Die Grünen fordern von Finanzminister Wolfgang Schäuble Klarheit über die Finanzplanung in den nächsten Jahren - dass er die Auskunft bisher verweigert, ist aus ihrer Sicht rechtswidrig.
Die Weigerung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), konkrete Zahlen für den ab 2011 geplanten rigiden Sparkurs vorzulegen, ist aus Sicht der Grünen rechtswidrig.
Bild vergrößern
Die Grünen werfen Finanzminister Schäuble, dass er keine konkreten Zahlen für die Finanzplanung der nächsten Jahre vorlegen will. (© Foto: dpa)
Anzeige
Die Regierung sei gesetzlich dazu verpflichtet, parallel zur Präsentation des Haushaltsentwurfs für das jeweils nächste Jahr immer auch eine mittelfristige Finanzplanung für die drei Folgejahre vorzulegen, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Alexander Bonde, der Süddeutschen Zeitung. Dies habe Schäuble jedoch trotz wiederholter Aufforderung durch alle drei Oppositionsfraktionen abgelehnt.
"Es wirft einen weiteren großen Schatten auf den Haushalt 2010, dass seine Aufstellung rechtswidrig erfolgt", betonte Bonde. Die Regierung müsse aufhören, "sich vor der Wahrheit zu drücken".
Zweistelligen Milliardenbetrag einsparen
Schäuble hatte mehrfach angekündigt, dass in den Jahren 2011 bis 2016 jährlich ein zweistelliger Milliardenbetrag im Haushalt eingespart werden müsse. Grund ist die neue Schuldenbremse in der Verfassung. Allein 2011 sind nach Angaben aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ausgabenkürzungen und/oder Einnahmeerhöhungen im Umfang von bis zu 30 Milliarden Euro notwendig.
Der Minister weigert sich jedoch bislang beharrlich zu sagen, wo genau er sparen will. Auch müsse er keine mittelfristige Finanzplanung vorlegen, weil im Juni dieses Jahres bereits die damalige große Koalition ein solches Tableau für die Jahre bis 2013 unterbreitet habe.
Er, Schäuble, müsse deshalb erst im Juni kommenden Jahres mit der Veröffentlichung des Haushaltsentwurfs für 2011 eine aktualisierte Fassung präsentieren.
"Intransparente und unehrliche Politik"
Das sieht die Opposition ganz anderes. Nach Ansicht Bondes haben sich die ökonomischen Rahmendaten, darunter Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Steuereinnahmen, seit Juni so stark verändert, dass nicht nur ein neuer Haushalt, sondern auch eine neue Mittelfristplanung erforderlich ist.
Indem Schäuble sich weigere, eine solche Vorausschau vorzulegen, verstoße er sowohl gegen das Stabilitäts- als auch gegen das Haushaltsgrundsätzegesetz. Demnach muss die Regierung "spätestens im Zusammenhang mit dem Entwurf des Haushaltsgesetzes für das nächste Haushaltsjahr" eine Finanzplanung für insgesamt fünf Jahre vorlegen. Ziel ist laut Bonde, die "Haushaltsberatung unter einem größeren Planungshorizont zu führen".
Der tatsächliche Grund für die "intransparente und unehrliche Politik" der Regierungskoalition sei die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai. "Diese Klippe will Schwarz-Gelb umschiffen, um erst nach der Wahl mit einer Giftliste die Einsparungen und Mehrbelastungen der Bürger diskutieren zu müssen", sagte Bonde.
- Thema
- Wolfgang Schäuble RSS
- Kampf gegen die Staatsverschuldung Das Zehn-Milliarden-Ziel 14.12.2009
- Schäuble im Interview "Eliten dürfen sich nicht so benehmen" 11.12.2009
- Politik kompakt 100 Milliarden Euro neue Schulden 10.12.2009
- Finanzminister Schäuble stellt Soli unter Vorbehalt 02.12.2009
- Schwarz-Gelb Schäuble lehnt große Steuerreform ab 12.11.2009
- Deutscher Finanzminister kehrt zurück Wolfgang Schäuble - sieben Tage Härte 17.05.2010
- Euro in der Krise Schäuble prüft europäische Schuldenbremse 16.05.2010
(SZ vom 19.12.2009/ehr)
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Da sich die Entwicklung dieser Bundesrepublik Deutschland seit Beginn der 1980er Jahre auch aus dem Blickwinkel eins immer wieder nach Deutschland zurückkehrenden Beobachters wahrnehme und im Zuständen und Verhältnissen in überseeischen Ländern vergleiche, sehe ich in der Tat, dass diese Gesellschaft sich in einen derartiges Willkür- und Korruptionssystem hat treiben lassen, dass es über kurz oder lang zu explosionsartigen Gewaltentladungen kommen muss.
