Sabotage an Öl-Pipeline Blutige Offensive gegen Stammeskrieger im Jemen

Ein Streit zwischen den jemenitischen Behörden und Stämmen ist eskalisiert und hat zu einem Militäreinsatz mit mehreren Toten geführt. Ausgangspunkt waren umstrittene Landnahmen - und Störungen der Erdölförderung.

Bei einer groß angelegten Offensive der jemenitischen Armee gegen bewaffnete Stammesmitglieder sind am Dienstag mindestens 17 Menschen getötet worden. Der Einsatz in der Region Marib östlich der Hauptstadt Sanaa habe sich gegen Kämpfer gerichtet, denen Sabotage an Jemens größter Erdöl-Pipeline vorgeworfen werde, sagten Stammesmitglieder. Der Öl-Export ist eine bedeutende Einnahmequelle für den Staat.

Zehn Stammesmitglieder und sieben Soldaten seien bei dem Armeeeinsatz in Wadi Habab getötet worden, sagten Stammesvertreter weiter. Zunächst hatten sie von vier getöteten Soldaten und sieben toten Stammeskämpfern gesprochen. Die Armee habe "alle Arten von Waffen" und auch die Luftwaffe eingesetzt, hieß es weiter. Die Stammesmitglieder kämpften demnach mit leichten Waffen und Panzerabwehrraketen.

Ein Stammesmitglied sagte, die Offensive habe sich gegen Saleh bin Hussein Dammadsch, dessen Männer mehrfach Sabotageakte gegen die 320 Kilometer lange Pipeline zwischen Safer und Ras Issa am Roten Meer verübt hätten. Damit wollten sie die Behörden zu einer Entschädigung in Höhe von 100 Millionen Rial (364.000 Euro) für ein Gebiet zwingen, das die Regierung Hussein Dammadsch weggenommen haben soll.

Die jemenitischen Behörden schätzen, dass ihnen allein 2012 durch Zerstörungen an Erdölleitungen Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Dollar (758 Millionen Euro) entgingen. Die Erdölexporte seien wegen der Anschläge um 4,5 Prozent gesunken. Jemen ist das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel und setzt für den Staatshaushalt weitgehend auf Erdöleinnahmen. Es fördert täglich rund 300.000 Barrel Öl, die größtenteils ins Ausland verkauft werden.