Ein mutmaßlicher Helfer der 2007 im Sauerland festgenommenen Terrorzelle, Attila Selek, wird von der Türkei nach Deutschland ausgeliefert.

Die Türkei wird einen mutmaßlichen Helfer der im Sauerland festgenommenen Terrorzelle nach Deutschland ausliefern. Ein türkisches Gericht habe den Auslieferungsbeschluss bestätigt, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit.

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Sprecher Frank Wallenta sagte: "Damit ist zu erwarten, dass der Beschuldigte in absehbarer Zeit ausgeliefert wird." Einen genauen Termin nannte er nicht.

Der Strafverteidiger Manfred Gnjidic sagte in Berlin, dass sein Mandant in der kommenden Woche nach Deutschland ausgeliefert und dem Haftrichter vorgeführt werden soll. Der in der Türkei inhaftierte Attila Selek beschaffte nach Erkenntnissen der Ermittler die Zünder für die Sprengsätze der Sauerland-Gruppe. Er sei 2006 in einem Ausbildungslager in Pakistan gewesen und habe zum Jahreswechsel 2006/2007 eine US-Kaserne in Hanau ausgespäht.

Der heute 23-Jährige wurde im November vergangenen Jahres in der anatolischen Stadt Konya gefasst. Die Karlsruher Ankläger bemühten sich seitdem um die Auslieferung nach Deutschland. Sie werfen dem Deutschen unter anderem die Beteiligung an einer inländischen terroristischen Vereinigung vor.

Verbindungen zur Islamischen Dschihad-Union

Bereits am 4. September 2007 wurden die drei weiteren Verdächtigen Fritz Gelowicz, Adem Yilmaz und Daniel Schneider festgenommen. Alle vier wurden Ermittlern zufolge von der Terrorgruppe Islamische Dschihad-Union (IJU) in Pakistan ausgebildet und planten massive Bombenanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland.

Der Fall sorgte damals weltweit für Aufsehen. Die drei mutmaßlichen Komplizen wurden bereits Anfang September 2008 angeklagt. Zu den Vorwürfen äußerte sich Anwalt Gnjidic nicht. Er habe mit seinem Mandaten noch nicht sprechen können. In einem Spiegel-Interview hatte Selek die Vorwürfe im vergangenen Jahr zurückgewiesen.

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(AP/segi)