Einen Tag, nachdem die Taliban zehn französische Soldaten töteten, hält Präsident Sarkozy in Afghanistan ein Plädoyer für den weiteren Einsatz gegen die "Barbarei".
Nach dem Tod von zehn französischen Soldaten in Afghanistan hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bei einem Truppenbesuch dafür geworben, den Einsatz engagiert fortzusetzen. "Die beste Weise, Euren Kameraden die Treue zu halten, ist es, weiter zu machen, den Kopf zu heben, professionell zu handeln", sagte Sarkozy vor französischen Soldaten der Nato-Schutztruppe Isaf im Stützpunkt Warehouse in einem Vorort von Kabul.
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Afghanistans Präsident Karsai begrüßt seinen französischen Amtskollegen Sarkozy am Mittwochmorgen in Kabul (© Foto: Reuters)
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Der Afghanistan-Einsatz sei "unerlässlich" im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. "Warum sind wir hier? Weil es hier um einen Teil der Freiheit in der Welt geht", sagte Sarkozy. Der französische Staatschef hob in seiner Ansprache hervor, die französischen Truppen kämpften nicht gegen die Afghanen, sondern mit ihnen, "um sie nicht der Barbarei zu überlassen".
Schwerste französische Verluste seit 1983
Auch er habe nach dem Tod der zehn Soldaten "unter Schock" gestanden. Dennoch würde er sich trotzdem wieder dafür entscheiden, den von seinem Vorgänger beschlossenen Einsatz französischer Truppen in Afghanistan fortzusetzen. Die französischen Todesopfer sind die ersten, seit Sarkozy auf dem Nato-Gipfel im April die Aufstockung angekündigt hatte.
Seit Beginn der Isaf-Mission Ende 2001 waren bislang 14 französische Militärangehörige bei Angriffen, Anschlägen und Unfällen ums Leben gekommen. Der Montag war der schlimmsteTag für die französischen Streitkräfte seit 1983, als ein Bombenanschlag im Libanon 58 Fallschirmjäger das Leben kostete.
Mit Sarkozy waren Verteidigungsminister Hervé Morin und Außenminister Bernard Kouchner nach Afghanistan gereist. Die Politiker besuchten die Kapelle des Stützpunktes, in dem die Särge der Getöteten aufgebahrt waren. Zudem besuchte Sarkozy die Verletzten der Kämpfe. Sarkozy wollte in Kabul mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai zusammentreffen. Außerdem war ein Gespräch mit dem Kommandeur der französischen Isaf-Truppen in der Region von Kabul, Michel Stollsteiner, geplant.
Politische Kontroverse in Frankreich
Die schwersten französischen Verluste in Afghanistan bisher haben in Frankreich eine politische Debatte über den Sinn des Engagements ausgelöst. Die Sozialisten fordern eine parlamentarische Debatte. Die KPF und die Nationale Front verlangen den Rückzug der Truppen.
Sozialistenchef François Hollande sagte im Radiosender France Info, die Mission am Hindukusch müsse "neu definiert" werden. Es müsse klargestellt werden, "was unsere Truppen genau in Afghanistan machen und wie lange". Der zivile Wiederaufbau und die Schulung der afghanischen Sicherheitskräfte müssten Priorität bekommen. Der Außenexperte der Sozialisten, Pierre Moscovici, stellte klar, dass seine Partei sich nicht für einen Rückzug aus Afghanistan ausspreche, "weil wir gegenüber den Taliban nicht nachgeben dürfen".
Die Regierungspartei UMP verteidigt den Einsatz und warnt davor, mit der Debatte "in die Falle der Taliban" zu gehen. Regierungspolitiker in Paris betonen, Frankreich werde sich den Taliban nicht beugen. Außenminister Bernard Kouchner bekräftigte, das Land werde seinen Verpflichtungen für ein demokratisches und friedliches Afghanistan weiter gerecht werden. Frankreich zahle "einen schweren Tribut für die Verteidigung der Freiheit", sagte Premierminister François Fillon.
