Der Satz des US-Diplomaten Kennan, Russlands Nachbarn seien entweder Vasallen oder Feinde, wird derzeit gerne zitiert. Ein Einspruch.
Die Behauptung von George Kennan, Russlands Nachbarn seien entweder Vasallen oder Feinde, habe ich mir lange durch den Kopf gehen lassen. Was empört mich eigentlich an dieser Äußerung und warum drängt es mich so, ihr zu widersprechen?
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Flagge im Feindesland? Ein russischer Soldat hisst eine Flage in Georgien. (© Foto: AFP)
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Alles scheint richtig zu sein, kränkend zwar, aber richtig. Man schaut auf die Landkarte und es ist tatsächlich so. Freilich grenzt unser Land auch an China, das uns weder Vasall, noch Feind ist. Freilich befinden wir uns auch gar nicht so weit weg von Indien. Unsere übrige Nachbarschaft indessen ... Warum aber empört mich die Äußerung von Mr. Kennan und warum bin ich dermaßen nicht damit einverstanden? Weil es nicht egal ist, wer so etwas sagt! Wer ist dieser Kennan? Ein Amerikaner!
Amerikaner haben leicht reden über Nachbarn. Sie haben ja praktisch keine. Doch wenn für Russland alle Nachbarn entweder Feinde oder Vasallen sind, dann hat Amerika auf der ganzen Welt nur Nachbarn. Und auch wenn sich irgendein Land mitsamt seinen Einwohnern Amerika gegenüber weder als Feind noch als Vasall fühlen sollte, Amerika hält jedes beliebige Land entweder für das eine oder das andere.
Nur schert sich Amerika nicht um Details nationaler, religiöser oder kultureller Besonderheiten. Amerika und die Amerikaner wollen eigentlich absolut über niemanden außer über sich selbst etwas wissen. Und sie können sich nicht einmal vorstellen, dass es auch ein ganz anderes Bewusstsein und andere Meinungen geben kann.
Worüber hat Mr. Kennan gesprochen? Über etwas, das er selbst im Spiegel gesehen hat. Nur merkt er nicht, dass ihm da sein eigenes Spiegelbild entgegenblickt.
Aber ich will von unserer eigenen Nachbarschaft sprechen. Nur tue ich das nicht aus der Perspektive des russischen Staates, sondern aus meiner eigenen, ganz privaten. Ich bin in Russland geboren und aufgewachsen. Genauer gesagt, in der Sowjetunion. Und jetzt lebe ich in dem Russland, über das Mr. Kennan sich geäußert hat. Ich bin in der Sowjetunion geboren und alle unsere heutigen Nachbarländer sind in meinem geografischen Verständnis Heimat. Alles Territorium der Liebe also.
Lesen Sie auf Seite zwei, über das Benehmen amerikanischer Soldaten in einem georgischen Hotel.
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In Georgien gibt es ein einziges Stalin-Denkmal, in seiner Geburtsstadt Gori, das bereits zu Stalins Lebzeiten errichtet wurde. Der Versuch, Das Denkmal abzumontieren, wurde von der georgischen Zentralregierung 1990-1991 mehrmals vorgenommen und ist am Widerstand des örtlichen Stadtrates gescheitert, da die Lokalvertreter glaubten ihre Stadt ziehe gerade wegen Stalin-Denkmal und -Haus viele Touristen an.
In Russland hingegen stehen mehrere Stalin-Denkmäler in vielen Städte. Das eine in Wolgograd (ehemalige Stalingrad) habe ich selber gesehen. Es ist ein monumentales Bauwerk im Stil des Sozialistischen Realismus. Es wurde anfang 90-er Jahre (!!!) errichtet.
Außerdem gilt Stalin in Russland als Held, der sein Land vor jüdisch-freimaurerischen Verschwörung (sic!) gerettet habe. Das steht sogar in einem Schulbuch, das vom russischen Bildungsministerium abgesegnet wurde. Viele Russen denken, dass die "Große Säuberung" nichts anderes war als der legitime Völkermord an den Juden, um das heilige Russland von unpatriotioschen und subversiven Elementen zu befreien. Falls Sie des russischen mächtig sind, können Sie hier nachlesen:
http://scepsis.ru/library/id_2.html
Aber Sie müssen mir natürlich nicht glauben, Sie verfügen anscheinend über fundiertes Wissen über die USA, Russland und Georgien, was ich bereits aus ihrem Beitrag entnehmen konnte.
