Der wahre Schäfer-Gümbel bekam bald Wind von den ungebetenen Nachahmern und schrieb - sich nicht um Groß- und Kleinschreibung scherend - auf seiner Twitter-Seite: "Liebe @titanic. Nur gutes wird kopiert. Meist schlechter als das orginal." Um Verwechslungen auch optisch auszuschließen, ließ er sein Konterfei mit dem Zusatz "Das Original" versehen - doch auch dieser Schuss ging nach hinten los. Titanic war nicht um einen Konter verlegen: "Der Echte" steht nun im Schäfer-Gümbel-Bild auf der Fake-Seite.
Original: Thorsten Schäfer-Gümbels richtige Twitter-Seite. (© Screenshot: http://twitter.com/tsghessen)
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Doch nicht jedem User fällt der Schwindel auch auf. Ein "Marco" schreibt auf basicthinking: "Ich war durch zufall heute morgen mal auf dem twitter-profil von tsg und muss sagen, dass ist schon arg albern. Quantität ist ja was tolles, aber wenn er seiner Sekretärin empfiehlt Gurken und Sahne zu kaufen, weil sie schwanger ist, finde ich das doch ein wenig nutzlos." Titanic wird's freuen.
Auch Spam, die von Sonneborn verantwortete Satire-Rubrik auf Spiegel Online hat seinen Gefallen an Schäfer-Gümbel gefunden: "Wenn Thorsten unter 20 % landet, kommt er ins Dschungelcamp", legte Sonneborn dem SPD-Fraktionschef Peter Struck in den Mund. "Die nehmen keine C-Promis", stand in Münteferings Antwort-Sprechblase.
Die Misere der Hessen-SPD scheint die Komödianten der Republik mehr zu inspirieren als alle andere Parteien. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Seltener hat das mehr gestimmt als im Fall der hessischen Sozialdemokraten. Was aber macht den Landesverband derart attraktiv für solche Späße?
Satiriker Sonneborn findet es "bemitleidenswert", was aus der Hessen-SPD geworden ist. "Sie hat Hessen traditionell regiert, muss es eigentlich regieren", sagt der Spaßvogel vom Dienst zu sueddeutsche.de.
Im Herbst hätte es ja beinahe geklappt mit der Rückkehr an die Macht. Landeschefin Andrea Ypsilanti war drauf und dran, sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidenten wählen zu lassen. Zu dieser Zeit meldete sich Stimmenimitator Jochen Krause bei Ypsilanti und gab sich als SPD-Chef Franz Müntefering. Sieben Minuten lang bemerkte die SPD-Frontfrau die Tarnung nicht.
Als der Schwindel aufflog, soll Ypsilanti zwar gelacht haben, danach bemühte die Hessen-SPD aber die Gerichte. Seitdem stand Ypsilanti als Spaßbremse und Spielverderberin da.
Thorsten Schäfer-Gümbel will genau das offenbar vermeiden und wird nicht rechtlich gegen die Titanic vorgehen. "Wir ertragen das", sagt Gert-Uwe Mende, stellvertretender Pressesprecher der hessischen SPD. Titanic mache Satire und die habe das Recht zu solchen Späßen.
Immerhin: Auch in der Reaktion auf humoristische Attacken gibt es bei den hessischen Sozialdemokraten also einen Neuanfang. Das müssen sich die Genossen vielleicht untereinander nur noch mehr twittern.
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(sueddeutsche.de/bgr/jja/mati)
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@gkrannich
Natürlich wird sich über "TSG" ausgelassen, was will man denn über Koch noch sagen? Jeder weiss doch was Sache ist, weil es schliesslich oft genug durch die Medien ging.
Allein hier auf der Seite finden sich mittels der Suche 1270 Suchergebnisse für "roland koch", während "TSG" gerade mal auf 75 Suchergebnisse für "Thorsten Schäfer-Gümbel" kommt.
Aber einseitige Berichterstattung ist halt, wenn nur eine Seite von der eigenen Seite berichtet wird.
Was ich meinte, aber nicht deutlich gesagt habe:
erstens rangiert der Artikel unter "Politik" und nicht unter "Kalauer" und zweitens hat sich die SZ nun wirklich schon genug parteiisch zu Hessen ausgelassen, mir schien es einfach quantitativ zu viel und qualitativ zu wenig, aber ok.
@ gkrannich: Arme SZ, armer Koch,
"habt Ihr es so noetig? "
Schon gut, dass der Tellerrand so hoch ist, dass man nicht drüber hinwegschauen muss. Satire trifft jeden, der nur genug Angriffsfläche bietet und nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Auch Koch war nicht nur einmal Ziel von Titanic.
aber wie heisst es so schön
"Lieber Schäfer Heinrich als Schäfer-Gümpel" ;)
Vielleicht tut der Hessen-SPD sogar gut, eher verspottet zu werden. Dann wird der gesamte Schlamassel eher lustig gesehen. Wie sooft werden auch die Genossen am Sonntagabend von einem Erfolg reden, auch wenn die Umfragwerte das schlechteste Ergebnis erwarten, was die SPD in Hessen je erreichte. Man wird sich vielleicht sogar damit rühmen, dass Roland Koch nicht die absolute Mehrheit bekommen haben wird.
Nach der Wahl wird es eine saubere Analyse für die Sozis geben müssen (die CSU hat es in Bayern vorgemacht). In hessen geht es um ein Wahlcersprechen oder eine Wahllüge. Und es geht um den Umgang mit eigenen Mitgliedern, die diesen Schwindel nicht haben mittragen wollen. Nicht nur Frau Yspilanti steht in der Pflicht; der gesamte Vorstand und viele Parteimitglieder sind gefragt.
Erbarme - die Hesse komme! Dass Schäfer-Gümbel solchem neumodischem Zeugs huldig ist einerseits mutig, andererseits intellektuel absolut dürftig! Mich interessiert einfach nicht, ob er zum Frühstück Kaffee trinkt, ob er Bier mag oder was weiß ich. Da sollte die Titanic noch viel mehr draufhauen! Das hat er übrigens gar nicht nötig, denn seine politischen Aussagen sind viel besser. Überhaupt TSG - da hat sich Frau Y. schon wieder verrechnet! In Hessen ist sowieso Alles anders: Früher SPD Hochburg, heute 25 - Y (nun gut die CSU schaft ja auch nicht mehr 50 + X). In einem Jahr rauscht die SPD in den Keller und Lügen-Pinnocchio Koch steht als Strahlemann dar. Aber die Konsequenzen seiner 60er-Jahre-Politik sind ja nicht weg! Und obendrein die Linke: Eine Ihrer Kandidatinnen hält Ihre Wahlparty in Ihrem Swingerclub ab: Da sind wir bei des Pudels Kern: Politik und Rammeln! Und da wundert sich noch Jemand, dass es immer weniger Wähler gibt. Man sollte endlich mal die Konsequenzen ziehen: 1.) Die Parlammente werden nur noch der Wahlbeteiligung besetzt, d.h. wenn 40% wählen gehen, werden auch nur 40% Sitze vergeben; 2.) Die Parteien werden auch nach der Wahlbeteiligung bezahlt. Das ist übrigens nicht Neues, das stammt von den Grünen, als es Ihnen noch Inhalte, nicht um's Sitzen ging!
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