Geht es auch präziser? In der Diskussion um die neuen Anti-Terror-Vorschläge von Innenminister Schäuble wollen Justizministerin Zypries und Unions-Fraktionschef Kauder jetzt klare Entwürfe sehen.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu mehr Zurückhaltung in der Anti-Terror-Debatte aufgefordert. Sie fände es "schon schwierig", wenn ein Bundesinnenminister öffentlich über das gezielte Töten von Terroristen nachdenke, sagte die SPD-Politikerin der Neuen Presse. Schäubles Botschaft sei bei seinem jüngsten Vorstoß "unklar" gewesen.

Wolfgang Schäuble

Soll seine Anti-Terror-Vorschläge präzisieren: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) (© Foto: ddp)

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Besonders mit Forderungen nach Verfassungsänderungen sollte man zurückhaltend umgehen, mahnte die Ministerin. Sie halte es auch nicht für gut, wenn Schäuble einzelne Themen immer nur antippe, ohne Gesetzentwürfe vorzulegen.

Zypries sagte, Deutschland sei insgesamt sehr gut gegen die Terrorgefahr gerüstet. Es gebe aber einige wenige Bereiche, für die man eine Anpassung des Instrumentariums prüfen müsse. "Der Staat muss selbstverständlich die Möglichkeit haben, sich schützend vor seine Bürger zu stellen, wenn Terroristen bei Anschlagsvorbereitungen modernste Kommunikationstechnologie nutzen", sagte Zypries.

Beim Thema Online-Durchsuchungen sei aber völlig ungeklärt, wie die relevanten Inhalte von der Festplatte gezogen werden können, ohne gleichzeitig in ebenfalls dort abgelegten Liebesbriefen zu stöbern.

Dem Koalitionspartner CDU/CSU hielt Zypries vor, das Thema Innere Sicherheit zu instrumentalisieren. "Es geht der Union offensichtlich darum, sich für den Fall eines Terroranschlags abzusichern, um dann mit dem Finger auf die SPD zeigen zu können. Das ist eine Form der Unernsthaftigkeit, die ich nicht gutheißen kann", sagte die Ministerin.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, sagte der Badischen Zeitung, er rechne bis Ende August mit Gesetzesentwürfen Schäubles, die die Diskussion gerade beim Thema Online-Durchsuchungen versachlichen würden. An die Adresse des Koalitionspartners SPD gerichtet, die Schäuble seit Tagen heftig kritisiert, mahnte Kauder: "Wir sollten in der Koalition schon sorgfältig miteinander umgehen. Schließlich wollen wir das Land gut regieren und haben noch viel miteinander vor."

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(AP)