Die Notrufsäule an der S-Haltestelle Solln, auf dem Dominik Brunner starb, funktioniert seit fünf Jahren nicht. Ähnliches gilt für 20 weitere Bahnhöfe. Der Grund: Streit zwischen Bahn-Gesellschaften.
Am S-Bahnhof Solln steht, wenige Meter vom Tatort entfernt, seit etwa fünf Jahren eine Notrufsäule - doch von Beginn an funktioniert sie nicht.
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Von Beginn an defekt: die Notrufsäule an der S-Bahnhaltestelle Solln (© Foto: Robert Haas)
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Zwar hätte auch eine funktionierende Säule Dominik Brunner nicht das Leben gerettet, da die Notrufe über Handy eingingen. Doch angesichts der aufgeregten Debatte über mehr Sicherheit stellt sich die Frage nach dem Warum.
"Schwarz gebaut"
Dabei kommt heraus, dass sich die Deutsche Bahn als Eigentümerin des Bahnhofs und die Bayerische Oberlandbahn (BOB) als Mitnutzerin gegenseitig die Schuld zuschieben. Und das Problem betrifft nicht nur Solln: An rund 20 DB-Bahnhöfen, die die BOB anfährt, sind die Säulen laut BOB außer Betrieb.
Ein Bahnsprecher in Berlin erklärt auf SZ-Anfrage, dass die BOB die Säule ohne Wissen der DB aufgestellt habe, und die DB nicht einmal darüber informiert habe: "Die haben schlicht schwarz gebaut".
Zuständig sei jedenfalls die Privatbahn. Diesen schwarzen Peter will BOB-Chef Heino Seeger nicht bei sich behalten. Die BOB sei vertraglich verpflichtet gewesen, mit ihrem Start Ende der 90er Jahre solche Säulen aufzustellen.
Doch wegen technischer Probleme und weil sich die DB in Vertragsverhandlungen so "unfreundlich" gezeigt habe, sei die Säule vor etwa fünf Jahren zwar angeschlossen, aber nicht eingeschaltet worden. "Wenn es nach uns ginge'', so Seeger, ,,wäre sie schon seit Jahren im Einsatz."
Dies wiederum wertet die DB als ,,untauglichen Versuch'', von BOB-Versäumnissen abzulenken. Auf der Sollner Säule sind aber Logos von BOB und DB zu finden. BOB-Chef zeigt sich zuversichtlich: Mittlerweile gebe es andere Verantwortliche bei der DB. Er hoffe, dass die Säulen 2010 funktionieren.
(SZ vom 17. September 2009/odg)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
Wenn jemand unverblümt äußert, die Notrufsäule sei "schlicht schwarz gebaut", und jahrelang fortgesetzt blockiert, diese Notrufsäule einschalten zu lassen - wo beginnt hier die Grauzone zu unterlassener Hilfeleistung ? Oder muß erst ein Staatsanwalt feststellen,
es fehle ein Gesetz oder eine Ausführungsbestimmung für den Betrieb von Notrufsäulen an Bahnhöfen, die gemeinsam von Deutscher Bahn und Bayerischer Oberlandbahn (BOB) genutzt werden ? Nach diesem traurigen Anlaß ist diese Diskussion unendlich traurig...
Es gibt doch auch keinen Streit zwischen Vodafone und T-Mobile, wer GSM900 Handy-Notrufe weiterzuleiten hat.
Weil sich zwei eitle Fatzken nicht einigen können, bleiben Notrufsäulen ausser Betrieb. Da kann die Welt untergehen - da gibts keine Vorgaben, keine Kontrollen, kein Garnix.
Aber wehe in einem Restaurant fehlt ein Rauchmelder, dann geht der Laden nicht auf.
Oder eine Küchenhilfe trägt keinen Kopfschutz ... Da sei Gott vor!!!