In der SZ geht Finanzminister Schäuble (CDU) in die Offensive: Die Regierung habe mit dem Kauf der umstrittenen Daten-CD keinen Fehler gemacht.
Nach Ansicht von Wolfgang Schäuble hat sich das Bankgeheimnis "überlebt". Der Bundesfinanzminister sagte der SZ, das Bankgeheimnis habe "keine Zukunft mehr", auch nicht in der Schweiz. Das Bankgeheimnis sei "am Ende". Der CDU-Politiker erwartet, dass die Schweiz ihr Bankgeheimnis lockert. Dieses könne im 21. Jahrhundert kein Instrument mehr sein, "das von Staats wegen die Steuerhinterziehung ermöglicht". Es werde daher einen "allgemeinen Informationsaustausch" zwischen Deutschland und der Schweiz geben.
"Wir haben recht gehandelt": Warum Wolfgang Schäuble den Kauf der Steuerhinterzieher-CD unterstützt. (© Foto: AP)
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SZ: Am vergangenen Sonntag waren Sie noch schwankend; kurz darauf waren Sie schon entschlossen, die CD zu kaufen. Was hat Sie so sicher gemacht?
Schäuble: Ich war nicht schwankend, ich habe geprüft. Das Ergebnis der Prüfung war eindeutig.
SZ: Der Lockruf des Geldes?
Schäuble: Die Notwendigkeit, Steuerschuldner zu fassen und Steuergerechtigkeit walten zu lassen; und die Überzeugung, dass die Daten der CD für die Strafverfolgung verwertbar sind. Vor zwei Jahren konnten viele Verfahren auf der Basis solcher Informationen abgewickelt werden; damals hatte die Bundesregierung so entschieden wie ich jetzt. Ich weiß, dass gegen die damalige Entscheidung eine Verfassungsbeschwerde eingelegt worden ist. Über deren Annahme hat Karlsruhe aber noch nicht entschieden. In dieser Situation habe ich gesagt: Es gibt keine andere Möglichkeit für die Bundesregierung, als den Ankauf zu unterstützen. Man hätte ja sonst auch die damalige Entscheidung der Bundesregierung delegitimiert.
SZ: Wenn die Regierung einmal was Falsches gemacht hat, muss sie es nicht noch ein zweites Mal falsch machen.
Schäuble: Wir haben nichts Falsches gemacht, sondern recht gehandelt. Ich habe mich mit der Bundeskanzlerin beraten und dann, auch in Würdigung entgegenstehender Argumente und Bedenken, die hinreichend öffentlich geäußert worden sind, so entschieden, wie wir entschieden haben.
SZ: Solange die Schweiz bei Steuerhinterziehung keine Amtshilfe leistet - ist da der deutsche Staat in einer Art Notwehrsituation, in der er zu dubiosen Mitteln greifen muss?
Schäuble: Ich stütze den Kauf der CD auf unsere allgemeinen Rechtsregeln. Ich habe mit meinem Kollegen, dem Schweizer Bundesrat Hans-Rudolf Merz, gesprochen. Wir werden uns bald treffen. Wir sind zwar in der Beurteilung der gegenwärtigen Rechtslage unterschiedlicher Meinung. Wir wollen aber gemeinsam die Dinge besser lösen und Diskussionen wie die gegenwärtige entbehrlich machen; die Schweiz wird ihr Bankengeheimnis lockern.
SZ: Der CD-Ankauf wird die Verhandlungen darüber erschweren.
Schäuble: Der Schweizer Bundesrat hat ausdrücklich gesagt, dass das nicht der Fall ist. Wir wollen eine Lösung, dass solche Fälle...
SZ: ... in denen der deutsche Fiskus ausgespähtes Datenmaterial kauft ...
Schäuble: ...nicht mehr entstehen. Das wird nicht einfach sein. Wir müssen mit der Schweiz zu einem allgemeinen Informationsaustausch kommen. Das Bankgeheimnis darf im 21. Jahrhundert kein Instrument mehr sein, das von Staats wegen die Steuerhinterziehung ermöglicht. Das Bankgeheimnis hat keine Zukunft mehr. Es ist am Ende. Es hat sich überlebt.
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Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Schäuble: Ich weiß, dass gegen die damalige Entscheidung eine Verfassungsbeschwerde eingelegt worden ist. Über deren Annahme hat Karlsruhe aber noch nicht entschieden.
Und deshalb brechen wir das Grundgesetz unter Vorbehalt eines späteren Urteils des Bundesverfassungsgerichtes.
Schäuble: Man hätte ja sonst auch die damalige Entscheidung der Bundesregierung delegitimiert. Und diese frühere Regierung hat pausenlos Gesetze erlassen die vom Bundesverfassungsgericht zerlegt worden sind.
