Angela Merkel hat den Krieg in Afghanistan nicht begonnen. Aber spätestens seit den drei Toten vom Karfreitag ist es ihr Krieg geworden. Sie hat das verstanden.
Die Bundesrepublik Deutschland ist das Sterben und Töten nicht gewohnt. Das ist kein Makel, es ist eine Errungenschaft. Vielleicht ist es sogar das bedeutendste Ergebnis einer Politik, die Lehren gezogen hat aus den von Deutschen verursachten Verheerungen in der Geschichte. Die Bundeswehr ist seit bald zwanzig Jahren an vielen Orten im Auslandseinsatz. Aber die Bundesrepublik hat keine Form und erst recht keine Routine im Umgang damit, dass ihre Soldaten inzwischen töten und getötet werden.
Zum ersten Mal muss Merkel erläutern, was es bedeutet, dass die Bundeswehr de facto im Krieg steht. (© Foto: AP)
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Die Bundeswehr wurde 1955 als Abschreckungsarmee gegründet: Sie sollte kämpfen können, um niemals kämpfen zu müssen. Als sie nach dem Fall der Mauer in ihre ersten, von den Vereinten Nationen erbetenen Auslandseinsätze geschickt wurde, sollte sie Frieden sichern und im Idealfall auch Häuser errichten und Brunnen bohren.
Das war kein Krieg. Es war ein beschützter Wiederaufbau. Als Verteidigungsminister Volker Rühe 1993 im Staub von Somalia stolperte, spöttelte mancher, der Minister sei gefallen. Das war schwarzer Humor, der damals noch möglich war. Wie dramatisch hat sich seitdem die Welt der Bundeswehr verändert.
Am Donnerstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Regierungserklärung zu Afghanistan abgegeben. Es war nicht die erste zu diesem seit acht Jahren währenden Einsatz.
Aber Merkels Auftritt hat in einer neuen Zeit stattgefunden. Die Bilder der letzten Wochen haben offengelegt, wie weit man sich von den Anfängen entfernt hat. Jeden Tag muss man mit getöteten Soldaten rechnen, jeden Tag sind sie in lebensgefährliche Gefechte verwickelt. Als das Abenteuer Afghanistan unter einer rot-grünen Regierung begann, war die Zustimmung groß und die Gefahren waren eher gering. Heute ist es genau umgekehrt.
Das hat auch für die Bundesregierung und das Parlament viel verändert. Zum ersten Mal muss Merkel erläutern, was es bedeutet, dass die Bundeswehr de facto im Krieg steht. Sie hat diesen Krieg nicht begonnen. Aber spätestens seit den drei Toten vom Karfreitag ist es ihr Krieg geworden. Am Donnerstag konnte man sehen: Sie hat das verstanden.
Die Kanzlerin hat insbesondere über die Folgen nicht mehr geschwiegen. Sie hat den Krieg zwar nicht offiziell Krieg genannt, aber sie hat die Konsequenzen des Krieges nicht ausgespart, vor allem mit Blick auf die deutschen Soldaten. Sie hat dabei den Ton getroffen und glaubhaft den Eindruck vermittelt, dass sie auch fühlt, was sie sagt.
Das ist nicht immer so, oft genug führt Merkels nüchterne Herangehensweise an Themen dazu, dass Gefühle kaum spürbar werden. Diesmal war das anders. Die Kanzlerin zitierte die Namen der zuletzt gefallenen Soldaten. Und sie betonte, dass die Opfer, die von Soldaten und ihren Familien erbracht werden müssen, nicht länger als Kollateralschaden behandelt werden würden.
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An Hanns0815:@, Sie schrieben einen recht guten Beitrag,nur in einem Punkt muss ich ihnen Widersprechen. Die SPD war 1914 am Ausbruch des ersten Weltkrieges nicht Schuldig. Um die Ereignisse von damals zu schildern,fehlt hier die Zeit. Jeder der Lesen kann,ist in der Lage sich mit diesen Ereignissen zu befassen, ich moechte sie noch auf die Tatsache hinweisen,das der Franzoesische Chef der dortigen Sozialisten,der das auch verhindern wollte ermordet wurde.Frau Merkel kann man in dieser Sache einige Fehler vorwerfen,mit recht. Nur sie hat wie sie Schreiben diesen Konflickt uebernommen,von Leuten die es heute nicht gewesen sein wollen. Es war schon immer das selbe,einen Krieg oder Konflickt kann man jeder Zeit beginnen,nur das Beenden das ist eine sache fuer sich,das liegt nicht mehr in deiner Hand.
So leicht kann man merkel nicht die Schuld für all die vielen toten afghanischen Zivilisten und deutschen Soldaten in die Schuhe schieben. So dumm, wie Stefan Braun zu hoffen scheint, sind die Leser nun auch nicht. Die wissen ganz genau, dass es die Regierung aus SPD und Grünen, aus Schröder, Scharping, Struck, irgendwie auch Steinmeier und jedenfalls Fischer war, die diesen Krieg angezettelt hat. Es sind daher die Toten der SPD. Wie schon 1914 hat die SPD einen Krieg erst ermöglicht, der ohne diese Partei sonst nicht stattgefunden hätte. Es bleiben die Toten der SPD, die dort unten entstehen.
Ein sehr interessanter Artikel und interessante Meldung, die seltsamer Weise in keiner unserer "Qualitätsmedien" auftauchte.
Eignet sich wohl nicht so gut zur Aufrechterhaltung vom Bild des blutrünstigen, terroristischen und friedensunwillligen Taliban?:
Der höchste Talibanführer ist bereit, über Frieden zu reden
Von Stephen Grey in Kandahar
TIMES ONLINE, 18.04.10
( http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/afghanistan/article7100889.ece
Der höchste Führer der Taliban, Mullah Mohammed Omar, hat erklärt, dass er und seine Anhänger zu Friedensgesprächen mit westlichen Politikern bereit seien.
In einem Interview mit der SUNDAY TIMES haben zwei angesehene islamische Gelehrte der Taliban-Bewegung eine Botschaft der Quetta Shura, des herrschenden Rates der
Taliban, übermittelt; daraus geht hervor, dass Mullah Omar nicht
mehr die Absicht hat, über Afghanistan zu herrschen.
Sie erklärten, er sei zu "ernsthaften und ehrlichen"
Gesprächen bereit.
Gerade verkündet Außenminister Westerwelle den Abzug aus Afghanistan der Bundeswehr für Ende 2011.
Prima Guido!
Dann lass unsere Kanzlerin aber erstmal kräftig im Sommer draufhauen und Taliban dezimieren.
Wenn die Taliban pfiffiger und kampfstärker als erwartet sein sollten und entsprechend eine hohe Frequenz an Zinksärgen nach Hause kommt, dann seid ihr hoffentlich zu einem eigenen Rücktritt bereit:
Kanzlerin und Vizekanzler!
Armer Guido, Du sollst auch von Rasmussen und Hillary wieder ein paar Maulschellen à la Mixa wegen Deines Atomrüstungsvorschlages abbekommen haben?
Hat denn wenigstens dein Leibgericht geschmeckt?:
"Kip mit Fritjes à la Morales"?
Vergelt's Gott, Guido!
Wenn man so hört, wie unsere tapferen deutschen Soldaten in den deutschen Kasernen vor Langeweile anfangen, sich gegenseitig zu misshandeln, sich besaufen und rohe Leber fressen, sollte man eigentlich dankbar wenn sein, wenn sie mal in Afghanistan auf Patrouille gehen.
Paging