Die massive internationale Kritik hat bislang nichts bewirkt: Seit über vier Jahren sitzt der frühere russische Ölmagnat und Kremlkritiker Michail Chodorkowski im Gefängnis. Jetzt muss er mit einem weiteren Prozess rechnen.

Der frühere russische Ölmagnat und Kremlkritiker Michail Chodorkowski muss nach Angaben seiner Anwälte mit einem weiteren Prozess rechnen.

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(© Foto: AP)

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Die Staatsanwaltschaft habe dies dem Ex-Eigentümer des Ölkonzerns Yukos an seinem 45. Geburtstag mitgeteilt, sagten Chodorkowskis Anwälte am Montag in Moskau. Wie in der Vergangenheit gehe es um den angeblichen Diebstahl von Rohöl und Geldwäsche. Chodorkowski verbüßt seit Herbst 2005 eine achtjährige Gefängnisstrafe in einem sibirischen Lager. Menschenrechtler fordern seit langem eine Begnadigung des Unternehmers.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die russische Justiz wegen vermuteter Geldwäsche gegen den verurteilten Chodorkowski ermittelt. Nach Ansicht der Opposition standen wirtschaftliche und politische Interessen hinter der Verurteilung des einst reichsten russischen Geschäftsmannes. Chodorkowski hatte die Opposition unterstützt.

Sein Konzern Yukos war nach massiven Steuernachforderungen zerschlagen und an staatliche Konkurrenten verkauft worden. Ein Moskauer Gericht hatte ihn 2005 wegen Steuerhinterziehung und Betrugs verurteilt. Die Bundesregierung setzt sich im Fall des Regierungskritikers für Hafterleichterungen ein.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte bei seinem Russlandbesuch Mitte Mai in St. Petersburg einen Anwalt Chodorkowskis getroffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Anfang März in Moskau, sie begrüße eine Begnadigung Chodorkowskis, der bereits mehr als vier Jahre Gefängnis und Untersuchungshaft hinter sich hat.

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(sueddeutsche.de/dpa/aho)