Schuldenkrise in Europa Portugal streicht 30.000 Stellen im öffentlichen Dienst

Beamte sollen 40 statt bislang 35 Stunden pro Woche arbeiten, erklärte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho.

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Drastische Einschnitte im Euro-Krisenland Portugal: Der Staat streicht zahlreiche Stellen im öffentlichen Dienst, lässt länger arbeiten und setzt auch das Rentenalter hinauf. Niemand könne am Sparwillen des Landes zweifeln, meint der Ministerpräsident.

Das hoch verschuldete Euro-Land Portugal hat ein weiteres Sparprogramm vorgestellt, um die Krise in den Griff zu bekommen. Unter anderem sollen Beamte 40 statt bislang 35 Stunden pro Woche arbeiten, erklärte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho. Zudem will die Regierung 30.000 der etwa 600.000 Staatsangestellten zu einem freiwilligen Abschied aus dem Dienst bewegen. Das Rentenalter werde um ein Jahr auf 66 hochgesetzt.

Die meisten Maßnahmen sind ab 2014 geplant. Der Staat will durch die Schritte bis 2015 insgesamt 4,8 Milliarden Euro sparen. Angesichts dieses Programms könnten Portugals europäische Partner nicht an der Ernsthaftigkeit des Sparwillens seines Landes zweifeln, sagte Choelho.

Nach einem Veto des Verfassungsgerichts gegen Sparbeschlüsse hatte die portugiesische Regierung vor kurzem bereits Einschnitte verabschiedet, um das Land wieder auf Kurs zu bringen. Es wurden für 2013 Ausgabenkürzungen im Umfang von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) beschlossen. Damit soll die nächste Kredittranche der internationalen Geber in Höhe von zwei Milliarden Euro gesichert werden.

Portugal musste vor zwei Jahren von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden. Im Rahmen des Hilfspakets wurde, wie in anderen Ländern unter dem Rettungsschirm auch, ein umfassender Reformkurs mit scharfen Einschnitten auch für die Bevölkerung vereinbart.