Selbst die Grundlagenforschung hat inzwischen ermitteln können, dass derartige Ungleichheiten, wie sie heute in diesem Deutschland Normzustände sind, selbst bei Primaten Anlaß für Rebellion, Aggression und extreme, bis in die physische Gewaltanwendung hinein reichende Widerstandshandlungen sind.
Auch wenn diese Fragestellung womöglich gegen die Netiquette verstösst, ich möchte diese Frage dennoch stellen: "Sind die deutschen Besitz-, Vermögens- und Machteliten wirklich so bescheuert, dass sie glauben, mit dieser sozio-ökonomischen Gewalt, die aus der Vorzeit der Französischen Revolution stammt, heute noch auf Dauer den Frieden halten zu können, der ihnen den weiteren unbeschwerten Genuß ihrer Vermögensmonopole gewährleistet?"
Manchmal bekomme ich schon eine Gänsehaut, wenn ich mir dieses immer asozialer und immer extremere Armutszustände vorweisende Deutschland aus der Ferne beobachte. Es muss schon ein hohes Niveau von grundlender Beschränktheit bis hin zur Idiontie vorhanden sein, um solche extremistischen Ungerechtigkeiten zu produzieren und zu erwarten, dass darauf in Deutschland nicht mit der Gewalt der extremistischen Politerscheinungen reagiert wird.
Es ist schon ein starkes Stück Dreistigkeit, was sich Schäuble (und Merkel/Westerwelle) da leisten: Unverholen wird verlangt "wählt uns erst mal in NRW, dann sagen wir euch auch was es kostet". So unverblümt wurde eine Katze im Sack noch nie verkauft!
Hoffentlich bekommt Schwarz/Gelb in Düsseldorf die Quittung, und die Wähler schmeißen das sowieso schon halbtote Tier auf den Müll.
...dass gerade der Minister, der noch vor kurzem alles -ALLES!!! - von seinen Bürgern wissen wollte, ganz plötzlich sehr auskunftsunfreudig wird...
----
Wie war das, Herr Schäuble: "Wer nichts zu verbergen hat..."
Was erwarten denn die Menschen in Deutschland???
Unsere sogenannte Regierung begeht doch täglich Rechtsbrüche um auf ihrem Stuhl hocken bleiben zu können. Inzwischen sind doch vereinzelte Minister nur noch Kanonenfutter oder besser gesagt, sie werden an Stellen eingesetzt, von denen sie absolut keine Ahnung haben und müssen sich dann die Schelte für etwas gefallen lassen, was der Vorgänger verbockt hat. Im normalen Berufsleben, muß man einen Meisterbrief haben, um alleine arbeiten zu dürfen - welchen "Meisterbrief" haben eigentlich unsere Politiker??? Wenns in dem einen Amt nicht geklappt hat, dann gehts ins nächste - aber mit welcher Qualifikation eigentlich?? Die wenigsten Politiker machen das, was sie gelernt haben. Warum sind denn so viele Menschen ohne Arbeit? Weil u. A. der Behördenkram viel zu aufwendig ist - wenn schon Amerikatreu, dann auch richtig und deshalb sollten die Zulassungen zu Arbeiten sehr viel erleichert werden und eine ehrliche Handwerksarbeit auch ohne Meisterbrief möglich gemacht werden denn viele Handwerker stehen arbeitslos auf der Straße obwohl sie teilweise Fertigkeiten beherrschen, die bei uns einem Meister durchaus ebenbürtig wären. Laßt sie doch arbeiten - aber Nein, der Behördenschimmel muß ja wiehern!!!
Wenn Frau Merkel endlich mal den Hintern hochkriegen würde und sich wirklich nur noch für die Deutschen stark machen würde, dann sähe es sehr schnell in unserem Lande, ganz anders aus. So aber verfolgt sie die mittlerweile krankhafte Politik des amerikanischen Präsidenten und daran gehen wir alle zu Grunde. Traurig - traurig, was diese Politiker aus unserer scheinbar so unverwundbaren deutschen Leistungsbereitschaft, gemacht haben. Hauptsache, der eigene Geldbeutel ist gefüllt und man fällt nicht hinten runter oder besser gesagt, man muß "Wahlen" sogar manipulieren, um im Amt bleiben zu können - siehe Köhler-Wahl. Wer ihn nicht gewählt hat, ist in Ungnade gefallen - dabei sind Parteiabsprachen per Gesetz verboten - einfach mal nachlesen. Steht alles im Grundgesetz: Die Wahl muß Parteiunabhängig durchgeführt werden...
Was also, sollen wir da erwarten?
Das ist meine Meinung dazu!