Es ist das schwierigste Ergebnis einer Bundestagswahl: Erstmals hat kein Lager eine Mehrheit im Parlament. Wer am Ende mit wem regiert und wie der Regierungschef heißen wird, ist völlig offen. sueddeutsche.de dokumentiert die Ereignisse seit dem 18. September fortlaufend.

Mittwoch, 28. September: Bei einer zweiten Sondierung in größerer Runde wird nach Angaben der Beteiligten nicht über die Kanzlerfrage gesprochen. Beide Seiten äußern sich positiv über die Aussichten einer Regierungsbildung. Für den 5. Oktober wird ein weiteres Gespräch vereinbart.

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Dienstag, 27. September: Einen Tag vor dem zweiten Sondierungsgespräch bauen Union und SPD keine neuen Hürden auf.

Montag, 26. September: Die Präsidien von CDU und SPD tagen, dabei gibt es keine Bewegung in der Kanzlerfrage.

Samstag/Sonntag, 24./25. September: Zwischen den großen Volksparteien gibt es erste Zeichen der Annäherung. Die Union fordert aber von der SPD vor Koalitionsverhandlungen die Anerkennung einer Kanzlerschaft von Merkel. Amtsinhaber Schröder sieht hingegen keinen Grund, vor Aufnahme der Gespräche die Kanzlerfrage zu entscheiden.

Freitag, 23. September: Die Grünen lehnen nach einem Sondierungsgespräch mit Merkel und Stoiber zunächst weitere Unterredungen über Möglichkeiten einer gemeinsamen Regierungsbildung ab. Damit ist die Option "Jamaika" vorläufig gescheitert. Die Bundestagsfraktion der Linkspartei wählt Ex-PDS-Chef Gregor Gysi und den ehemaligen SPD-Chef Oskar Lafontaine mit großer Mehrheit zum Führungsduo.

Donnerstag, 22. September: Merkel und Stoiber treffen sich mit den Spitzen von FDP und SPD. Im Fall des Wunschpartners FDP sollen jetzt die Generalsekretäre beider Parteien aufschreiben, wo es Dissens gibt. Die SPD beharrt weiter darauf, selbst den Kanzler zu stellen.

Mittwoch, 21. September: Die Parteien kommen zu ersten Sondierungsgesprächen zusammen. Zum Auftakt in Berlin beraten sich die Spitzen von SPD und Grünen.

Dienstag, 20. September: Merkel wird mit 98,6 Prozent der Stimmen als Fraktionschefin der Union bestätigt. Auch Franz Müntefering wird mit 95,2 Prozent Zustimmung erneut SPD-Fraktionsvorsitzender. Für Überraschung sorgt Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit seiner Erklärung, nicht für Spitzenämter in Partei und Fraktion zur Verfügung zu stehen.

Montag, 19. September: Die Parteien beraten in Berlin und München über die Konsequenzen der Wahl. Union und SPD beharren auf ihrem Anspruch, den Kanzler zu stellen. Beide wollen mit allen Parteien außer der Linkspartei über ein mögliches Bündnis sprechen. Im Gespräch sind vor allem eine große Koalition aus Union und SPD oder ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen ("Jamaika-Koalition").

Sonntag, 18. September: Union und SPD verlieren bei der Bundestagswahl deutlich an Stimmen. CDU und CSU erreichen nur 35,2 Prozent, die SPD kommt lediglich auf 34,3 Prozent. Somit reicht es weder für eine schwarz-gelbe noch für eine rot-grüne Koalition. Zu den Gewinnern zählen die FDP mit 9,8 Prozent und die Linkspartei mit 8,7 Prozent, die Grünen bleiben annähern konstant.

Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und CDU-Chefin Angela Merkel beanspruchen am Abend in einem TV-Schlagabtausch die Kanzlerschaft für sich. FDP-Chef Guido Westerwelle lehnt eine Koalition mit Rot-Grün entschieden ab.

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(sueddeutsche.de/dpa)