Bei einer Stichwahl im rumänischen Dorf Voinesti hat sich der langjährige sozialdemokratische Bürgermeister gegen den liberalen Herausforderer durchgesetzt - und das, obwohl er bereits gestorben war.

Im rumänischen Dorf Voinesti ist ein Toter zum Bürgermeister gewählt worden. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete, war der 58-jährige Kandidat am Wahltag gestorben. Die lokalen Behörden und die Bürgerrechtsorganisation Pro Democratia hatten daraufhin das Zentrale Wahlbüro in Bukarest verständigt.

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Doch dieses entschied, dass die Wahl planmäßig weitergehen solle, da ein solcher Fall im Gesetz nicht vorgesehen sei. Obwohl das Ableben des 58-Jährigen sich im Lauf des Tages in dem Dorf herumsprach, bekam der Tote, der langjährige sozialdemokratische Bürgermeister 1051 Stimmen, 43 mehr als sein liberaler Gegenkandidat.

Bei den landesweiten Stichwahlen am Sonntag in Rumänien errangen die oppositionellen Sozialisten (PSD) die meisten Bürgermeisterposten. In der Hauptstadt Bukarest verloren die bürgerlich-liberalen Kräfte erstmals ihre Hochburg.

Bürgermeister wird der parteilose Politiker Sorin Oprescu, der von Ion Iliescu unterstützt wird, dem PSD-Ehrenvorsitzenden und ersten Nachwende- Präsidenten Rumäniens. Oprescu war aus der PSD ausgetreten, weil diese ihn nicht als Kandidaten aufstellen wollte. Nun erwarten viele Beobachter, dass Iliescu erneut die Macht in der PSD übernimmt.

Zudem mehren sich die Spekulationen darüber, ob die PSD bei einem ähnlichen Erfolg bei der Parlamentswahl in diesem Herbst eine Koalition mit der Nationalliberalen Partei (PNL) von Ministerpräsident Calin Popescu Tariceanus schließt. Tariceanus PNL war bei der Kommunalwahl drittstärkste Kraft.

Der Premier liegt mit Präsident Traian Basescu im Streit und betrachtet dessen Mitte-Rechts-Partei PD-L als Hauptgegner. Tariceanu regiert seit mehr als einem Jahr ohne sichere parlamentarische Mehrheit, informell toleriert von der PSD.

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(dpa/dpa)