Die Amerikaner wollen die Verantwortung für die Sicherheit in dem Land möglichst bald auf die Iraker übertragen. Um bewaffnete Sicherheitskräfte aufstellen zu können soll die Überprüfung und Rekrutierung ehemaliger irakischer Soldaten vom Rang eines Oberstleutnants abwärts beschleunigt werden, so der US-Verteidigungsminister.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat angesichts der prekären Sicherheitslage in Irak mit führenden Vertretern der US-Besatzungsmacht in Bagdad über den Aufbau einer irakischen Armee beraten.

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Zur Erhöhung der Sicherheit im Land seien mehr irakische Truppen erforderlich, sagte Rumsfeld am Donnerstag. Derzeit arbeiten mindestens 50.000 Iraker als Soldaten, Polizisten oder zivile Sicherheitskräfte.

Wie die Washington Post berichtet, ermutigte Rumsfeld die amerikanische Verwaltung im Irak und die Mitglieder des Regierungsrates, die Rekrutierung und Überprüfung von Tausenden ehemaliger irakischer Offiziere zu beschleunigen.

Um die Last der Verantwortung für die Sicherheit in dem Land von der US-Armee auf die Iraker zu übertragen, sollten für die irakischen Streitkräfte vom Rang des Oberstleutnants abwärts neue Soldaten angeworben werden, sagte Rumsfeld.

Innerhalb von Monaten könnte die Zahl der Iraker unter Waffen auf 100.000 Mann anwachsen.

Ein ranghoher Vertreter der US-Regierung sagte, innerhalb eines Jahres solle die irakische Armee 12.000 Soldaten umfassen. Aus den Überresten der irakischen Streitkräfte sollten insgesamt 40.000 Soldaten rekrutiert werden.

Der US-Geheimdienst CIA und die US-Übergangsverwaltung arbeiteten zudem an einem Plan für den Aufbau eines irakischen Geheimdienstes.

Rumsfeld sprach bei seinem überraschenden Besuch in Bagdad mit US-Zivilverwalter Paul Bremer und dem Oberbefehlshaber der US-Truppen in Irak, General Ricardo Sanchez.

Die Sicherheitslage in Irak nannte der Pentagon-Chef ernst, aber keineswegs überwältigend. Seit dem Sturz von Saddam Hussein gebe es "messbare Fortschritte". Auf Fragen, wieviel militärische Verantwortung die USA bereit seien, abzugeben, verwies Rumsfeld auf die anstehende Debatte im UN-Sicherheitsrat.

In der Absicht seiner Regierung, ein neues UN-Mandat für Irak zu bekommen, sehe er keine Kehrtwende in der Irak-Politik. Er verwies darauf, dass die USA in Irak von 29 Ländern unterstützt würden.

(sueddeutsche.de/AFP)

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