Gregor Gysi will der SPD nicht hinterherlaufen. Die fordert dagegen die Linke auf, sich zu öffnen. Unterdessen warnt Peer Steinbrück seine Genossen vor einem Linksruck.
Die Linke im Bundestag will sich in ihrer Oppositionsarbeit klar von SPD und Grünen abgrenzen. "Wir haben überhaupt keinen Grund, da hinterher zu laufen", sagte der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi nach einer Klausurtagung im brandenburgischen Rheinsberg. "Die klare Oppositionskraft im Bundestag sind wir." Es werde zwar Gespräche in Ausschüssen geben, aber für eine Zusammenarbeit müssten SPD und Grüne zunächst deutliche Signale in Richtung Linke senden.
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Will SPD und Grünen nicht hinterherlaufen: Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linken. (© Foto: dpa)
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Auf ihrer konstituierenden Klausur beschlossen die 76 neu gewählten Linke-Abgeordneten ein 10-Punkte-Sofort-Programm mit Vorhaben für den Beginn der Legislaturperiode. Damit will die Fraktion bekannte Forderungen ihrer Partei wie den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan, die Abschaffung der Hartz-IV-Reformen oder die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auch in den neuen Bundestag einbringen.
"Also wenn ich das richtig gesehen habe, hat sich doch die SPD mit Matschie in Thüringen ganz klar für die Union und gegen die Linke entschieden", kritisierte Gysi. "Wenn ich das richtig gehört habe, scheint sich doch der Landesvorsitzende der Grünen im Saarland auch in eine andere Richtung zu entscheiden." Der Fraktionschef kündigte an, die Linke werde die SPD unter Druck setzen.
Steinbrück warnt die SPD
Dagegen sieht der noch amtierende Außenminister und SPD-Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier für eine rot-rote Annäherung vor allem die Linke in der Pflicht. "Nicht die SPD muss sich öffnen - die Linkspartei muss ihre Positionen klären und verändern, wenn sie eines Tages für uns auch im Bund koalitionsfähig werden will", sagte der frisch gekürte SPD-Fraktionschef. Auch Bundestags-Vizepräsident und SPD-Vorstandsmitglied Wolfgang Thierse warnte seine Partei vor einer Kehrtwende: "Die SPD nach ganz links zu führen, wäre ein Holzweg", sagte er.
Unterdessen ist der scheidende Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit seinen Genossen ins Gericht gegangen. Wie der Spiegel berichtet, warnte er bei seiner Abschiedsrede im Parteivorstand vergangene Woche unter anderem davor, sich der Linken anzunähern. Die SPD würde andernfalls weiter an Zustimmung verlieren, "weil immer um einen Faktor höher Wählerinnen und Wähler zu den konservativ-bürgerlichen Parteien überlaufen", wird Steinbrück zitiert. Er habe nachdrücklich davon abgeraten, die Regierungsarbeit der Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren zu revidieren.
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(dpa/AP/jab/lala)
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im Anhang ist der handgeschriebene Brief, den ich persönlich am 31.08.2008
in Lollar auf dem Parteitag der LINKEN in Anwesenheit der Presse, Oskar
Lafontaine, zusammen mit den kompletten Unterlagen übergeben habe.
Herr Lafontaine hat mir im Beisein von Werner Dreibus zugesichert, das er
sich der Sache annimmt.
Bis heute ist diesbezüglich nichts geschehen.
Anscheinend ist eine basisdemokratische Partei nicht gewollt und die alten
Mechanismen (STASI 2.0) greifen immer noch. Herr Lafontaine sollte nur nicht
sagen er hätte nichts gewusst.
Mit freudlichen Grüßen
Bernd Heinicke
----- Original Message -----
From: DIE LINKE - Harald Schindel
To: Bernd Heinicke
Sent: Saturday, September 06, 2008 5:34 PM
Lieber Bernd,
leider war ich gestern den ganzen Tag auf Sitzungen. Habe mit Oskar gesprochen. Er sagt das ist Sache des Landesverbandes, er wird da nicht eingreifen. Du solltest den Weg der Schiedsgerichtsbarkeiten wählen um die Sache zu klären. Den Verfassungsschutz wird das ganze meiner Erfahrung nach nicht interessieren, aber du würdest der Partei schaden das kann ja auch nicht in deinem Sinne sein. Da ja auch du genau wie Oskar in Hessen gesagt hat, die Lebensverhältnisse der Menschen verändern willst und nicht Partei Selbstzweck ist.
Wir müssen uns inhaltlich sowohl in der Partei als auch außerhalb mit den Gegnern auseinandersetzen. Nur so bauen wir die Partei die wir wollen.
Mit solidarischen Grüßen
Harald
DIE LINKE Parteivorstand
Harald Schindel
Büroleiter des Vorsitzenden Oskar Lafontaine
Betreff:
Presseerklärung zum 05.01.2009 des OV Baunatal DIE LINKE.
Nachdem die Vorstandsmitglieder des Bernd Heinicke, Martina Walter und Stawri Sarbidi zum 31.12.2008 ihre Vorstandsämter des OV Baunatal DIE LINKE. niedergelegt haben,
treten 33 Mitglieder = (40 Prozent des Kreisverbandes Kassel-Land DIE LINKE.) des
OV Baunatal DIE LINKE. ebenfalls mit Wirkung zum 31.12. 2008 aus der Partei DIE LINKE. aus.
Begründung: 1.) fehlende Basisdemokratie
2.) geheime Zirkel, unterschiedliche E-Mailverteiler,
Dossiers der Mitglieder
3.) fehlende Streitkultur
4.) Mobbing von Mitgliedern, Parteimitglieder werden fertig gemacht.
5.) Arbeitslose, Hartz IV und Behinderte werden diskreditiert und ausgrenzt.
6.) statt Armutsbekämpfung , nur Armutsverwaltung