Das Kabinett hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, nach dem Internetanbieter Kinderporno-Seiten künftig für ihre Kunden sperren müssen. Es soll noch im Sommer in Kraft treten.
Die Bundesregierung hat ein Gesetz zur umstrittenen Blockade von Kinderporno-Seiten im Internet auf den Weg gebracht. Das Kabinett beschloss an diesem Mittwoch in Berlin einen entsprechenden Entwurf.
Bild vergrößern
"Stopp" für Kinderpornos im Internet: Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). (© Foto: ddp)
Anzeige
Das Gesetz soll noch vor Ende der Wahlperiode in Kraft treten, muss dazu aber noch den Bundestag und Bundesrat passieren. Es soll privatwirtschaftliche Internet-Anbieter mit mindestens 10.000 Kunden und damit 97 Prozent des Marktes erfassen.
Es bestehe auch die Möglichkeit, die Täter zu verfolgen, sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU). "Ob und wie die Strafverfolgungsbehörden davon Gebrauch machen, das steht auf einem anderen Blatt", sagte sie.
Das die geplante Blockade längst nicht alle Zugriffe auf Kinderporno-Seiten unterbinden wird unterbinden können, räumt die Bundesregierung in ihrem Gesetzesentwurf ein. "Die Vorschrift ist auf eine Handlungspflicht ausgerichtet, nicht auf einen Erfolg, denn es ist nach dem gegenwärtigen Stand der Technik nicht auszuschließen, dass der Zugang zu kinderpornografischen Inhalten trotz der Sperrmaßnahmen der Anbieter nicht vollständig verhindert werden kann." Es sei aber bereits viel erreicht, wenn solche Angebote nicht ohne weiteres zugänglich seien, heißt es in dem Papier.
Bisher ist die Blockade freiwillig
Am vergangenen Freitag hatten fünf der größten deutschen Internet-Anbieter freiwillig Verträge mit dem Bundeskriminalamt (BKA) unterzeichnet. Darin verpflichten sich die Firmen, vom BKA identifizierte Internet-Seiten mit Kinderpornos zu sperren. Wer auf die entsprechenden Seiten kommt, soll dann ein Stopp-Schild sehen.
Kritiker führen an, dies sei der Einstieg in eine staatliche Zensur. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte, er sehe im härteren Vorgehen gegen Kinderpornografie "ein wichtiges, ein entscheidendes Signal". Ihm sei jedoch klar, dass es sich bei dem Gesetz nicht um ein Allheilmittel handeln werde.
(sueddeutsche.de/dpa/mikö/liv)
Die Ärzte in München
Die Texte, die den Unsinn des angebl. Kampfes gegen ... gegen was heute? ... ach so, gegen Kinderporno aufzeigen:
www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867
www.padersolutions.de/wordpress/2009/04/17/familienministerin-und-provider-beschliesen-internetzensur-fur-deutschland-das-ende-der-freien-meinungsauserung/
http://infowars.wordpress.com/2007/08/05/dossier-operation-ore-der-grosste-polizei-justiz-und-medienskandal-des-neuen-jahrtausends-teil-1/
www.lawblog.de/index.php/archives/2009/04/01/drogen-kinderporno-killerspiele/
www.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/25/die-legende-von-der-kinderpornoindustrie/
Hier zeigt Frau von der Leyen, wes Geistes Kind sie ist: Selbst das Leiden unschuldiger Kinder ist ihr nicht zu billig um daraus politischen Profit zu schlagen und sich dem uniformierten Bürger als Jeanne d'Arc zu präsentieren. Schämen Sie sich!
Es wird jedem, der zweimal nachdenkt klar sein, dass die Gesetzesvorlage undemokratisch, verfassungsfeindlich und für das angegebene Ziel unwirksam ist. Wenn sich die causa nicht still und leise von selbst auflöst, wird sie spätestens vom Verfassungsgericht kassiert werden. Warum also dieser Aufmarsch?
Ich hatte einmal vor 10 Jahren meine Internetseite mit Edelsteinen eingestellt. Ich recherchierte im Internet auf anderen Seiten und gab als Suchwort einen Edelsteinnamen. Unter den ersten zehn Treffern waren 3 Pornoseiten.
Schon mehrmals habe ich Kommentare von Euch zu diesem Thema gelesen und kann Sie nicht verstehen.
Wenn das Kinderporno eingestellt ist, ist das Verbrechen bereits geschehen.
Man kann den anderen Kommentatoren nur beipflichten und Sie sollten diese lesen und die Links nutzen sich wirklich über das Thema zu informieren, oder die Gesetzesvorschläge der Regierenden durch Argumente untermauern.
Zugegeben ich habe mich nicht eingehend mit diesem konkreten Gesetzesvorschlag befasst, aber ich bin der Meinung, dass es Grenzen für Freiheit gibt, wenn Menschen Schaden zugeführt wird.
Kindesmissbrauch ist gegen die Menschenrechte, das meinte ich. Es gibt Menschen, die das als Geschäft betreiben und das Internet als Absatzweg nutzen, denen könnte durch Sperren das dreckige Geschäft schwerer gemacht werden.
Wer sich dann gezielt auf solchen Plattformen tummelt, der kann dann nicht mehr behaupten er habe sich verklickt. Da sollte dann schneller reagiert werden.
Ich sehe aber auch die Gefahr, dass es als Türöffner für die Rechteverwerter und "Abmahnjuristen" genutzt wird, die Geld von den Eltern Jugendlicher Internetnutzer erpressen wollen, weil die jetzt Songs nicht mehr auf Kassette, sondern über das Netz tauschen.
Oder um die Regierung vor kritischer Berichterstattung zu schützen und die Vernetzung im Internet zu überwachen (online-Versammlungsrecht?)...
Aber es muss etwas geschehen, wobei die Sperrung nur der erste Schritt sein kann.
Paging