Russland Nemzow-Mörder zu 20 Jahren Straflager verurteilt

Boris Nemzow wurde 2015 ermordet.

(Foto: AP)
  • Im Prozess um die Ermordung Nemzows sind die fünf Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt worden.
  • Der Kreml-Kritiker war am 27. Februar 2015 erschossen worden.
  • Der frühere Vize-Ministerpräsident war einer der prominentesten Widersacher von Präsident Putin.

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass Boris Nemzow auf einer Brücke über der Moskwa in Sichtweite des Kreml erschossen wurde. Nun sind fünf Männer aus Tschetschenien und Inguschetien wegen des Mordes an dem russischen Oppositionellen verurteilt worden.

Ein Moskauer Gericht legte das Strafmaß für den Todesschützen mit 20 Jahren Straflager fest. Die vier Komplizen erhielten Haftstrafen zwischen 11 und 19 Jahren, wie die Agentur Tass meldet. Die Männer, die alle aus Tschetschenien und Inguschetien stammen, hatten sich im Prozess für unschuldig erklärt. Weil einer von ihnen damals in einem Bataillon des tschetschenischen Innenministeriums diente, wurde der Fall vor einem Militärgericht verhandelt.

Zudem belegte der Richter die fünf Angeklagten mit Geldstrafen von jeweils 100 000 Rubel (knapp 1500 Euro). Die Staatsanwaltschaft hatte für den Todesschützen lebenslange Haft beantragt, für die Mitangeklagten 17 bis 23 Jahre.

Nemzow war am 27. Februar 2015 erschossen worden. Der frühere Vize-Ministerpräsident war einer der prominentesten Widersacher von Präsident Wladimir Putin und ein scharfer Kritiker von dessen Ukraine-Politik. Nemzow war der ranghöchste Politiker, der seit Beginn der ersten Amtszeit Putins als Präsident vor 17 Jahren ermordet wurde.

Die Anklage war von einem Auftragsmord ausgegangen, Nemzows Familie vermutet die Hintermänner in der tschetschenischen Führung.

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