Die geplante Erhöhung der Renten ist falsch. Sie belastet die Jüngeren zugunsten einer Rentnergeneration, der es so gut geht wie keiner vor ihr.
Mehr Geld macht nicht glücklich, beruhigt aber die Nerven. Um mehr dürfte es wohl auch nicht gehen, wenn die Bundesregierung am kommenden Dienstag ihre umstrittene Rentenerhöhung beschließt. Es fällt einem für diesen Schritt einfach kein anderer Grund ein.
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Im Gegenteil: Seit Jahren müht sich die Politik ab, die Lohnnebenkosten zu senken, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln. Arbeit muss billiger werden. Sonst ist die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in Gefahr, die Arbeitslosenzahlen würden steigen und damit wiederum die Beiträge zu den Sozialversicherungen. Das waren die Argumente.
Sie scheinen nicht mehr zu gelten. Kommt die Erhöhung, prophezeien Experten spätestens von 2020 an einen Beitragssatz von mehr als 20 Prozent; derzeit liegt er schon bei 19,9 Prozent. Ohne die Rentenerhöhung von 1,1 Prozent könnte er gesenkt werden, um bis zu 0,3 Prozentpunkte.
Nötig wäre das. Seit Jahren sinken die realen Einkommen. Tarifabschlüsse gleichen - wenn überhaupt - gerade noch die Inflation aus. Die Belastungen für die Jüngeren nehmen zu. Ob in der Kranken-, der Pflege- oder der Rentenversicherung - überall müssen sie sich zusätzlich privat absichern.
Zwar sinken derzeit die Arbeitslosenzahlen, aber mit 3,5 Millionen ist sie immer noch reichlich zu hoch. Geringere Rentenbeiträge könnten hier einen Schub bringen.
Gleichzeitig aber leistet sich die Gesellschaft Renten in nie da gewesener Höhe. Ein Rentnerehepaar hat im Schnitt knapp 2400 Euro netto im Monat zur Verfügung. Das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen der arbeitenden Bevölkerung liegt gerade um 400 Euro darüber. Der jetzigen Rentnergeneration geht es so gut wie keiner vor ihr.
Dabei sind es die Jüngeren, die den Wohlstand der Alten finanzieren. Manche Rentner vergessen das ganz gerne, verweisen auf ihre 45 Berufsjahre, und dass sie sich ihre heutige Rente ja wohl redlich verdient hätten.
Mag sein. Aber die umlagefinanzierte Rente ist nun mal keine Sparanlage. Nach dem Generationenvertrag zahlen die Jüngeren die Renten der Älteren.
Das Problem ist nur: Es gibt immer weniger Jüngere. Fachleute nennen das den demographischen Wandel. Die Gesellschaft vergreist. Das lässt zwei Schlussfolgerungen zu: Entweder die Rentner müssen auf Geld verzichten - oder die Jüngeren.
Gerecht kann nur sein, diejenigen zu entlasten, die heute arbeiten und Kinder großziehen. Das bedeutet: Beitragsätze runter auf Kosten der Rentner. Für Politiker keine leichte Aufgabe. Rentner sind eine enorm wichtige und vor allem wachsende Wählergruppe.
Da liegt es nahe, eine milliardenteure Rentenerhöhung als kleinen Stimmungsaufheller in trüben Tagen einzusetzen. Man könnte aber auch sagen: Die Politiker haben sich wieder zur Lobby der Alten gemacht. Leisten kann sich der Staat das nicht mehr.
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(Süddeutsche Zeitung Audio / jja)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
mit den Arbeitslosen drängt dieser Staat auch die Rentner zunehmend ins Abseits. Um fit für den Weltmarkt zu werden, versuchen die Politiker Ballast abzuwerfen. Nach Steinmeier geht es ohnehin nur noch um die Leistungsträger. Allen andern muss das Geld weggenommen werden. Zu dumm, daß die Rentner als Wähler und Konsumenten eine wichtige Rolle für Staat und Wirtschaft spielen. Daher wird ihnen vor der Wahl eine belanglose Erhöhung kredenzt, die ihnen nach der Wahl doppelt und dreifach wieder weg genommen wird. Die Rentner durchschauen den Trick, die Frage ist nicht, ob der Staat sich die Rentner noch leisten kann, sondern umgekehrt, ob Politik und Wirtschaft es sich leisten können breite Bevölkerungsschichten auszugrenzen. Die Haltung von Herrn Denkler finde ich bedenklich. Genau mit dieser Haltung fahren wir den Staat in den Bankrott. Kann sich der Staat leisten, keine Steuern auf Unternehmensverkäufe zu erheben und bankrotte Banken zu sanieren? Wir brauchen eine soziale Umwertung der Werte, weg vom goldenen Kalb des Profits und den alten neoliberalen Lobbyisten.
... auf der einen Seite gibt es die RENTNER mit "fetten" Einzahlungen und "mageren" RENTEN - und auf der anderen Seite gibt es PENSIONÄRE mit "mageren=0" Einzahlungen und "fetten" PENSIONEN ...
Bei genauerer Betrachtung der viel zu undifferenziert bezeichneten "Kosten für Sozialausgaben" im Bund und in den Ländern stellt man sehr schnell fest, welche darin enthaltene Position den "Löwenanteil" ausmacht ... Es sind nicht die Ausgaben für 1-Jobber, Arbeitslose, Aufstocker und sozial Schwache ... Es sind auch nicht die Ausgaben für Renten - Richtig, es sind die teilweise horrend hohen PENSIONEN ehemaliger Beamter und auch hohe MEHRFACH-PENSIONEN ehemaliger Politiker.
Dabei denkt man beispielsweise an Herrn Eichel, der seine vierte oder fünfte PENSION aktuell vor Gericht einklagt ... Man denkt aber auch an die PENSIONEN von ehemaligen Ministern, die neben ihren PENSIONEN heute obendrein Gehälter in Unternehmen und (Interessen-)Verbänden beziehen - auch Oskar Lafontaine hat mehrere PENSIONEN ...
Die durchschnittlichen Rentner, ehemalige Arbeiter und Angestellte mit bis zu 45-50 Beitragsjahren, und die heutigen Beitragszahler in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen, dürfen trotz Verzicht, Lohndumping und schlechten eigenen Rentenprognosen die Verantwortung bzw. Last für diesen ganzen Staat tragen ...
Ach ja, für Investitionen in die Bildung und Ausbildung der künftigen Beitrags- und Steuerzahler haben unsere Politiker landauf und landab auch keine Gelder übrig ...
Oh, sorry... so viele Nullen (3 vergessen): also nochmal:
Nachfrage an HansJoachim44: Wie errechnen sich die 10.000.000.000 Euro zusätzliche Zuzahlung aus dem Bundeshaushalt an die Rentenkasse, die sie erwähnen ? Ich verstehe diese Zahl nicht und was diese mit der Rentenerhöhung zu tun hat. Danke und Gruss ...
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Nachfrage an HansJoachim44: Wie errechnen sich die 10.000.000 zus. Zuzahlung aus dem Bundeshaushalt an die Rentenkasse, die sie erwähnen ? Ich verstehe diese Zahl nicht und was diese mit der Rentenerhöhung zu tun hat. Danke und Gruss ...
die Hauptsache, das Geld ist da, um eine Steuererleichterung nach der anderen für die DAX-Konzerne und ihre 1,7% der Bevölkerung umfassenden Hauptaktionäre zu finanzieren und die von den Gewährsleuten des neoliberalen Verwirtschaftens beaufsichtigte Milliardenverzocke der IKB und Konsorten zu bezahlen.
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