Warum der französische Präsident Nicolas Sarkozy und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel so schwer zueinander finden.
Der Präsident macht eine schwierige Phase durch, da hat er wenig Neigung, auch noch an Deutschland zu denken. Die Umfragewerte zu Hause sind für Nicolas Sarkozy so verheerend, wie sie für keinen seiner Vorgänger gegen Ende des ersten Amtsjahres gewesen sind.
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Kommen nicht zusammen: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy. (© Foto: dpa)
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Weil er alles an sich reißt, macht er Fehler, weil sein Temperament mit ihm durchgeht, gibt er sich Blößen. In Frankreichs Kommunen wird im nächsten Monat gewählt, und der Staatschef versucht seine enttäuschten Wähler zurückzuerobern. Deshalb sind ihm Reisen in die eigene Provinz fürs Erste wichtiger als ein Besuch in Bayern. So wird er Angela Merkel nicht im Straubinger Rathaus treffen.
Eigentlich hatten die Kanzlerin und der Präsident für den 3.März Konsultationen verabredet, aber mit der vagen Bitte um Verständnis hat Sarkozy abgesagt. Er wird abermals nach Afrika reisen, Deutschland ist ihm derzeit eher lästig. Die Sarkozysche Vitalität macht es gerade noch möglich, dass er die Kanzlerin wenigstens für einen Abend bei der Cebit-Messe in Hannover sehen wird.
Frustration trifft auf Gleichgültigkeit
Einen Moment konnte man annehmen, dass es tatsächlich Terminschwierigkeiten waren, die das sogenannte Blaesheim-Treffen verhindert haben. So werden die regelmäßigen Konsultationen genannt, seit Gerhard Schröder und Jacques Chirac vor sieben Jahren in einem Gasthaus im Elsass zusammenkamen.
Der normale Acht-Wochen-Rhythmus der Begegnungen, den sie eingeführt haben, ist jetzt ins Stocken geraten. Aber gerade weil Sarkozy Termine, wenn er sie für wichtig hält, notfalls mit der Brechstange freimacht, war die Absage gravierend. Sein Verhältnis zu Angela Merkel im Besonderen und zu Deutschland im Allgemeinen ist schwierig.
Man geht sich gegenseitig auf die Nerven. Und falls in Deutschland Frustration über diesen Präsidenten aufkommt, grenzen Sarkozys Sentiments gegenüber dem Partner auf der anderen Rheinseite an fast ostentative Gleichgültigkeit.
Der Präsident spielt seinen Egoismus aus, und eine Absage kommt selten allein: Dass er seiner Wirtschaftsministerin Christine Lagarde befohlen hat, ihn in den gewiss schönen Ort Saint-Bonnet de Rochefort zu begleiten und eine schon lange terminierte Verabredung mit Peer Steinbrück in Paris abzusagen, ist ein Affront. Selbst zungenfertige Regierungssprecher haben Mühe, ihn kleinzureden.
Dabei hatte alles verheißungsvoll begonnen, als Nicolas Sarkozy einst im Mai sofort nach seiner Amtsübernahme nach Berlin flog. Er war ins Schwärmen geraten und hatte versichert, "dass für Frankreich die deutsch-französische Freundschaft heilig ist, und dass nichts diese Freundschaft in Frage stellen kann". Doch nur zehn Monate später hat sich die Harmonie als seicht erwiesen.
Immer wieder Durststrecken
Sarkozy neigt zu großen Worten und er preist sich gern selbst, was bei der im Vergleich selbstkritischen Kanzlerin Indignation hervorruft. Beispielsweise, wenn sich Sarkozy Europas Rettung wie einen Orden anheftet, weil er den EU-Mini-Vertrag mit brachialer Macht verabschieden ließ - und eine Krise entschärfte, die von Frankreich überhaupt erst ausgelöst worden war. Neuerdings ist es ihm mit seinem aussichtslosen Projekt einer Mittelmeer-Union gelungen, die Deutschen nachhaltig zu verärgern.
Nun mag sich in der Rückschau manches verklären, aber solche Durststrecken hat es immer gegeben. Das Freundespaar Gerhard Schröder und Jacques Chirac war nicht gottgegeben und es hatte lange gedauert, bis sie aneinander Gefallen fanden. Anfangs war es vor allem Gerhard Schröder, frisch aufgerückt ins Kanzleramt, der dem Älteren entgegenkam.
Ein emotionales Einvernehmen zwischen Sarkozy und Angela Merkel ist nicht in Sicht, nicht einmal ein politisches. Wangenküsse ersetzen keine Herzlichkeit. Das deutsch-französische Verhältnis wird erst wieder aufblühen, wenn Sarkozy seine innenpolitischen Malaisen überwunden hat.
(SZ vom 27.02.2008/gal/odg)
Bergkirchweih in Erlangen
@mykafer und @cashca
Bitte nennen Sie mir doch einen maßgeblichen männlichen deutschen Politiker, an dem einer der fünf Sinne von Fau Bruni Gefallen finden könnte? Frau Bruni wollte zudem - indiskreten Presseberichten über Frau Brunis Präferenzen bei der Männerwahl zufolge - einen "Mann mit Atommacht", also den Super-Macho, einen Herrn über Leben und Tod wie der allmächtige Gottvater höchstpersönlich.
Vielleicht hätten SIE das sein können, verehrte Herren Kommentatoren? Schade nur, daß Sie sich nur "an der Jogginghose kratzen" (Zitat Paris07),aber keinen Knopf "Atomkrieg" drücken können.
Wirklich schade für Sie! Was haben wir nicht alles im Kapitel deutsch-französischer Freund- und Liebschaft versäumt, das SIE zusammen mit Frau Bruni hätten schreiben können, wenn...
Ja,wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär!
Der neue französiche "Parvenue" Nicolas, gleichzeitig im Nebenberuf Staatspräsident
und seine deutsche Partnerin Angela aus Mecklenburg-Vorpommern, im Hauptberuf deutsche Kanzlerin, werden einander nie finden. Während in Pommern der alte Fritz die Kartoffeln für die Deutschen entdeckte und daraus die "Pommes fritz" entwickelte, aßen
die Franzosen bereits Schnecken, weil Ihnen die Pommes zuwider waren und lieferten diese nach Deutschland. Kartoffeln gegen Schnecken- das kann nicht gut gehen !
Bravo!
Das "Kratzen an zentraler Stelle der Jogginghose" scheint bei den Herren mit dem Verlust der Denkfähijgkeit einherzugehen.
warum fünf Sinne?
In diesem Fall ist ja wohl hauptsächlich ein bestimmter Sinn gemeint und der scheint mir z. Zt. der einzige zu sein, der bei Sarkozy und einigen Kommentatoren voll funktionsfähig ist.
immer wieder erfrischend, sinnentleerte Macho-Kommentare zu lesen! Ich kann mir richtig vorstellen, wie sie sich dabei an zentraler Stelle ihrer Jogginghose kratzen!
Oder, um mit einem Zitat zu erwidern:
Casse-toi alors, pauvre con!
(N. Sarkozy)
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