Sachsen-Anhalt-Tag Auftritt in SS-Uniformen

Ein Traditionsverein in Sachsen-Anhalt will das Ende des Zweiten Weltkrieges demonstrieren - und nimmt in SS-Uniformen an einem Festumzug teil. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Der Auftritt eines Traditionsvereins in Uniformen von Waffen-SS und Wehrmacht beim Festumzug des Sachsen-Anhalt-Tages hat im Land für Empörung gesorgt. Beim Festumzug am 14. Juni im Harzstädtchen Thale stellten 4000 Teilnehmer die Geschichte der einzelnen Regionen des Bundeslandes dar. Öffentlich bekanntgeworden war der Auftritt von Männern des Vereins in Waffen-SS-und Wehrmachts-Uniformen erst einige Tage danach.

Jetzt ermittelt der Staatsschutz. Die Polizei in Magdeburg erstattete Anzeige von Amts wegen. Es werde geprüft, ob verfassungsfeindliche Symbole verwendet wurden, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag und bestätigte einen Bericht von Radio SAW.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) sprach von einem geschmacklosen Auftritt, der von einem Verein für Militärgeschichte organisiert worden war. Linke-Fraktionschef Wulf Gallert bezeichnete die Aktion als "Skandal". "Das ist ein eindeutiges Versagen der Organisatoren", sagte er der Mitteldeutschen Zeitung.

"Aus meiner Sicht war das eine ganz bewusste Provokation", sagte Justizministerin Angela Kolb (SPD) der dpa.

Der Vorsitzende des in die Kritik geratenen Fördervereins für das Militärhistorische Museum Anhalt in Dessau-Roßlau, Rainer Augustin, erklärte: "Wir wollten das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 illustrieren."

In seinem Brief an den Oberbürgermeister der Stadt, Klemens Koschig (parteilos) heißt es weiter: "Wir bedauern, dass unser Beitrag missverstanden wurde."