Die EU hatte den Dialog über ein neues Partnerschaftsabkommen als Reaktion auf die Besetzung Georgiens Anfang September eingefroren. Wegen Achalgori sperrte sich Litauen bis zuletzt gegen die Wiederaufnahme der Gespräche. Am Ende musste es sich dem Druck fügen.
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Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew befürwortet weiterhin die Stationierung von Kurzstreckenraketen im Gebiet Kaliningrad. (© Foto: dpa)
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Auch Georgien fordert Standhaftigkeit im Umgan mit Russland. Aber die eskalationsfreudige Regierung in Tiflis hat ihre Unschuld am Kriegsausbruch bis heute nicht beweisen können.
So wird Dmitrij Medwedjew in Nizza erneut für eine neue euroatlantische Sicherheitsarchitektur werben, die noch wolkig wirkt und vor allem gegen die Nato zielt. Und er wird mit einigem Recht darauf hinweisen, dass die bisherigen Instrumente der Prävention und Deeskalation im Kaukasus gescheitert sind.
Dass Armenien und Aserbaidschan sich auf Druck Russlands plötzlich wieder zu Gesprächen über den Karabach-Konflikt bequemen, dürfte mindestens so viel mit Einsicht zu tun haben wie mit dem Respekt vor Russlands neuen Spielräumen. Etwas anderes als eine Großmachtrolle wird Russland nicht mehr akzeptieren.
Aber Moskau hat am Vorabend des Gipfels ja nicht nur gedroht, sondern auch nachgegeben. Einer der zähesten Streitpunkte beispielsweise ist die Erhöhung russischer Ausfuhrzölle auf Holz. Von Januar an will Russland diese eigentlich um mehr als das Dreifache erhöhen, von 15 auf 50 Euro pro Kubikmeter. Für die skandinavische Holzwirtschaft, die russisches Holz zu Papier, Baumaterial oder Zellulose verarbeitet, wäre das ein herber Schlag, in Europa würden die Papierpreise explodieren.
Zudem würde sich Russland damit den Beitritt in die Welthandelsorganisation versperren. Nun aber hat Wladimir Putin die Einführung der Zölle aufgeschoben, vielleicht für neun Monate, vielleicht für ein Jahr.
Gemeinsam durch die Krise
Auch Russland legt plötzlich nämlich wieder viel Wert auf die europäische Partnerschaft. Nach dem Georgienkrieg hatte sich Russland in die Selbstisolation begeben. Die Finanzkrise aber lässt Europa wieder zusammenrücken.
Allein im Oktober sind aus Russland 50 Milliarden Dollar Kapital abgeflossen; die schwindende Begeisterung für die milliardenteure Nord Stream-Pipeline mag am Ende weniger Drohung als finanzielle Not sein. Auswege aus der Finanzkrise werde man nur gemeinsam finden, sagte Medwedjew in einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Figaro: "Russland ist ein fester Bestandteil Europas. Wir wollen eine so enge Partnerschaft wie irgend möglich".
Dass er möglicherweise Kurzstreckenraketen in Kaliningrad und damit an der Grenze zu den EU-Staaten Litauen und Polen installieren möchte, ist für ihn kein Widerspruch. Diese wären, wie Medwedjew in seiner Rede an die Nation dargelegt hat, einzig die Antwort auf den geplanten US-Raketenschild in Polen und Tschechien.
Würde Amerika diese Pläne aufgeben, gäbe es keine Iskander-Raketen in Kaliningrad, so Medwedjew. Amerika überzeugt das nicht. US-Verteidigungsminister Robert Gates lehnte Moskaus Handel bei einem Nato-Treffen in Tallinn ab: Russlands Raketenpläne seien "kaum die Begrüßung, die eine neue amerikanische Regierung verdient".
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(SZ vom 14.11.2008/akh)
Freundschaft zwischen den Geschlechtern
. . . schaun Sie sich mal die Landkarte an und. . . denken Sie mal darüber nach, was die Stäbler und Planer beim Militär so den lieben langen Tag treiben und tun . . . richtig, planen, Sandkastenspiele . . . und so wie der Herr aus Tiflis gestrickt ist, konnten sie nun wirklich auch ein Plänchen machen, für den Fall, das er ausrastet und in die Falle tappt . . . Brillant.
Genau! Und Saakaschiwlli ist in Wahrheit eigentlich ein russischer Maulwurf, der auf Bestellung Russland´s Ossetien überfiel!! Alles klar! :-)
Sie, Vivianne schreiben um 14:04 von einen Anonymus . . . muss wohl wieder die Sehschwäche sein. Die scheint seit 15:03 vorüber Glückwunsch.
"Kaltblütig mit Kalkül" meinen Sie . . . aha, verraten Sie auch noch, worin dieses Kalkül besteht. Das was Sie als "Kalkül" bezeichnen, ist eher mit "Schwachsinn" zu beschreiben. Schwachsinn deshalb, weil ein Blick auf die Landkarte und ein Blick auf die beiderseits vorhandenen personellen, wirtschaftlichen, industriellen und vor allem militärischen Ressourcen einem Menschen ohne Sehschwäche zeigen, dass das Unterfangen des Herrn aus Tiflis von vorneherein zum scheitern verurteilt war dass Russland schweigend zusehen würde, konnte er nicht wirklich hoffen, nicht nach den jahrelangen wechselseitigen Provokationen und Gezerre. Und auf Waffenhilfe aus dem Westen konnte Tiflis auch nicht wirklich hoffen schon gar nicht, nachdem sich neben anderen DE einige Monate zuvor hinsichtlich des Nato-Beitritts gesperrt hat. Also, worin besteht Ihrer Meinung nach das Kalkül?
Als dann auch noch am gleichen Tag die Russenpanzer rollten, Ossetien durchstießen und in Georgien einmarschierten, war jedem verständigen Beobachter ersichtlich, dass das russische Militär sehr gut vorbereitet war und "Gewehr bei Fuß" stand ein so schneller Panzerraid ist nämlich nicht so nebenbei oder aus dem Stand heraus möglich. Und merke: Panzer und der dafür nötige umfangreiche Tross stehen nicht einfach so in der Gegend rum, schon gar nicht einige Hundert Panzer (300 sollen's gewesen sein). Nöö, die standen bereit und warum? Weil' s im Kreml einen Plan und diesbezügliche Vorbereitungen gab. Ja, da kann man von Kalkül sprechen. Und bemerkenswert kaltblütig haben die Russen die Gunst der Stunde genutzt und einen - von vermutlich mehreren - Eventualplan umgesetzt.
werter Freund, treffender kann man es nicht formulieren - Danke.
Unsere Rede - Die Landeseigenen Vertreter können oder wollen eben nicht zuhören.
Zudem sind sie ja auch etwas überfordert in letzter Zeit...
Hoffen wir das sich diese Situation schnelll, sehr schnell ändert.
Und wenn wir (Deutsche) über eine Pipeline direkt mit Rußland verbunden werden, und Polen sowie die baltischen Staaten und die Ukraine davon ausgeschlossen werden, so ist das ebenso unsere Entscheidung. Sie sehen, Nicht-Konsultieren und Nicht-Absprechen funktioniert auch in die andere Richtung. Mal davon angesehen, daß Deutschland sowieso am längeren Hebel sitzt und Polen sich mehr schadet, als es sich hilft bei seinem Amoklauf.
Paging