Wo der Konkurrent von Präsident Wladimir Putin bei der anstehenden Wahl abgeblieben ist, liegt immer noch im Dunkeln. Jetzt sucht die Polizei einen seiner Mitarbeiter, weil er Unteschriften für die Kandidatur Rybkins gefälscht haben soll.

Viktor Fedoruk sei zur Fahndung ausgeschrieben, weil "ein Teil" der für Rybkin gesammelten zwei Millionen Unterschriften gefälscht sei, meldete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Montag unter Berufung auf eine Gerichtssprecherin. Über Rybkins Verbleib herrschte weiter Rätselraten.

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Der frühere Parlamentspräsident, der bei der Wahl im März jüngsten Umfragen zufolge mit etwa einem Prozent der Wählerstimmen rechnen könnte, war am Donnerstagabend spurlos verschwunden. Der liberale Politiker wird von einem der schärfsten Gegner von Präsident Wladimir Putin unterstützt, dem im Londoner Exil lebenden Multimillionär Boris Beresowski.

Mordermittlungen wieder eingestellt

Die Moskauer Staatsanwaltschaft leitete am Montag Ermittlungen wegen Mordes ein, stoppte sie kurz darauf aber wieder. Später versicherte das Mitglied im Sicherheitsausschuss der Duma, Gennadi Gudkow, der Nachrichtenagentur Interfax, Rybkin halte sich zur Kur im Bezirk Odinzewo westlich von Moskau auf. Das Kurheim selbst wies die Berichte im Radio "Moskauer Echo" wieder zurück, und auch ein Polizeisprecher versicherte, Ermittlungen in diese Richtung hätten nichts ergeben.

Rybkins Verschwinden wurde erst bekannt, nachdem er am Samstag als einer von sieben Kandidaten für die Präsidentenwahl am 14. März registriert worden war. Wie Beresowksi der russischen Zeitung "Kommersant" berichtete, hatte ein Sprecher des Sicherheitsrats noch am Samstag Rybkins Frau Albina zugesichert, dass ihr Mann am Montag unbeschadet wieder auftauchen werde.

Ein hochrangiger Vertreter der Moskauer Polizei versicherte am Morgen ebenfalls gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, Rybkin sei "noch am Leben". Offenbar auf Veranlassung der Generalstaatsanwaltschaft musste die Moskauer Staatsanwaltschaft ihr Mordverfahren nach nur einer Stunde wieder einstellen. Eine Sprecherin des Generalstaatsanwalts sagte dazu, es gebe derzeit keinerlei Hinweise auf eine Ermordung des Politikers. Kurze Zeit später befragten die Moskauer Ermittler auch Rybkins Frau nach dem Verbleib ihres Mannes.

Spekulationen über Verbleib Rybkins

Statt Informationen blühten am Montag die Spekulationen. Gudkow, der für die Kreml-Partei "Einiges Russland" im Parlament sitzt, sagte, er sei sich "zu 99 Prozent sicher, dass es sich nur um einen weiteren PR-Coup Beresowskis handelt". Der Leiter der Zentralen Wahlkommission, Alexander Weschnjakow, versicherte am Wochenende im Fernsehen, er habe "seine ganz persönliche Ansicht" zu Rybkows Schicksal, wolle sich öffentlich aber nicht äußern. Beresowski hatte die Partei "Liberales Russland" 2002 ins Leben gerufen, doch schon ein Jahr später spaltete sie sich in Anhänger des umstrittenen Multimillionärs und seine Gegner. Beide Lager behielten den Namen.

Im vergangenen April wurde der Chef des abtrünnigen Flügels, Sergej Juschenko, vor seiner Moskauer Wohnung ermordet. Am Montag begann der Prozess gegen sechs Verdächtige, von denen einer laut den russischen Agenturen voll und zwei weitere teilweise geständig waren. Als Motiv wurden parteiinterne Machtkämpfe angegeben.

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(AFP)