Angesichts des Irak-Desasters fällt es der US-Armee schwer, Rekruten zu finden. Jetzt locken die Streitkräfte Junge und Arme mit viel Geld - mit Erfolg.
In New York sorgt derzeit eine Fotoausstellung für Aufsehen. Zu sehen sind dort Porträts verstümmelter Irak-Veteranen. Die Bilder treffen das Herz vieler Amerikaner. Der Krieg im Irak ist für die Mehrheit kein Krieg mehr, mit dem ein stolzes Amerika Demokratie und Menschenrechte und schon gar nicht ihre Heimat verteidigt.
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Es ist vor allem ein Krieg, der Tausenden US-Soldaten das Leben gekostet und das Leben unzähliger Amerikaner zerstört hat, weil sie im Kampf schwer verletzt wurden, oder weil sie einen geliebten Menschen verloren haben. Es ist ein Krieg, bei dem Abertausende Zivilisten getötet wurden und eine Region ins Chaos gestürzt wurde.
In diesen Zeiten ist es keine einfache Aufgabe, Nachschub für die Streitkräfte zu rekrutieren, doch der Bedarf der Armee ist angesichts des Einsatzes gewaltig: 80.000 Rekruten ist das Ziel für das aktuelle Geschäftsjahr, das im September endet. Seit absehbar ist, dass diese Zahl nicht erreicht wird, zahlt die Armee eine Prämie - einen 20.000-Dollar-Bonus mit dem Namen "Quick Ship".
Seit dem 25. Juli dieses Jahres erhält ihn, wer sich schon für September zu einer Grundausbildung verpflichtet. Über 4000 junge Männer und Frauen entschieden sich für diesen "Quick-Ship-Bonus" allein in den ersten drei Wochen des Progamms - mehr als 90 Prozent aller Rekruten, berichtet die Washington Post.
Um einen jungen Menschen nach Ende der Schulausbildung für den Dienst an der Waffe zu begeistern, ist Geld offenbar kein schlechtes Argument, vielleicht das einzige. In dem Film "Fahrenheit 9/11" zeigt Michael Moore die Praktiken der US-Streitkräfte bei der Rekrutierung von Soldaten. Da fragt ein Marine einen potentiellen Rekruten, ob er jemals daran gedacht habe, ein Soldat zu werden. Der Mann antwortet, er habe daran gedacht, jetzt habe er aber Frau und Kind. Der Soldat antwortet: "Ein Grund mehr, zu uns zu kommen".
Ein gewichtiges Argument
Der Film kam vor drei Jahren in die Kinos, zu einer Zeit, als die Zustimmungswerte für die Regierung Bush und ihren Irak-Feldzug noch deutlich höher lagen.
Das Umfeld für die Arbeit der "Recruiter" ist heute noch schwieriger - der Ehrgeiz ist ungedämpft. "Die Armee ist fest dazu entschlossen, zu versuchen, ihre Rekrutierungsziele bis zum Ende des Jahres zu erreichen - also machen sie fast alles in ihrer Macht Stehende, um diese Zahlen zu erreichen", zitiert die Washington Post die Sicherheitsexpertin Cindy Williams.
Der Bonus von 20.000 Dollar ist besonders für junge Leute ohne Perspektive ein gewichtiges Argument. Aber auch im Verhältnis zum späteren Verdienst ist der Bonus nicht zu vernachlässigen: Schätzungen der Armee zufolge verdient ein Soldat im ersten Jahr nach der Ausbildung nur 17.400 Dollar.
(sueddeutsche.de)
Debatte um Militärintervention in Syrien
muss auch sagen, wovon die Deutschen befreit wurden. Tatsächlich waren es Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma, geistig Behinderte, politisch Andersdenkende, und alle anderen Verfolgten und Internierten, die befreit wurden. Für einen großen Teil der Deutschen dagegen, bedeutete das Ende des Krieges Flucht und Tod, bzw. den Verlust der Heimat durch die größte Massenvertreibung der Geschichte, Hunger, Elend, Verschleppung, jahrelange Zwangsarbeit und Gefangenschaft sowie anhaltende Vergewaltigungen von vermutlich Millionen Frauen. „Befreit“ wurden die Deutschen durch das Ende des Krieges lediglich vom Bombenterror und von der Gefahr für Leib und Leben durch Kriegshandlungen.
Bei der Invasion der Alliierten und der Niederlage des deutschen Reiches von einer „Befreiung“ zu sprechen ist ein verlogener Euphemismus. Damit wird unterstellt, dass der größte Teil der Deutschen unter den Nazis gelitten hat oder in der Opposition war, und es ihm nach der Niederlage besser ging als vorher. Beides war nicht der Fall. Vertreibung, Vergewaltigungen, Hunger, Verschleppungen und Zwangsarbeit werden dadurch geschönt. Im Nachhinein mag man froh sein, dass der Faschismus den Krieg verloren hat und genauso kann man denken, dass es sich unter amerikanischer und britischer Besatzung angenehmer leben ließ, als unter sowjetischer. Der Krieg der Alliierten gegen Nazi-Deutschland war jedoch mitnichten eine „Befreiung“, sondern ein Kampf um die Vorherrschaft in Europa. Gewonnen hat der stärkere. (Wobei die Invasion der Alliierten in erster Linie schon kein Kampf gegen Deutschland mehr war, das den Krieg zu dem Zeitpunkt längst verloren hatte, sondern ein Wettlauf mit Stalin)
20 tausend Dollar zahlt die USA 2007 für das Risiko, als Soldat das Leben zu verlieren....
1970 zahlte sie für freiwillige Farbige nur eine warme Mahlzeit am Tag.
Für diese warme Mahlzeit waren die "BEZAHLTEN" dunkelhäutigen Teilnehmer breit, an deiner Studie teilzunehmen.
Obwohl ausreichend Medikamente zur Verfügung standen, sollte die Studie aufzeigen:Wie lange überlebt ein Menschen wenn, "Lues" nicht behandelt wird.
Was diese Studie mit Soldaten zu tun hat?
Nichts?
Sowenig wie der, der sein Leben vor 35 Jahren für eine warme Mahlzeit verkaufte und dies wirklich frei entschied, ebenso wenig haben die "Quick-Soldaten" frei entschieden...
Hier wird ein gesellschaftliches Phänomen deutlich, das finanzielle Abhängigkeiten bedürftiger Menschen im hohen Maße menschenverachtend ausbeutet.
Der Artikel nimmt kaum Distanz zum neuen Kreuzrittertum.
Nachdem drei Breiträge meinerseit Ihrerseits schlichtweg ignoriert wurden, ein letzter Versuch.
Untergehende, ehemalige Weltmächte müssen irgendwann ihr letztes militärisches Aufgebot bringen. 1944/45 hieß das "Volkssturm".
Ich halte die SZ für die derzeit beste deutsche Zeitung und habe eine entsprechende Erwartungshaltung. Wenn der beste Bäcker mir misslungene Semmel verkauft, kann ich meckern, ohne besser backen können zu müssen. Ich muss sogar meckern, denn sonst werden die Semmel evtl. nicht besser. Möchte aber darauf nicht weiter eingehen. Gegenstand der Diskussion sollte in der Hauptsache der Inhalt des Artikels sein.
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