Sahra Wagenknecht zu Syrien-Einsatz Wagenknecht bezeichnet Luftangriffe in Syrien als Terror

Die Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, im Bundestag auf einem Archivbild von Anfang Dezember.

(Foto: dpa)
  • Die Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, hat die Luftangriffe in Syrien mit den Terroranschlägen in Paris verglichen.
  • Als Reaktion auf den Anschlag in Paris hat Frankreich begonnen, Luftangriffe auf den IS in Syrien zu fliegen. Auch Deutschland unterstützt den Eingriff militärisch.
  • Seit Beginn der US-geführten Luftangriffe auf syrische IS-Stellungen im September 2015 sind mindestens 299 Zivilisten ums Leben gekommen, unter ihnen 81 Kinder.

"Das eine ist individueller, das andere staatlich verantworteter Terror"

Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht hat die von der Bundeswehr unterstützten Luftangriffe in Syrien mit den Terroranschlägen in Paris verglichen. "Natürlich ist es kein geringeres Verbrechen, unschuldige Zivilisten in Syrien mit Bomben zu ermorden, als in Pariser Restaurants und Konzerthäusern um sich zu schießen", sagte sie in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Das eine ist individueller, das andere staatlich verantworteter Terror."

Bei den Pariser Anschlägen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) auf einen Konzertsaal, mehrere Cafés und Restaurants sowie vor dem Fußballstadion Stade de France waren am 13. November 130 Menschen getötet worden. Als Reaktion darauf begann Frankreich Luftangriffe auf den IS in Syrien und bat die EU-Verbündeten um Unterstützung. Die Bundeswehr beteiligt sich mit einem Tankflugzeug und einer Fregatte zum Schutz eines französischen Flugzeugträgers. Im Januar sollen deutsche "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge hinzukommen.

Wagenknecht sieht die Hauptschuld für das Erstarken des IS beim Westen

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Die Hauptschuld am Erstarken des IS gibt die Fraktionschefin der Linken im Bundestag dem Westen. "Ohne den Irak-Krieg gäbe es den IS nicht. Ohne die Bombardierung Libyens und die Destabilisierung Syriens wäre er längst nicht so stark. Der Westen, vor allem die USA, haben dieses Monster mit ihren Kriegen großgemacht."

Dem französischen Präsidenten François Hollande warf Wagenknecht vor, aus innenpolitischen Erwägungen für die Bombenangriffe in Syrien votiert zu haben. "Die deutsche Regierung, die wegen ihrer Euro-Politik für das Erstarken der französischen Rechten mitverantwortlich ist, will ihm einen Gefallen tun", sagte sie.

"Und wegen solcher innenpolitischen und innereuropäischen Erwägungen müssen jetzt Frauen und Kinder in Rakka im Bombenhagel sterben, werden Schulen und Krankenhäuser zerstört", kritisierte Wagenknecht. "Das ist natürlich Terror, der schon jetzt viel mehr unschuldige Opfer gefordert hat als die barbarischen Anschläge von Paris."

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben seit Beginn der US-geführten internationalen Luftangriffe auf syrische IS-Stellungen im September 2015 mindestens 299 Zivilisten, unter ihnen 81 Kinder.

Neben amerikanischen, französischen und britischen Kampfjets beteiligen sich auch Jagdbomber arabischer Länder. Parallel dazu fliegt die russische Luftwaffe Angriffe, bei denen nach Erkenntnissen der Beobachtungsstelle 710 Menschen getötet wurden.

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