Von Susanne Höll

SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler rät der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti, auch ohne eigene Mehrheit zur Wahl des Ministerpräsidenten anzutreten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Andrea Ypsilanti nicht kandidiert", sagte Stiegler der Süddeutschen Zeitung.

Im Streit über den Umgang der SPD mit der Linkspartei unterstützt der Vize-Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Ludwig Stiegler, die Pläne der hessischen Landeschefin Andrea Ypsilanti, ohne eigene Mehrheit für das Amt des Ministerpräsidenten anzutreten.

"Wo die Stimmen herkommen, wird nicht festzustellen sein." - SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler. (© Foto: dpa)

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"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Andrea Ypsilanti nicht kandidiert", sagte Stiegler der Süddeutschen Zeitung.

"Wo die Stimmen herkommen bei der Wahl, wird nicht festzustellen sein. Sie könnten auch aus der CDU stammen oder von FDP-Abgeordneten, die nach Rheinland-Pfalz schielen und sich dem Diktat (des Parteivorsitzenden) Westerwelle nicht beugen wollen", fügte er mit Blick auf die Weigerung der FDP, mit SPD und Grünen in Hessen eine Koalition einzugehen hinzu.

Eine Zusammenarbeit der SPD mit der Linkspartei lehnte er strikt ab. Mit seiner Position stützt Stiegler indirekt aber auch Überlegungen des SPD-Parteivorsitzenden Kurt Beck, wonach sich Ypsilanti am 5. April zur Wahl stellen und notfalls auch mit Stimmen der Linken wählen lassen könnte.

Becks Äußerung vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg am Sonntag hat in der SPD für starke Verärgerung gesorgt, insbesondere bei den Sozialdemokraten in der Hansestadt. Deren Altbürgermeister Henning Voscherau griff Beck wegen seiner Bemerkungen scharf an.

"Diese Debatte ist gegenüber der Hamburger SPD extrem rücksichtslos", sagte er Spiegel-Online. Die SPD kann nach Umfragen mit 34 bis 35 Prozent der Stimmen rechnen.

Die CDU dürfte ihre absolute Mehrheit verlieren, Linkspartei und Grüne können anders als die FDP mit dem Einzug in die Bürgerschaft rechnen. Unklare Machtverhältnisse wie in Hessen sind nicht ausgeschlossen.

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(SZ vom 23.2.2008/jkr)