Tausende Tote seit Jahresbeginn
Es habe sich um einen gemeinsamen Einsatz mit der afghanischen Armee gehandelt, erklärte Sarkozy am Dienstag. Erst mit Unterstützung aus der Luft sei es gelungen, die Taliban zurückzudrängen. Nach afghanischen Angaben wurden vier der Franzosen zunächst gekidnappt und dann getötet. Ein französischer Militärsprecher wies dies zurück.
Zur gleichen Zeit des Angriffs versuchten mindestens sechs Selbstmordattentäter, ein Blutbad im Isaf-Stützpunkt Camp Salerno an der Grenze zu Pakistan zu verüben. Weil sie rund einen Kilometer vor der Basis in Chost von Sicherheitskräften bemerkt wurden, zündeten mindestens drei von ihnen ihre Sprengstoffwesten und starben dabei. Drei weitere Aufständische wurden nach Nato-Angaben getötet. Mit Unterstützung der Luftwaffe wurden die übrigen Angreifer zurückgedrängt.
Erst tags zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag auf denselben Stützpunkt zehn Menschen getötet und 13 verwundet worden. Die Gewalt in Afghanistan hat in diesem Jahr dramatisch zugenommen. Nach einer Zählung der AP kamen seit Jahresbeginn mehr als 3400 Menschen bei Anschlägen und Kämpfen ums Leben.
(AP/dpa/AFP/ihe/cag)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
...den Spruch kenne ich aus den 60zigern und 70zigern.
Aber hat unsere Jugend gelernt das Krieg kein PC-Spiel ist?
Was interessiert einen Bush 10.000 tote Amerikaner?
Einen Sarkozy 10 tote Franzosen?
Einen Hitler Millionnen tote Soldaten?
Macht ist das Interesse und sonst nichts.
Ich kenne keinen Krieg, in dem das Kriegsziel Demokratie und Freiheit ist. Es geht immer um ökonomische Interessen. Auch die Erweiterung von Macht und Einfluß dient letzlich dem Raffen von Bodenschätzen, der Schaffung neuer Absatzmärkte usw. Schon immer haben die Aggressoren ihre Ziele verschleiert und in große Worte gekleidet. In Deutschland hat dies Tradition vom Kaiser Wilhelm über Hitler bis zu den heutigen Kanzlern und deren Lakaien. Europa wird nicht am Hindukusch verteidigt, wie die SPD meint. Am Hindukusch werden amerikanische Interessen verfolgt und soll eine Basis für das Absaugen des Erdöls aus der Kaukasusregion geschaffen werden.
je weniger Karsai in seinem Land zu sagen hat, desto toller wird seine Kostümierung, der Chef der Korruption , lässt an Wilherlm Zwo erinnern.
Karsai steht für Stillstand und Rückschritt sowie Manisfestierung der Korruption als Haupt einer feisten Clique , welche den Westen abzockt.
Stimmt schon mit dem Teil der Freiheit, aber um welchen Teil geht es? Ganz klar um den, mit Militärmacht Marionetten einzusetzen, um auf diesem Territorium wiederum andere Staaten zu bedrohen(Iran). Und der Franzose, wie Merkel hierzulande, möchte unter den Fittichen der USA immer im Spiel bleiben. Dafür hauchen uniformierte Franzosen ihr Leben aus. Denn der Krieg gegen Osama bin Laden läuft schon länger als die Weltkriege I und II und der Mann ist noch immer nicht gefasst. Der "Krieg gegen den Terror" ist das Krokodil im Washingtoner Kasperl-Theater für Minderbemittelte. In Afghanistan stirbt man nur für Bush keineswegs für die Freiheit.
"Es geht um einen Teil der Freiheit". Leider ist das Propaganda. Ehrlicher wäre gewesen: Es geht um einen Teil der machpolitischen und ökonomischen Interessen der USA und ihrer Verbündeten. Aber auch diese Ehrlichkeit hilft den gestorbenen und verwundeten französischen Soldaten nichts. Weitere Opfer in diesem sinn- und uferlosen Krieg lassen sich nur vermeiden, wenn das militärische Engagement der USA und ihrer Verbündeten inn Afghanistan beendet wird.
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