Schlechtes Zeugnis für die Regierung Hundt rechnet mit Merkel ab

Rundumschlag gegen die Bundesregierung: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

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Fundamentalkritik an der Kanzlerin: Die Union regiere nicht im Sinne der Wirtschaft, schimpft Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Er wirft Merkel eine Politik des Populismus vor. Auch Rot-Grün sei keine Alternative. Für FDP-Standpunkte kann sich Hundt schon eher erwärmen.

Schon vor vier Monaten hatte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt die Bundesregierung scharf kritisiert, jetzt äußert er seinen Unmut über Merkel erneut.

Die Regierung sei mit dem Versprechen angetreten, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu verbessern, sagte Hundt der Welt. Nun gehe es jedoch um Themen wie Mindestlohn und neue Sozialleistungen. "Das mag dem derzeitigen 'Mainstream' der Bevölkerung entsprechen", sagte Hundt. "Aus Sicht der Wirtschaft ist es falsch." Die Einführung der von der CDU geplanten Lohnuntergrenze kritisierte er scharf. Sie werde "den Einstieg in Arbeit für die Schwächsten am Arbeitsmarkt erschweren". Von Union und FDP forderte er nachhaltiges Kostenbewusstsein.

"Energiewende ist nicht zu Ende gedacht"

Zudem müsse die Stromsteuer sofort gesenkt und das Erneuerbare-Energien-Gesetz angepasst werden. Anderenfalls seien Tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Hundt sagte weiter: "Ich befürchte, dass wir vor dramatischen Strompreiserhöhungen stehen, die sich sehr nachteilig auf die deutsche Wirtschaft auswirken." Die Energiewende sei "überstürzt, nicht zu Ende gedacht und europäisch nicht abgestimmt".

Als Folge der wirtschaftsfeindlichen Energiepolitik der Regierung prophezeite der Arbeitgeberpräsident eine massenhafte Abwanderung von Arbeitsplätzen. "Wenn es zu weiteren Kostensteigerungen kommt, wird insbesondere die Grundstoffindustrie - Kupfer, Stahl, Aluminium - in Deutschland nicht mehr zu halten sein."