Trotz Ölpest im Golf vom Mexiko bleibt das Verbot von Tiefseebohrungen außer Kraft - die Begründung sei nicht überzeugend, hieß es. Florida will nun im Alleingang die Ölförderung vor seiner Küste untersagen.
Das von US-Präsident Barack Obama wegen der Ölpest im Golf von Mexiko verhängte Verbot neuer Tiefseebohrungen bleibt weiter außer Kraft. Das entschied ein Berufungsgericht am Donnerstag in New Orleans. Es bestätigte damit ein Urteil, nach dem das von Obama verfügte sechsmonatige Moratorium rechtlich nicht ausreichend begründet und zu umfassend ist.
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Kann ein Verbot gegen Ölbohrungen auf hoher See nicht durchsetzen: US-Präsident Barack Obama (© Reuters)
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Das Berufungsgericht wies den Widerspruch der US-Regierung gegen das Urteil zurück, weil sie nicht glaubhaft darstellen konnte, dass neue, bereits genehmigte Bohrungen "die Gefahr eines nicht-reparierbaren Schadens" im Golf von Mexiko darstellten.
Gegen die staatlich verhängte Zwangspause waren Vertreter mehrerer Unternehmen aus der Ölbranche vor Gericht gezogen. Die Firmen, die Schiffe und andere Ausrüstung für die Bohrinseln liefern, befürchten massive wirtschaftliche Einbußen und argumentierten, die Regierung habe keine Beweise dafür, dass die Bohrungen eine Bedrohung für den Golf darstellten. Ein Bundesrichter hatte ihrem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Bohrstopp daraufhin stattgegeben.
Die US-Regierung hatte nach der juristischen Schlappe vor zwei Wochen weiter an einem Verbot von Tiefsee-Bohrungen festgehalten und Widerspruch gegen den Gerichtsentscheid eingelegt. Innenminister Ken Salazar hatte zudem umgehend ein neues Moratorium angekündigt. Dort sollen die Gründe ausführlicher dargelegt werden.
Die Obama-Regierung hatte Ende Mai unter dem Eindruck der BP- Ölkatastrophe neue und auch bereits genehmigte Bohrvorhaben in Gewässern tiefer als 150 Meter für ein halbes Jahr stoppen lassen. In dieser Zeit soll eine spezielle Kommission die Ursachen für den Untergang der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon ermitteln und Konsequenzen aus dem Unglück vorschlagen.
Florida mit eigener Initiative
Florida prescht mit einer eigenen Initiative vor: Die Regierung des US-Bundesstaates will angesichts der Ölpest vor seiner Küste ein Verbot von Bohrungen vor der Küste in der Landesverfassung verankern. Gouverneur Charlie Crist berief am Donnerstag für den 20. Juli eine Sondersitzung des Kongresses ein. Sollten beide Kammern eine entsprechende Änderung verabschieden, würde diese Anfang November den Wählern vorgelegt werden.
Zwar sind Öl-Bohrungen in den Küstengewässern Floridas bereits durch ein Landesstatut verboten. Dies könnte jedoch zu leicht aufgehoben werden, sagte Crist. Die Ölpest bedroht die Tourismus-Industrie Floridas, deren Volumen sechs Milliarden Dollar im Jahr erreicht.
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(dpa/AFP/AP/odg/juwe)
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@Sindimindi schreibt USA - das Land der unbegrenzten D.u.m.m.heit!
Diesem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen und trifft den Nagel auf den Kopf.
WALL Street und Mineralölindustrie ist eben in den USA "kein Kraut gewachsen"!
Aber die US-Wähler werden es bei den anstehenden Herbts-Wahlen NICHT diesen übermächtigen Kreisen anlasten, d.h. auch nicht den Republlikanern, sondern den Demokraten und damit OBAMA!
OBAMA weiss das natürlich auch, musste es eigentlich bereits wissen, als er sich um sein derzeitiges Amt bewarb! Weshalb er es trotzdem anstrebte, kann jedenfalls ich mir nur noch mit übergrosser, ja vielleicht sogar "messianischer" NAIVITÄT dieses klugen Mannes erklären!
Schon jetzt bin ich gespannt, ob OBAMA nach dem Ende seiner ersten und vermutlich einzigen Amtsperiode uns und besonders seine Gegner einmal wissen lassen wird, weshalb er trotzdem - von den wirklich Mächtigen allzu abhängiger - Präsident werden wollte!
...wird daran wenig ändern können", schrieben Sie.Mit Verlaub, auf welcher Wolke schwebten Sie während des Wahlkampfes? Da war da doch der absolute Opportunismus dieses Präsidenten mit seinen 180-Grad-Wendungen schon abzusehen. Viele glaubten ein Weilchen (weil sie es glauben wollten), Obama sei etwas anderes als nur ein Politiker.Was für ein Maulheld Obama ist, zeigt sich doch unter vielem anderen an Guantanamo.
Zur obigen Sache: Im Mai noch hat Obama seinen Innenminister Ken Salazar lauthals öffentlich gerügt, weil der gegen BP wetterte. (Nach Obama: Ken Salazar sei "zu antagonistisch").Dann lief die Ölpest im Golf aus dem Ruder, allenthalben wurde in der öffentlichen Meinung vermerkt, dies sei Obamas "Katrina", der Präsident sei zu lax, er handle nicht, er reagiere nur, und selbst das zu spät. Und wetterwendisch wie er nun einmal ist, seine "Führung" an den jeweiligen Beliebtheitsskalen ausrichtend, mimt er seither den starken Mann.
Das Grundübel - den exzessiven Energieverbrauch in den USA - geht er aber nicht an.Zur Zeit ist im Nordosten der USA eine unglaubliche schwüle Hitzewelle.(35 Grad im Schatten mit 80% Luftfeuchtigkeit). Aber jetzt ist die Zeit für Pullover, weil überall die Gebäude so heruntergekühlt werden wie das Dreisternekühlfach eines deutschen Kühlschranks.Im Winter dagegen läuft man halbnackt herum und öffnet die Fenster zur Temperaturregelung (Thermostaten weithin unbekannt). Und die Soldaten sterben fürs Öl, die Umwelt verreckt an der Ölpest und den sonstigen Folgen der Energiegewinnung.Obama? Forget it!
Die Begründung des Gerichts ist zynisch. Wie kann eine Regierung etwas glaubhaft darstellen, wenn die Ölgesellschaften nicht von unabhängingen Behörden kontrolliert werden und die Chefs, wie im Falle BP, jedes Risiko eingehen, um die teuren Tiefbohrungen billiger zu machen. Wenn dann die Natur kaputt ist, geht man halt am nächsten Tag Golf spielen. Eigentlich für Obama ein sehr guter Grund, die Kontrollen endlich zu verschärfen und den unverantwortlichen Managern stärker auf die Finger zu schauen. Dann kann er beim nächsten Mal bessere Gründe vorlegen und auch solch ein Gericht hat dann wohl nicht mehr so leichtes Spiel, sich ein paar Zusatzdollars zu verdienen.
Yes, we can't
- ebenso wie bei den anderen Baustellen von Mr. President.
Was war da noch mal mit Guantanamo?
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