Thüringens Ministerpräsident fühlt sich "fit": Knapp vier Monate nach seinem Skiunfall hat Dieter Althaus die Regierungsgeschäfte wiederaufgenommen - und Schuld eingestanden.
Genau 110 Tage nach seinem Skiunfall hat der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus seine Amtgeschäfte wiederaufgenommen. Auf einer Pressekonferenz sagte der CDU-Politiker am Montag in Erfurt, der Unfall am Neujahrstag in Österreich vor dreieinhalb Monaten habe sein Leben nachhaltig verändert.
Er war lange Zeit Hoffnungsträger der CDU in den neuen Bundesländern. Doch der Skiunfall am Neujahrstag überschattet nun seine politische Karriere. (© Foto: AP)
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An den Skiunfall habe er weiterhin keine Erinnerung. Dennoch bekenne er sich zu seiner Schuld. "Aus dem Gutachten, das vorliegt, ergibt sich, dass ich die Schuld trage. Das belastet mich. Und ich trage schwer daran."
Jetzt aber sei konsequentes Handeln wichtig, und dem werde er sich in den nächsten Tagen und Wochen weiter widmen. "Ich fühle mich fit, ich fühle mich gut", sagte Althaus. Er habe einiges dafür getan, dass er sein Amt wieder in vollem Umfang ausführen könne. Bereits für Freitag kündigte der Thüringer Ministerpräsident Gespräche mit Opel über die Zukunft des Automobilwerks in Eisenach an.
Der dortige Opel-Standort sei von besonderer Bedeutung und ein Beweis für den Erfolg der deutschen Einheit. Das Werk sei revitalisiert worden und habe Zukunft gewonnen. Dennoch mache die Krise beim Mutterkonzern General Motors Sorgen. Die Landesregierung sei in engem Kontakt sowohl mit der Unternehmensführung als auch dem Betriebsrat. Sie wolle "helfen, dass der hochproduktive Standort Eisenach eine gute Zukunft hat". Der Markterfolg sei unbestritten.
Unterstützungspaket für Opel angekündigt
Althaus sagte, er habe selbst Gespräche mit Daimler-Chef Dieter Zetsche geführt, die aber leider nicht erfolgreich abgeschlossen worden seien. Aber die Suche nach Investoren gehe weiter.
Das Land habe Opel ein Unterstützungspaket angeboten. Das Gespräch am Freitag werde mit Opel-Chef Hans Demant geführt. Althaus betonte, er hoffe auf weitere positive Absprachen. Die Technologieentwicklung müsse verstärkt werden.
Der Erfurter Regierungschef räumte auch in seinem Land wachsende Arbeitslosigkeit ein. Dennoch sei Thüringen immer noch Spitzenreiter unter den neuen Ländern. Althaus sprach aber auch von einem steigenden Maß an Kurzarbeit. Der Export sei dafür verantwortlich, dass viele Unternehmen Probleme bekämen. Das gelte vor allem für die Autoindustrie und Zulieferbetriebe.
Zahlreiche Termine
Noch für diese Woche kündigte Althaus "viele Gespräche mit Bürgern und Institutionen" an. Bereits an diesem Montag finde eine Sitzung des CDU-Landesvorstands statt. Am Dienstag stehe die erste Kabinettssitzung nach seiner Rückkehr an. Auch sollten in dieser Woche eine große Klinik in Rudolstadt und ein Turboladerwerk eröffnet werden. Auch in die Bundespolitik will Althaus mit der Teilnahme an der nächsten CDU-Präsidiumssitzung wieder eingreifen.
Ausdrücklich dankte er Finanzministerin Birgit Diezel, die ihn vertreten hatte, und dem ganzen Kabinett, dass sie in seiner Abwesenheit in Geschlossenheit und Klarheit gehandelt hätten. "Ich freue mich, dass ich wieder auf der Bühne und in Verantwortung stehe", fügte Althaus hinzu.
An Rücktritt habe er nicht gedacht, antwortete er auf eine entsprechende Frage. Im Übrigen habe er mit der Familie der bei seinem Skiunfall ums Leben gekommenen Frau in letzter Zeit Kontakt gehalten.
Kritik von SPD und Linken
Der Spitzenkandidat der Linken zur Landtagswahl, Bodo Ramelow, lehnte einen Alleingang Thüringens bei Opel ab. Thüringen müsse vielmehr Teil eines Konsortiums werden. Kritik äußerte Ramelow auch an den Äußerungen von Althaus zum Skiunfall. Er warf dem Ministerpräsidenten vor, dieser könne nicht mit seiner persönlichen Schuld an dem Unfall umgehen, sondern "verschanzt" sich vielmehr hinter dem Gutachten.
Der Thüringer SPD-Chef Christoph Matschie sagte der Leipziger Volkszeitung vom Montag, die CDU müsse sich jetzt endlich wieder um die wirtschatlichen Probleme des Landes kümmern, statt sich weiter um die persönliche politische Zukunft von Althaus zu sorgen.
- Althaus-Rückkehr "Ich fühle mich fit, ich fühle mich gut" 20.04.2009
- Althaus in Thüringen Rückkehr, live übertragen 20.04.2009
- Dieter Althaus Der Mann im Kokon 30.03.2009
(AP/Reuters/plin/mati)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Um die Machtgier eindrucksvoll zu verdeutlichen braucht es nur einen Althaus und einer CDU.
Nun sollten die Wähler schnell ihre Macht benutzen und dieses Lügengebäude einstürzen lassen!
Ich habe mal überlegt, wofür das "C" stehen könnte, mir ist dabei der Begriff "cäsarisch" (=selbstherrlich) eingefallen.
Andere Vorschläge werden noch entgegengenommen.
Immerhin nennt er schon wieder brav Linkspartei und Rechtsextreme in einem Satz. Beide müssen von ihm bekämpft werden...
Das die Linkspartei in Thüringen eine Volkspartei ist spielt keine Rolle.
Es ist kaum zu fassen, was sich da in Thüringen abspielt. Ein Ministerpräsident verunglückt im Skiurlaub, macht vier Kinder zu Halbwaisen, hätte längst einen Amtsverzicht verkünden können und jammert nun zum Wahlkampfauftakt bzw. der Wiederaufnahme seiner Amtsgeschäfte, was fast das Gleiche ist, rum, er trage schwere Schuld, die ihn belaste.
Niemand hat von Althaus verlangt wieder anzutreten. Eine furchtbare Operette.
Rette sich wer kann, vor solchen Menschen!
micro-Gestik
Tolles Foto, ich wette Herr Althaus ist Rechtshänder. Und wenn man dann seinen Kopf nach lings neigt bedient man sich der linken Gehirnhälfte die etwa 20 % der normalen Leistung verarbeitet und für die erlebten Ereignisse und Erinnerungen zuständig ist.
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