Rot-Grün in Berlin ist in der ersten Koalitionsrunde gescheitert. Bereits eine Stunde nach Aufnahme der Verhandlungen trennten sich die Parteien wieder. Grund sind nach Angaben der SPD die unüberbrückbaren Differenzen beim Thema Stadtautobahn A100.
Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen in Berlin sind bereits in der ersten Runde gescheitert. Wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und der SPD-Vorsitzende Michael Müller sagten, sehe die SPD keine tragfähige Grundlage für ein Regierungsbündnis. Grund seien die unüberbrückbaren Differenzen bei der Stadtautobahn A100. Die Gespräche wurden bereits nach einer guten Stunde abgebrochen.
Berlin Rot-Grüner Koalitionsversuch vorerst gescheitert
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"Bei dem Thema A100 sind die Positionen offenbar nicht in Einklang zu bringen", sagte Wowereit zur Begründung. Die SPD favorisiert das Projekt, während die Grünen die Autobahn ablehnen. Im Wahlkampf hatte sich die Partei darauf festgelegt, keinen Koalitionsvertrag zu unterzeichnen, in dem der Autobahnbau festgeschrieben wird. Am vergangenen Freitag hatte ein Grünen-Parteitag mit überwältigender Mehrheit das Nein zur A100 bestätigt. Ein zwischenzeitlich gefundener Kompromiss erwies sich nun offenbar als nicht tragfähig. Details dieser Übereinkunft waren nicht bekannt geworden.
Beide Seiten schoben sich gegenseitig die Schuld für den Abbruch der Verhandlungen zu. "Wir haben deutlich Kompromissangebote gemacht. Aber es gibt einen Punkt, wo alle Gespräche mal beendet sind", sagte Müller. Grünen-Chefin Bettina Jarasch erklärte dagegen: "Es ist nicht wirklich an der A100 gescheitert. Es gab nicht wirklich den Willen bei der SPD, gemeinsam mit uns eine Koalition einzugehen." So ähnlich formulierte es auch Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann.
Erwartet wird jetzt, dass die SPD mit der CDU Koalitionsverhandlungen führen wird. Ein solches Bündnis hätte im neuen Abgeordnetenhaus eine Mehrheit von zehn Stimmen, während Rot-Grün nur auf eine Mehrheit von zwei Stimmen gekommen wäre. Die CDU war aus den Abgeordnetenhauswahlen am 18. September als zweitstärkste Partei hervorgegangen. Sie steht dem umstrittenen Autobahnprojekt aufgeschlossen gegenüber. Die Mehrheit innerhalb der SPD favorisierte bislang allerdings ein Bündnis mit den Grünen.
Die Berliner CDU zeigte sich bereits kurz nach dem Scheitern der rot-grünen Gespräche für Koalitionsverhandlungen bereit. "Es bleibt dabei, wir sind uns unserer Verantwortung als zweitstärkste Kraft für diese Stadt bewusst. Sollte es ein Verhandlungsangebot der SPD geben, werden wir uns dem nicht verschließen", sagte der Landes- und Fraktionsvorsitzende Frank Henkel.
Thierse: Rot-Schwarz ist nicht die Hölle
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) zeigte sich "überrascht und ein bisschen auch enttäuscht" vom Ende der rot-grünen Verhandlungen. Im Berliner Tagesspiegel (Donnerstagausgabe) warnte er zugleich davor, das Scheitern überzubewerten: "So wenig Rot-Grün der Himmel für Berlin gewesen wäre, so wenig ist Rot-Schwarz die Hölle." SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte im gleichen Blatt, die SPD werde aus den Ereignissen in Berlin "keine Rückschlüsse für die Zukunft für die Bundesebene ziehen". Den Berliner Grünen warf sie vor, "intern nicht sortiert" gewesen zu sein.
Auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, sieht die rot-grüne Option für den Bund nicht als beschädigt an. "Nur wegen Klaus Wowereit gebe ich die Perspektive einer rot-grünen Koalition im Bund bestimmt nicht auf", sagte Roth der Süddeutschen Zeitung (Donnerstagsausgabe). Zugleich übte sie scharfe Kritik an Berlins Regierendem Bürgermeister: "Herr Wowereit hat nicht verstanden, was es bedeutet, einem potenziellen Koalitionspartner auf Augenhöhe zu begegnen", sagte Roth. "Ich glaube, Klaus Wowereit wollte gar keine rot-grüne Koalition in Berlin." Wowereit habe damit "unverantwortlich und gegen den Willen der Mehrheit in der Stadt und in seiner eigenen Partei gehandelt", sagte die Grünen-Chefin.
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(sueddeutsche.de/dpa/dapd/Reuters/lala/beu)
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Spielt das eine große Rolle, ob jeder zusätzlich zu den bisherigen Steuern eine "Sondersteuer für die Bahn" zahlt oder ob das aus dem allgemeinen Steuertopf genommen wird ?
Meiner Meinung nach nicht.
Ich habe diesen Vorschlag übrigens nicht grundsätzlich abgelehnt, sondern vor allem daran erinnert, dass es sich NICHT um etwas Neues handelt.
In der Schweiz beispielsweise, deren Bahn ja immer gern als Vorbild hergenommen wird, wird die Bahn (Stand 2005) zu 58 % von öffentlichen Geldern, sprich aus Steuermitteln, finanziert. Und, wie man hier (http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2007/nr33/Schweiz/15290.html) nachlesen kann, nimmt das Defizit mit steigender Verkehrsleistung zu, nicht ab.
Wenn eine Gesellschaft das so haben will, dann bitte. Ob das "der Weisheit letzter Schluss" ist, muss jeder für sich selbst beantworten.
Selbstverständlich sollte das nicht aus irgendwelchen Steuern irgendwann dann irgendwie mal vllt. finanziert werden, sondern es sollte - wie z.B. die Rundfunekgebühren - gezielt dafür eingesetzt werden.
So schrieb ich es übrigens auch, was Ihnen offensichtlich nicht passte, weshalb Sie jetzt gleich wieder verwässern, um erst gar nicht ein Nachdenken einsetzen zu lassen - übrigens auch bei Ihnen selbst, Sie Vollblutdemokrat, Sie!
"Was Ihre infantile Alternativhaltung - Sozialer Wohnungsbau oder Flächenversiegelung - betrifft, dann belegen Sie damit wieder Ihre Wissensignoranz."
Lesen Sie doch einfach meinen Text! Da steht doch etwas anderes, nicht wahr.
Auch habe ich nicht behauptet, wir (wer ist das?) benötigten mehr Beton oder so. Kann man alles nachlesen, wenn man will und dazu bereit ist.
Das ist doch die Basis für eine sachliche Diksussion, die Sie hier nachweislich nicht führen. - Warum nicht? Welche Motive stecken dahinter? Wollen Sie sich nur darstellen? Gleich mit Schimpfworten wie "infantil" und "Wissensignoranz"?
Da haben Sie sich selbst hier entlarvt.
Der Schuss ging nach hinten los!
Tja ...
erwischt!
...
Sie sollten andere, zumal Ihnen fremde Menschen respektieren und mehr Toleranz walten lassen. Geht das, bitte?
...
Ich habe die Grünen in Berlin ausdrücklich gelobt:
So ist es nämlich richtig. Nicht Umfallen, sondern in die Opposition gehen und dort bleiben!
Die Autobahn wird gebaut; die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen werden durchgeführt, und die Grünen können ein bisschen lamentieren.
- Find ich gut!
...
Zitat: "Jeder Bürger zahlt .... eine prozentuale Abgabe, von der dann ein flächendeckendes Bahnnetz gebaut wird.
Das soll neu sein ?
Jahrzehntelang wurde die Bahn von Steuergeldern zumindest mitfinanziert.
Was war die Folge: Vor allem flächendeckende Verschwendung (wie halt meist bei Staatsbetrieben, die nicht auf die Wirtschaftlichkeit schauen müssen).
Paging