Sachsen-Anhalt Bürgermeister tritt wegen NPD-Demo zurück

Erst nach dem Rücktritt des Bürgermeisters sagte die NPD den geplanten Aufmarsch ab (Symbolbild).

(Foto: Matthias Balk/dpa)
  • Der Bürgermeister der Ortschaft Tröglitz im Süden Sachsen-Anhalts ist zurückgetreten.
  • Den Schritt begründet er mit einer Demonstration, die NPD-Anhänger vor seinem Wohnhaus abhalten wollten.
  • Landespolitiker fordern Konsequenzen.

Rücktritt nach Demo-Ansage der NPD

Aus Furcht vor einer NPD-Demonstration vor seinem Haus ist ein Ortsbürgermeister im Süden Sachsen-Anhalts zurückgetreten. Er habe seine Familie nicht den hasserfüllten Parolen von mehr als 100 Neonazis und bewaffneten Polizisten, die ihn schützen sollten, aussetzen wollen, teilte Markus Nierth aus der Ortschaft Tröglitz im Burgenlandkreis in einer Stellungnahme bei Facebook mit.

Der Schritt wäre nicht notwendig gewesen, hätte das Landratsamt die Versammlung verboten. Erst nach seinem Rücktritt am Donnerstag habe die rechtsextreme Partei den geplanten Aufmarsch vor seinem Haus abgesagt, so Nierth weiter.

Innenminister Stahlknecht fordert "konsequentes politisches Handeln"

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte am Sonntag, wenn ein ehrenamtlicher Politiker sich so stark bedroht fühle, dass er zurücktrete, sei konsequentes politisches Handeln erforderlich.

Der Fraktionschef der Linken im Landtag, Wulf Gallert, nannte den Rücktritt eine Niederlage für alle Menschen, die sich für Weltoffenheit einsetzten. Der Kommunalpolitiker habe sich um eine Willkommenskultur für Flüchtlinge bemüht.