SZ: Aber links stehen die Grünen noch?

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Künast: Natürlich. Links heißt für uns, eine Gesellschaft gleicher Chancen anzustreben, niemanden zurückzulassen und nicht auf Kosten anderer zu leben. Es geht uns um Generationengerechtigkeit und um Gerechtigkeit rund um den Globus. Wir sind eine moderne, freiheitlich denkende Linke, die nicht den Kategorien der 70er und 80er Jahren entspricht. Wir versprechen nicht Transferleistungen für einzelne Gruppen und sagen : Alles wird fein. Gerechtigkeit heißt für Grüne zuallererst Bildung. Auch in einer Finanzkrise sagen wir, dass man neue Schulden immer begründen und verantworten muss.

SZ: Mit welchen beiden Parteien sehen Sie die größten Überschneidungen?

Künast: Mit der SPD.

SZ: Sind das schon zwei?

Künast: Ich beherrsche die Grundrechenarten, aber es bleibt bei dieser Antwort - wenn auch die SPD versucht, mit grünen Ideen Wahlkampf zu betreiben.

SZ: Der Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine, findet Ihr Wahlprogramm auch prima.

Künast: Dann kann er ja die Grünen wählen.

SZ: Wie lange kann man eine linke Mehrheit aus SPD, Linkspartei und Grünen im Bundestag haben, ohne dass eine linke Bundesregierung entsteht?

Künast: Von der Lagertheorie halte ich nichts. Als Grüne will ich auch ran an das kreative und verantwortungsbewusste Bürgertum, das sich in der Mitte oder einen Millimeter links davon sieht.

SZ: Also keine Koalition mit der Linkspartei?

Künast: Die Linkspartei sagt doch selbst, dass sie noch nicht so weit ist. Außerdem müsste sie sich Gedanken über ihren Nationalismus machen. Globale Probleme lassen sich nicht national lösen.

SZ: In Ihrer Partei gibt es auch Befürworter von Rot-Rot-Grün. Was hieße es für die Spitzenkandidatin, wenn der Parteitag so eine Präferenz befürwortete?

Künast: Der Entwurf für den Wahlaufruf gibt den breiten Konsens in der Partei wieder. Jeder ist gut beraten, die Partei im Ganzen im Blick zu haben. Dahinter setze ich nicht nur ein Ausrufezeichen, sondern einen Zaunpfahl.

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  1. "Ich will ran an das kreative Bürgertum"
  2. Sie lesen jetzt "Lafontaine sollte die Grünen wählen"
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(SZ vom 7.5.2009/vw)