sueddeutsche.de: Herr Habeck, Sie wollen in Schleswig-Holstein Ihre Wahl gewinnen. Und jetzt müssen Sie nach diesem Parteitag massive Steuererhöhungen verteidigen. Schon eine Idee, wie das gehen soll?
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Habeck: Das kann ich gut vertreten. Wir schließen damit große Gerechtigkeitslücken. Wenn die Armen nicht immer ärmer werden sollen, wenn die Kommunen und Länder noch Geld für Theater und Schulen haben sollen, dann müssen wir die Einnahmen verbessern.
sueddeutsche.de: Die Grünen rücken nach links.
Habeck: Das ist nicht links, das ist notwendig. Für einen Landespolitiker, der aus einem Land kommt, das wie Schleswig-Holstein unter einem erheblichen Konsolidierungsdruck steht, ist das ein Gebot der Vernunft. Mir werden die Beschlüsse im Wahlkampf helfen.
sueddeutsche.de: Die Grünen erhöhen den Spitzensteuersatz auf 49 Prozent, wollen eine Vermögensabgabe, später vielleicht eine Vermögensteuer, sie wollen das Ehegattensplitting abschmelzen, einige ermäßigte Mehrwertsteuersätze von sieben auf 19 heraufsetzen. Die Grünen wollen Einnahmen steigern. Aber wo ist die Ausgabenkritik?
Habeck: Nur mit dem Wegstreichen von Ausgaben lässt sich kein Haushalt sanieren. In den Ländern ist Konsolidierung seit Jahren ein Thema. Da ist die meiste Luft schon raus. In der Substanz noch mehr zu sparen hieße weniger Lehrer, weniger Polizisten, weniger Finanzbeamte. Da schneiden wir uns ins eigene Fleisch.
sueddeutsche.de: Und im Bund?
Habeck: Da ist die Lage eine andere. Aber ich will auch eines sagen: Das Ehegattensplitting ist nicht Einnahmesteigerung, sondern Ausgabenkritik. Es ist eine Subvention, die nicht mehr in die Zeit passt.
sueddeutsche.de: Vielen ist die Schuldenbremse ein Dorn im Auge, weil damit die Handlungsfähigkeit vor allem in den Ländern massiv eingeschränkt wird. Ist die Schuldenbremse sakrosankt?
Habeck: Sie wird ja vor allem von links kritisch gesehen. Dabei befördert sie linke Politik. Die Schuldenbremse hat dazu geführt, dass die Schwarzen und Gelben ausgelacht werden, wenn sie von Steuersenkungen reden. Sie zwingt alle auf den Weg der Vernunft. Das hat nichts mit links oder rechts zu tun. Mit der Schuldenbremse werden nur einfache Grundrechenarten eingehalten.
sueddeutsche.de: Dem rot-grün regierten NRW scheint die Schuldenbremse nicht so wichtig zu sein. Da heißt es Investitionen vor Schuldenabbau. Ein Vorbild?
Habeck: Unser Problem ist nicht die Schuldenbremse. Wir müssen föderale Strukturen ändern. Wir können in Schleswig-Holstein nicht aus eigener Kraft die Bildungsstrukturen aufbauen, die wir bräuchten. Das gilt für andere Länder auch. Darum muss das Kooperationsverbot zwischen Bund und Kommunen weg, der Lastenausgleich zwischen den Ländern funktioniert nicht mehr. Es gibt für reiche Länder keinen Anreiz, ihre Einnahmen stabil hoch zu halten und für arme Länder keinen Anreiz, Einnahmen zu steigern. Das führt zu einem strukturellen Einnahmedefizit des Staates. Da müssen wir ran.
sueddeutsche.de: Angst vor den Piraten?
Habeck: Nein.
sueddeutsche.de: Warum nicht? Weil die Grünen jetzt auch Netzpolitik machen?
Habeck: Die machen wir schon länger als es die Piraten gibt. Es ist aber eine Fehleinschätzung zu sagen, je mehr Netzpolitik wir machen, desto besser halten wir die Piraten klein.
sueddeutsche.de: Was haben die Piraten, was die Grünen nicht haben?
Habeck: Einen coolen Namen. Vor allem in Schleswig-Holstein passt das ja. Und sie wirken natürlich erstmal neu und anders. Inhaltlich aber lassen wir den Piraten wenig Luft.
sueddeutsche.de: Lässt sich damit schon das Umfragehoch und der Wahlerfolg der Piraten in Berlin erklären?
