Der Bundessicherheitsrat kontrolliert und koordiniert die deutsche Sicherheitspolitik und entscheidet über Rüstungsexporte. Neben Kanzlerin Merkel sitzen ihr Amtschef Ronald Profalla und sieben Minister in dem Gremium. Der Rat tagt geheim - und unterliegt keiner parlamentarischen Kontrolle.

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Im Rüstungsexportbericht für 2007 erklärt die Bundesregierung: "Die effektiven Ausfuhren von Kriegswaffen betrugen im Berichtsjahr 1,1 Mrd. €. Der Anteil an Ausfuhren in EU-, Nato- und Nato gleichgestellten Länder belief sich auf ca. 75 Prozent. Der Anteil der klassischen Entwicklungsländer an diesen Ausfuhren ist 2007 auf ca. 1,1 % zurückgegangen." Wie es in den Jahren 2008 und 2009 aussieht, berichtete die Regierung noch nicht. (© Screenshot: sueddeutsche.de, Quelle: Bundeswirtschaftsministerium)

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Dagegen regt sich nun zunehmend Kritik. "Der Bundestag muss, wie es in anderen Ländern und Parlamenten ja Standard ist, endlich das Recht bekommen, die Bundesregierung in Sachen Rüstungsexporte zu kontrollieren", forderte etwa Grünen-Chefin Claudia Roth.

Der Verteidigungspolitiker der Partei, Alexander Bonde, stellt die Bewertungskriterien der Bundesregierung in Frage. "Der Sipri-Bericht verdeutlicht, dass die Regierung Rüstungsexportgenehmigungen zuerst industriepolitisch bewertet und damit gegen die eigenen Rüstungsexportrichtlinien verstößt", sagte er zu sueddeutsche.de.

Bei der Lieferung von Waffen müsse aber eine verantwortungsvolle Abwägung vorangehen, bei der nur sicherheits- und friedenspolitische Auswirkungen eine Rolle spielen dürften. Auch Bonde fordert deshalb, das Parlament bei der Entscheidungen über Rüstungsexporte einzubeziehen.

Der aktuellste Bericht: aus dem Jahr 2007

Friedensforscher Brzoska geht diese Forderung zu weit, schließlich sei Außenpolitik nun mal Sache einer Regierung. "Die Entscheidungen müssen aber transparenter werden." Brzsoka fordert, dass Bundestagsausschüsse oder Vertreter aus dem Bundestag regelmäßig auch vorab informiert werden müssen, um in kritischen Fällen Diskussionen anregen zu können.

Ähnlich sieht das auch Hans-Peter Bartels. Der SPD-Verteidigungspolitiker fordert, das Parlament umgehend zu informieren, sobald eine Genehmigung erteilt ist.

Das wäre schon ein gewaltiger Fortschritt. Bislang erfahren Abgeordnete oft aus den Medien von Rüstungsdeals.Offiziell werden sie über den Rüstungsexportbericht informiert. Die aktuelle Ausgabe beleuchtet das Jahr 2007.

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  2. Sie lesen jetzt Parlament ohne Kontrolle
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(sueddeutsche.de/gba)