise.
Trotz aller negativen Vorzeichen gingen im Gegensatz zu den USA von Deutschland aber noch positive Impulse aus. "Das ist ein Konjunkturprogramm für die Welt, was wir hier machen", sagte er mit Blick auf die starken Importe des Exportweltmeisters.
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(dpa/AP/woja/odg)
"Soziale Unruhen" ist ja schon ein totaler Quatsch.
Ist jemand, der Ihre Scheibe einschmeisst ein "sozial Unruhiger" oder ein ganz gewöhnlicher Gewalttäter / Krimineller?
Ich denke letzteres.
Nur wollen Sommer & Schwan diesen Deppen bereits vorab ein Alibi und eine Rechtfertigung verschaffen - um ihr eigenes Süppchen zu kochen.
Die beiden vergessen nur, dass sie - als Versager des Staates - ebenso angegriffen würden.
Das Statement ist einfach nur extrem dumm.
typisch linke Unterstellungen von Ihnen - interessant, dass Sie zu Frau Schwan, Herrn Sommer und ihren wohl kriminellen indirekten Aufrufen gar nichts sagen
Ich stimme ihnen 100% zu.
Sich über mangelnde Bildungsverweigerer beschweren und Verdummungseinrichtungen wie RTL etc. eingeführt bzw. befördert haben ist ja wohl einWiderspruch in sich
Das Lesen der Kommentare verdeutlicht sehr schnell, warum in Deutschland weiter geschlafen wird.
Es wird nicht mehr unterschieden zwischen Demonstrationen und Randalen. Selbst Demonstranten, die ihr demokratisches Recht wahrnehmen, gelten häufig in der öffentlichen Wahrnehmung als Mob, Pöbel und linke Randalierer.
Und wer möchte sich schon auf eine Ebene mit dem Mob begeben?
Die gleichgeschalteten Medien haben eine super Arbeit geleistet. Bravo.
In Frankreich denkt man gar nicht daran, die teilnehmenden Demonstranten als Pöbel zu bezeichnen, sondern zeigt wenigstens stille Sympathien für die Bürger, die ihre Rechte wahrnehmen.
Auch Sommer und Schwan betreiben eine fatale Vermengung von Randale und Protest. Was fürchten sie wirklich? Es gab noch nicht einmal nennenswerte Proteste, fürchten sie diese oder die sehr unwahrscheinlichen Randale? Deshalb ist ihre Warnung nur als fahrlässig zu bezeichnen und rückt selbst zukünftige Proteste in die Nähe von Unruhen.
Es wäre höchste Zeit für einen gewaltlosen Protest. In Krisenzeiten sind Regierungen gewissermaßen sehr sensibel und registrieren die Volksstimmung sehr genau. Dieses Wahlkampfjahr sollte man als Bürger nutzen, um Auswüchse wie die Bad Bank, die uns auf Jahrzehnte belasten werden, zu verhindern.
Dr zweite Grund, warum es in D nie zu ernstzunehmenden Protesten kommen wird, liegt in Postern wie juergen2008, expat usw.
Die immer gleiche Argumentationslinie, aber in der 3. Welt würde jeder Hartz 4 Empfänger reich sein (yep, babe, use your brain, in Bangladesh bekommst du auch für 30 cent eine warme Mahlzeit) und "wir müssen wie die Amis in die Hände spucken" (sollen wir unsere Hoovervilles mit Spaß an der Freud selbst aufbauen?) verhindert eine Solidarisierung und wir in Frankfurt freuen uns über dieses Denken:) Dieses Denken sichert meinen Job und doch nervt es mich, dass man ein ganzes Volk so dreist abkassiert.
Paging