Rekordwerte für Schwarz-Gelb Wähler wollen Merkel ohne FDP

Es ist auch nicht so, dass die Deutschen die aktuellen Affären nicht wahrnähmen. Merkels Lavieren in der Ausspäh-Affäre halten 78 Prozent der Deutschen für unglaubwürdig. Nur 20 Prozent halten das von der CSU durchgedrückte Betreuungsgeld für eine gute Idee - das Geld sollte besser in den Ausbau der Kita-Plätze gesteckt werden. Und Verteidigungsminister de Maizière, einst hoch geschätzt, findet sich in der Beliebtheitsrangfolge jetzt mit einem Zustimmungswert von 34 Prozent knapp hinter Gregor Gysi und Peer Steinbrück (jeweils 35 Prozent) und nur wenig vor FDP-"Spitzenmann" Rainer Brüderle mit 32 Prozent.

Wenn es aber darum geht, wer das Land regieren soll, ist die Lage klar: Merkel. Darum dürfen CDU und CSU mit 42 Prozent in der Sonntagsfrage erneut einen Bestwert verzeichnen. Darum hinkt wohl auch die SPD mit 26 Prozent gnadenlos hinterher. Die Grünen kommen auf 13 Prozent, die Linke auf sieben und die FDP auf fünf Prozent.

Das Gesamtbild ist diffus - nur Merkels Rolle nicht

Rechnerisch hat Schwarz-Gelb mit 47 Prozent zwar eine knappe Sonntagsfragen-Mehrheit. Doch die Daten zeigen auch: Merkel soll nach dem Willen der meisten Befragten weiter Bundeskanzlerin bleiben. Aber bitte nicht unbedingt mit der FDP. Gerade mal 39 Prozent der Befragten fänden es gut, wenn die FDP nach der Bundestagswahl am 22. September wieder mit im Regierungsboot sitzt. Vor der Wahl 2009 waren es 51 Prozent.

Allerdings fallen auch die anderen Regierungskonstellationen durch. Schwarz-Gelb kommt mit 46 Prozent Zustimmung sogar noch am besten weg. Vor einer großen Koalition mit 44 Prozent und Rot-Grün mit 41 Prozent. Wirklich überzeugend finden die Deutschen aber keine der drei Möglichkeiten.

Alles in allem ist das Bild - von Merkels Rolle mal abgesehen - recht diffus. Eindeutig ist die Lage aber in Sachen Wirtschaft: Der großen Mehrheit der Deutschen geht es blendend. 76 Prozent der Befragten bezeichnen ihre eigene ökonomische Lage als "sehr gut" oder "gut"; nur 24 Prozent beurteilen sie als "weniger gut" oder "schlecht".

Aber wirklich entschieden ist noch nichts. Von den Befragten gaben 16 Prozent an, sie wüssten noch nicht genau, welcher Partei sie am 22. September ihre Stimmen geben werden. Und 27 Prozent haben zwar eine Präferenz genannt, waren sich aber nicht sicher, ob sie dabei blieben.