Schäuble: Da soll niemand auf eine darüber hinausgehende Amnestie hoffen.
Bis man einen Systemrelevanten auf der Liste findet.
SZ: Stellen Sie sich vor, Sie sind im Sozialkunde-Unterricht einer Schule und sollen dort der Klasse erklären, warum der Kauf sein muss.
Herr Prantl warum nicht die Fragestellung dass es sich bei den CDs um gestohlene Daten handelt die einem Handlanger zum Kauf angeboten worden sind, also um Hehlerware?
Schäuble: Jenseits solcher absoluter Verbote gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit; und in diesem Rahmen muss man abwägen.
So absolute Verbote wie das Vorhaben des Herrn Dr. wie der Abschuss von Verkehrsflugzeugen?
SZ: Wie wäre es, wenn der Fiskus die vielen Millionen Euro, die er auf der Basis der gekauften CD eintreibt, dafür hernimmt, um die Zahl der Steuerfahnder zu verdoppeln?
Schäuble: Steuerfahndung ist Ländersache. Ich pflege den Kolleginnen und Kollegen keine Empfehlungen zu geben.
Ja, Ja, die Beute wird eingesackt aber Geld für Angestellte ausgeben ist die Sache von anderen. Wie halt in der Sklavenwirtschaft üblich.
Wissen ist Macht, das ist Fakt. ...... Dass nichts wissen nichts macht, das hingegen ist eine Mär.
Wenn schon, dann handelt die OECD, zu deren 30 'ordentlichen' Mitgliedern die Schweiz gehört, 'kriminell'. Die OECD hat
das Musterabkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung von Einkommen und Vermögen verfasst (Model Tax Convention on Income and on Capital ), in dem die Richtlinien und Standards festgeschrieben sind, welche für die grenzüberschreitende Besteuerung weltweit als Basis für zwischenstaatliche Doppelbesteuerungsabkommen gelten. Die OECD ist der Motor deutschen Strebens.
"Der [Schweizer] Bundesrat hatte am 13. März 2009 entschieden, das Bankgeheminis zu lockern und den OECD-Standard bei der Amtshilfe in Steuersachen zu übernehmen.
Neben Finnland hat die Schweiz bereits mit Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Frankreich, Mexiko, den USA, Japan, den Niederlanden, Polen, Grossbritannien und Österreich ein DBA mit der erweiterten Amtshilfeklausel paraphiert." *)
.
*) Ein echter cj_calva müsste das eigentlich wissen.
Es wurde im Must-Read-Medium aller Wahrer des schweizerischen 'Bankkundengeheimnisses', der "Handelszeitung", am 23.07.2009 veröffentlicht, und ist auch noch heute unter
3w.handelszeitung.ch/artikel/Unternehmen-AWP_CH_Zwoelftes-Doppelbesteuerungsabkommen-nach-OECD-Standard-paraphiert_577895.html
nachzulesen.
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P.S.: Dass Deutschland Ihrer und bestimmter schweizerischer Kreise Ansicht DBA-seitig außen vor bleiben muss, kann eventuell dadurch erklärt werden, dass D als gar so volumenstarker Schwarzgeldlieferant gar so nah liegt und die Kohle-Akquise auf Schweizer Seite praktisch zero Aufwand erfordert.
auf die Abstimmung im Weltsicherheitsrat bin ich schon gespannt!
14.10. 2011: 823. Beratung UN-Resolution gegen Sudan wg. Völkermord in Darfur
15.11.2011 Einstimmige Annahme eines Dringlicheitsantrags der Schweiz für Resolution gegen Deutschland wegen Ankauf von Daten, die verfassungsmässig definiertes Bankgeheimnis unterlaufen...
Sofortige Intervention unter der Führung Nordkoreas zur Besetzung deutscher Finanzbehörden und öffentlicher Vernichtung verdächtiger CD's!
Noch was ? Helau!
Nach der Forderung Terroristen zu erschießen und Flugzeuge abschießen zu dürfen (nur die beiden schönsten grundgesetztreuen Aussagen unseres ehemaligen Innenministers zu nennen), sollten auch Sie einsehen, dass Schäuble mit dieser Aussage eher Kreide gefressen hat.
Betreffend der Weitergabe von Bankkundendaten an die USA hat vor kurzem das Bundesverwaltungsgericht dem Bundesrat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Übrigens aufgrund der im Staatsvertrag mit den USA festgehaltenen Abmachung, dass die Betroffenen Klage einreichen dürfen.
Die einzigen schwachen Player hier, sind die Schweizer Bundesräte, welche völlig überfordert sind (halt alles Juristen).
Aber das Volk wird das richten. Und Schäuble wird sich wundern.
Paging