Im Richtungsstreit in der Bundes-SPD schrumpft auch in Rheinland-Pfalz die Zustimmung zu Kurt Beck. Eine Umfrage zeigt: Der Pfälzer verliert seine Mehrheit im eigenen Land.

Auf seine Landsleute konnte sich Kurt Beck bisher verlassen. Selbst wenn der SPD-Chef auf großer Bühne stolperte, konnte er sicher sein: Daheim in Rheinland-Pfalz blieb er "König Kurt".

SPD-Chef Kurt Beck

Unter Druck: SPD-Chef Kurt Beck (© Foto: ddp)

Anzeige

Nun aber hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident offenbar sogar die Mehrheit im eigenen Land verloren. Nur noch 45 Prozent von 1000 Befragten sind, so eine Umfrage von Infratest Dimap, mit Becks Arbeit zufrieden - ein Minus von 20 Punkten im Vergleich zur Dezemberumfrage, berichtet der Südwestrundfunk (SWR). Damit kommt Beck nun zusätzlich zum Richtungsstreit in der Bundes-SPD auch in seinem Heimatland unter Druck.

Auch seine Partei verliert in Rheinland-Pfalz massiv an Zustimmung. Erstmals ist eine Mehrheit von 56 Prozent der Rheinland-Pfälzer mit der Arbeit der SPD-Landesregierung unzufrieden; im Dezember war noch eine knappe Mehrheit zufrieden bis sehr zufrieden gewesen.

Könnten die Rheinland-Pfälzer am kommenden Sonntag erneut den Landtag wählen, wäre die SPD nicht mehr stärkste Partei. SPD und CDU kämen beide auf 37 Prozent der Stimmen. Bei den Landtagswahlen 2006 hatte die SPD 45,6 Prozent erzielt, die CDU nur 32,8 Prozent.

Das sind richtige Horrornachrichten für den Pfälzer Beck, der sich stets volkstümlich gibt und ein Ohr für die "Leut" haben will, wie er das nennt. Ihren eigenen Ministerpräsidenten wollen die Rheinland-Pfälzer offenbar nicht länger als möglichen Kanzlerkandidaten der SPD sehen.

Nur noch 34 Prozent der Befragten seien - dem SWR zufolge - für Beck. 54 Prozent favorisieren demnach den Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten. Im vergangenen Juli waren noch 55 Prozent der Rheinland-Pfälzer für Beck gewesen.

"König Kurt" ist demnach gegenwärtig ohne Land.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/dpa/ddp/mkf/jja)