Nur zwei Tage nach dem Terroranschlag im Norden Tschetscheniens sind bei einem neuen Attentat in der russischen Teilrepublik mindestens 20 Menschen getötet worden. Auf einem muslimischen Fest mit tausenden Gläubigen zündete eine Selbstmord-Attentäterin eine Bombe.
Die Gewalttat richtete sich allem Anschein nach wieder gegen die Tschetschenien-Politik von Präsident Wladimir Putin. Der Anschlag galt dem vom Kreml eingesetzten Verwaltungschef Kadyrow. Während vier seiner Leibwächter starben, überstand Kadyrow die Explosion unversehrt.
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Die Mehrzahl der Opfer in der Ortschaft Ilaschan-Jurt östlich der Hauptstadt Grosny waren ältere Menschen. Dutzende Menschen erlitten Verletzungen. Sie wurden mit Krankenwagen und Privatautos in umliegende Krankenhäuser gebracht.
"Als ein Gebet gesprochen wurde, kam die Frau angelaufen und sprengte sich in die Luft", sagte der tschetschenische Vize-Regierungschef Mowsar Chamidow der Nachrichtenagentur Interfax.
Das von etwa 15.000 Menschen besuchte religiöse Fest am Geburtstag des Propheten Mohammed war von der Kremlpartei "Geeintes Russland" mitorganisiert worden.
Die Selbstmord-Attentäterin trug nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen ähnlichen Sprengstoffgürtel wie die tschetschenischen Terroristen bei dem Überfall auf das Moskauer Musical-Theater "Nordost" im vergangenen Oktober. Bei der Erstürmung durch die Polizei waren damals insgesamt 170 Geiseln und Terroristen getötet worden.
Nach dem Bombenanschlag am Montag auf mehrere Wohnhäuser und Polizeigebäude in der nordtschetschenischen Ortschaft Snamenskoje stieg die Zahl der Todesopfer auf 59. Zahlreiche Schwerstverletzte wurden weiterhin in Krankenhäusern behandelt.
(sueddeutsche.de/dpa)
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