"Weder für Judenpogrome des Nikolaus II., noch für stalinistisches Verbrechen, noch für die Besatzung baltischer Staaten nach dem zweiten Weltkrieg, finden die meisten Russen kritische Worte."
Wissen Sie etwa nicht, dass Stalin Georgier war? Wissen Sie nicht, dass statt Kritik überall in Georgien seine Denkmäler stehen? In Russland stehen heutzutage keine mehr. Wieso wollen Sie, dass gerade die Russen das kritisieren, was Georgier bis heute so glühend verehren?
"Hingegen habe ich keinen Deutschen kennengelernt, der den Holocaust relativiert und auch keinen Amerikaner, der die Rassentrennung gut findet"
Dann wissen Sie nicht viel über die USA, oder tun so als ob.
Bin sehr amüsiert durch den Beitrag des In Kaliningrad weltberühmten Schrisftstellers Jewgenij Grischkowez, der sogar nach Georgien gereist ist und sich in Tiflis in einem vornehmen Hotel aufgehalten hat. Offensichtlich fühlt sich der Schriftsteller durch den Satz des George F. Kennan in seinem Nationalstolz verletzt. In der Bemühung die russische Aggression zu relativieren, gibt er Vollgas und tritt letztendlich voll in den Mist.
Putin sieht also den Krieg in Georgien als einen Bürgerkrieg an. Vielen Dank für diese Einschätzung Herr Grischkowez, Sie haben noch einmal klar gemacht, dass Russen uns immer noch als ihre Landsleute betrachten, obwohl Georgien seit 1991 unabhängig ist. Vielleicht spricht man so nicht über die Feinde, aber sicher über die Vasallen. Genau das ist der Knackpunkt der ganzen Sache: Georgien ist aktuell ein Feind Russlands, aber Putin und Grischkowez wollen es zum Vasallen haben und weil Georgier diese liebevolle Umarmung des großen Bruders ablehnen, werden sie von Russen massakriert (wie 1993 in Abchasien), vertrieben und ihrer Territorium beraubt.
Übrigens ist die große Bruderliebe zwischen Russen und Georgiern eine Mär: ich persönlich und die meisten Georgier, die ich kenne, machen einen großen Bogen um jeden nationalistischen Russen, der so denkt, wie Herr Grischkowez. Mir sind nur wenige Russen begegnet, die die imperialistische Politik ihres Landes verurteilen und die Geschichte Russlands nicht nur aus russich-nationaler Sicht sehen. Weder für Judenpogrome des Nikolaus II., noch für stalinistisches Verbrechen, noch für die Besatzung baltischer Staaten nach dem zweiten Weltkrieg, finden die meisten Russen kritische Worte. Hingegen habe ich keinen Deutschen kennengelernt, der den Holocaust relativiert und auch keinen Amerikaner, der die Rassentrennung gut findet. Deshalb ist mir in Tiflis jeder amerikanischer Soldat mit oder ohne Paradeuniform lieber, als ein Herr Grischkowez.
Doch könnte man. Die Rangabzeichen der Luftwaffe sehen etwas anders aus, als die der Landstreitkräfte. Mit "Raketeneinheiten" sind warscheinlich Fla-Raketenbatterien gemeint, die ebenfalls der Luftwaffe unterstehen.
In Russland gab und gibt es garantiert im Rahmen der Ausbildung auch Einweisungen, was die Aufnäher am Ärmel des Gegners zu bedeuten haben. Der russische Soldat dürfte sich damit besser auskennen, als jeder deutsche Journalist.
sind quer durch die ganze Welt nur sehr wenige übriggeblieben. ............
und die werden gut dafür bezahlt - das gilt allerdings nur solange, bis der Pappkamerad seine Aufgabe erfüllt hat und Anlass gibt, dass dem Big Business noch bessere Einnahmequellen zu sichern... siehe Freund Saddam.
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