Habeck: Es gibt einen Widerspruch zwischen "denen da oben" und "denen da unten", den im Moment keiner auflösen kann. Es gibt einen Hunger in der Gesellschaft nach einem anderen politischen Selbstverständnis. Dafür sind die Piraten eine Projektionsfläche. Die falsche, wie ich finde. Mehr Geld ausgeben für kostenlose Busse und Bahnen kann jeder. Die Piraten sagen, wir müssen alles wissen, dann haben wir die Antworten. Das reicht nicht. Es braucht eine politische Grundhaltung.
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(sueddeutsche.de/mane/gba)
Bundespräsident Gauck
"und erklärt, warum die Piraten-Partei kaum mehr zu bieten habe als einen coolen Namen. "
.... Unvermögen auf die Schwächen anderer verweisen muß. Nicht daß man von den Piratten mehr erwarten könnte als ein paar Programm-Fragmente. Zu den bekannten Baustellen machen die Grünen mit wenig durchdachten Einzelaktionen unter bewußtem Verschweigen von Folgekosten und Inkaufnahme von Kollateralschäden chaotische Umwelt-Politik, die uns allen noch heftig auf die Füße fallen wird.
Dabei zeigt ihr Handeln die gleichen "Sympthome" wie bei allen Politikern: erst handeln, dann denken, oder operative Hektik ersetzt geistige Windstille. Den Schaden zahlt der Bürger.
Grün wählen muss man sich leisten können, oder zumindest glauben, dass man wohlhabend sei und dieser Zustand unabänderlich ist!
Das universale Motto der Grünen ist von Pippi Langstrumpf kopiert:
„... ich mache mir die Welt,
wie sie mir gefällt!“
Das jüdische Sprichwort, dass man auch mit „edlen“ Ideen die Welt zerstören kann, ist hingegen jedoch völlig unbekannt!
"Wir schließen damit große Gerechtigkeitslücken. Wenn die Armen nicht immer ärmer werden sollen, wenn die Kommunen und Länder noch Geld für Theater und Schulen haben sollen, dann müssen wir die Einnahmen verbessern."
Blödsinn. Soll der Arbeitnehmer noch mehr Steuern zahlen, während Unternehmen zugleich immer weniger abdrücken?
Wenn der Genosse einfach vor seiner eigenen Türe kehrt, da liegen Milliarden "ungenutzt".
Beispiel 1: Subvention des Dieselkraftstoffs. Gemessen am CO2 kostet Superbenzin 28 Cent/kg, Diesel 17,7 Cent. Auf den Liter umgelegt und mit MWST ist Diesel 33 Cent/l zu billig oder Superbenzin bisher zu teuer. Dem CO2 ist egal woher es kommt. Potenzial: Ca 8 Mrd Euro, trifft überwiegend Firmenwagenfahrer. Die meisten sind nunmal Diesel und über 50% aller Neuzulassungen sind Firmenwagen. Die Energiesteuer wurde seit gut 10 Jahren nicht mehr erhöht.
Beispiel 2: Beamtenversorgung. Ein Akademiker, der nach der Uni 40 Jahre das durchschnittlich 1.7 fache Durchschnittseinkommen verdient (analog E13 TVÖD), der bekommt ca 1800€ Rente. Ein Beamter in A13 und der gleichen Funktionsstufe etwa 3000€ Pension, Studienzeiten werden im Gegensatz zur Rente anerkannt. Beim Beamten heißt es "Studium ist für die Funktion Bedingung, also wirds anerkannt.", beim Angestellten "verdienst als Akademiker halt mehr, mecker nicht rum." Beide Altersversorgungen werden ab 2040 voll steuerpflichtig. Potenzial: ebenfalls etwa 8-10 Mrd Euro mittelfristig.
Beispiel 3: Schwarzarbeit. In den Benelux-Staaten wurden sehr gute Erfahrungen gemacht Handwerkerrechnungen bzw. deren Lohnanteil nur noch mit dem verringerten MWST-Satz zu belegen. Die Schwarzarbeit ging massiv zurück, diese lohnt sich für den Auftraggeber nicht mehr derartig. Schwarzarbeit hat bei uns vorsichtig geschätzt ein Volumen jenseits 50 Mrd Euro p.a. ... 20% weniger Schwarzarbeit (einhergehend mit Sozialbetrug) würde Einnahmeausfälle der MWST um ein vielfaches überkompensieren. Alternativ sollten Arbeitnehmer jegliche Handwerkerrechnungen voll von der Steuer absetzen können statt wie bisher nur 20%. Effekt wäre ähnlich. Statt wochenlangem "Do it Yourself" Pfusch und ruinierten Urlauben würden ausgebildete Fachkräfte anteilig mehr nachgefragt, was eigentlich der Sinn der Sache sein sollte.
Mir geht das Messer in der Tasche auf wenn ich sehe, wie fleissig sich Politiker wie dieser Herr an meinem Geldbeutel bedienen wollen. Nicht nur dass die Grünen gegen die Absch