Sabine Leutheusser-Schnarrenberger "Man kann nicht nur nach Gefühl gehen"

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, 66, ist FDP-Politikerin und war zweimal Bundesjustizministerin. In ihrer Amtszeit setzte sie sich gegen die akustische Wohnraumüberwachung und Vorratsdatenspeicherung ein.

(Foto: Michael Kappeler/dpa)

Muss ein Innenminister Jurist sein? Oder eine Forschungsministerin Professorin? Ein Gespräch mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die selbst lange im Kabinett saß.

Interview von Moritz Geier

Mit Schulthemen und Forschungsfragen hatte Anja Karliczek (CDU) noch nicht viel zu tun. Trotzdem soll sie nun Bildungsministerin werden. Und der scheidende Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat Bedenken dagegen geäußert, dass mit Horst Seehofer ein Mann ohne juristischen Hintergrund ins Innenministerium strebt. Was müssen Minister eigentlich können?

SZ: Frau Leutheusser-Schnarrenberger, teilen Sie de Maizières Vorbehalte?

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Für das Innen- und das Justizministerium sind Grundkenntnisse der Juristerei nach meiner Erfahrung schon sehr wichtig. Es geht in beiden Ressorts häufig ...