Die ultraorthodoxe Schas-Partei hat eine Koalitionsregierung endgültig abgelehnt. Nun rücken Neuwahlen näher - und die könnten Tzipi Livni um die Chance bringen, Regierungschefin zu werden.

In Israel wird eine baldige Neuwahl des Parlaments immer wahrscheinlicher. Die ultraorthodoxe Schas-Partei erklärte am Freitag, sie werde einer Koalitionsregierung der designierten Ministerpräsidentin Zipi Livni nicht beitreten.

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Neuwahlen könnten Tzipi Livni um die Chance bringen, Regierungspräsidentin zu werden. (© Foto: dpa)

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Streit über den Friedensprozess

Das spirituelle Oberhaupt von Schas, Rabbi Ovadia Josef, lehnte am Freitag auch das letzte Angebot von Livni ab. Schas und Livnis Kadima-Partei streiten unter anderem über die Erhöhung des Kindergeldes sowie über Friedensverhandlungen mit den Palästinensern.

Livni hatte Schas am Donnerstagabend ein Ultimatum gestellt und eine Entscheidung bis zum Sonntag verlangt. Außerdem stellte sie klar, dass sie nicht zu einem Stopp der Friedensverhandlungen bereit sei.

Livni sei den Forderungen der Partei nicht entgegengekommen, sagte ein Sprecher in Jerusalem. Unter diesen Bedingungen sei die Schas nicht in der Lage, sich an der Regierung zu beteiligen.

Sollte die Partei an dieser Position festhalten, bleiben Livni zwei Möglichkeiten: Sie könnte mit der Hilfe kleinerer Parteien ein Regierungsbündnis bilden oder für Anfang kommenden Jahres eine Neuwahl ansetzen.

Letzte Chance für Livni

Die designierte Regierungschefin hat am Donnerstag ein Ultimatum gestellt und erklärt, falls bis Sonntag keine Regierung zustande komme, werde es Neuwahlen geben. Die bisherige Außenministerin hat noch zehn Tage Zeit, eine Regierung zu bilden.

Umfragen zufolge könnte eine Parlamentsneuwahl Livni um eine historische Chance bringen: Sie wäre Israels erste Ministerpräsidentin seit über 30 Jahren.

Die Demoskopen räumen derzeit der oppositionellen Likud-Partei Chancen auf einen Wahlsieg ein. Livni wurde am 17. September zur Kadima-Vorsitzenden gewählt, nachdem der noch amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert wegen Korruptionsvorwürfen seinen Rücktritt angekündigt hatte.

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(sueddeutsche.de/AP/dpa/jkr/cag)