Bei einem der Selbstmordattentäter handelt es sich um einen Ägypter mit Verbindungen zu militanten Islamisten. Unterdessen hieß es, es hätte eine Warnung gegeben, der Badeort sei daraufhin unter Alarm gestellt worden.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, es habe einige Tage vor den Anschlägen eine Warnung gegeben.

Scharm el Scheich, dpa Bild vergrößern

Nach den Anschlägen von Scharm el Scheich gab es zahlreiche Proteste in der Bevölkerung (© Foto: dpa)

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Der Badeort an der Südspitze der Sinai-Halbinsel sei daraufhin unter Alarm gestellt worden, hieß es. Als mögliche Anschlagsziele seien jedoch Casinos vermutet worden, so dass die Sicherheitsvorkehrungen nur dort verschärft worden seien.

Stattdessen wurden zwei Hotels und ein Markt angegriffen. Woher der Warnhinweis kam, blieb zunächst unklar.

Der Name des identifizierten Selbstmordattentäters wurde mit Jussef Badran angegeben. Er soll sich im Hotel Ghazala Gardens in die Luft gesprengt haben, wie laut den Ermittlern DNA-Test ergaben.

Die Familie des Mannes, der auf der Sinai-Halbinsel lebte, wurde von der Polizei vernommen. Die Beamten nahmen allein am Dienstag etwa 70 weitere Menschen zu Verhören in Gewahrsam. Seit Sonntag wurden damit schon rund 140 Verdächtige zumindest vorübergehend festgenommen.

Aus Ermittlerkreisen hatte es zuvor geheißen, möglicherweise seien bei allen drei Explosionen Angreifer ums Leben gekommen. Es würden noch die sterblichen Überreste eines zweiten mutmaßlichen Attentäters untersucht. Dabei soll es sich um einen Ausländer handeln.

Doch keine Spur nach Pakistan

Der ägyptische Botschafter in Islamabad, Hussein Haridi, erklärte am Dienstag, er sei beauftragt, der pakistanischen Regierung ein offizielles Dementi bezüglich einer Verwicklung von Landsleuten in die Anschläge zu überbringen.

Zwar würden in Ägypten sechs Pakistaner gesucht, aber nicht im Zusammenhang mit den Bombenexplosionen in Scharm el Scheich. Die Männer hätten ihre Pässe in einem ägyptischen Hotel hinterlegt und seien dann spurlos verschwunden. Also werde aus Sicherheitsgründen nach ihnen gesucht. Die ägyptische Polizei hatte zuvor Fotos der Männer verbreitet.

Neues Bekennerschreiben

Die Ermittler bemühten sich weiterhin, die Herkunft der bei den Anschlägen verwendeten gut 500 Kilogramm Sprengstoff zu lokalisieren. Verlautbarungen zufolge wurde eine Anlieferung aus Jordanien, Saudi-Arabien oder Israel nicht ausgeschlossen.

Das explosive Material könnte aber auch von den Beduinen auf dem Sinai stammen, hieß es. Die Polizei errichtete neue Kontrollpunkte an den Wüstenstraße nördlich von Scharm el Scheich.

Diese waren bislang kaum bewacht worden, so dass ein Eindringen der Angreifer aus dieser Richtung als möglich galt.

Unterdessen gab es ein neues Bekennerschreiben zu den Anschlägen. Die bislang unbekannte Gruppe Ägyptischer Tauhid und Dschihad erklärte im Internet, man habe im Auftrag von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden die "Kreuzritter" in Scharm el Scheich angegriffen, um die Glaubensbrüder im Irak und in Afghanistan zu unterstützen.

Zuvor hatten sich bereits die Abdullah-Assam-Brigaden und die Heiligen Krieger Ägyptens zu den Anschlägen bekannt.

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(AP)