Mit stoischer Sturheit und taktischen Geschick hat Mirek Topolanek Dutzende Attacken abgewehrt. Mitten in der Wirtschaftskrise zwingt die Opposition den EU-Ratspräsidenten zum Rücktritt.
Es ist keine Anspannung so groß und keine Krise so heftig, als dass es nicht noch schlimmer kommen könnte. Diese Erfahrung macht derzeit der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek. Seit gut zwei Jahren führt er eine grün-konservative Dreier-Koalition, und nie war ihm in dieser Zeit ein ruhiges, kraftvolles Regieren beschieden.
Auch seine Sturheit konnte Mirek Topolanek nicht retten. (© Foto: Reuters)
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Von Anfang an wurde seine Arbeit erschwert durch die äußerst knappen Mehrheiten, und diese Last ist von Monat zu Monat nur noch größer geworden. Auch die Ratspräsidentschaft der EU, die Tschechien in diesem Halbjahr innehat, wird davon beeinträchtigt. Topolanek hat für sie die Hände nicht mehr frei: Gerade jetzt, zur Halbzeit der EU-Periode und mitten in der Wirtschaftskrise, zwang ihn die Opposition zum Rücktritt.
Der Vorgang zeigt exemplarisch, in welcher Weise parteipolitischer Egoismus gerade in Mittel- und Osteuropa die politische Entwicklung behindert. Zwar gibt es ärgerliche und sehr hinderliche Reibereien auch in Berlin, zwar leidet auch Italien unter den endlosen Kleinkriegen der Parteien. Im postkommunistischen Kosmos aber richten der Mangel an staatsmännischem Verantwortungsbewusstsein und der ausgeprägte Unwille zum demokratischen Kompromiss gerade jetzt besonders großen Schaden an.
Dass Ungarn, Rumänien und Lettland von der EU und vom Internationalen Währungsfonds Geld brauchen, um den Staatsbankrott zu vermeiden, geht sehr wesentlich auch auf die von den Parteien verursachte partielle Lähmung der politischen Entscheidungsprozesse zurück.
Die Misswirtschaft hat ja eine Vorgeschichte. Unerlässliche Reformen blieben liegen, Klientelpolitik und populistische Verheißungen traten an die Stelle nüchternen Kalküls. Politische Gegner sind nicht in der Lage, im Interesse der Nation Meinungsverschiedenheiten und persönliche Feindseligkeiten hintanzustellen und gemeinsam die unumgänglichen Sanierung einzuleiten. Das ist für die Bürger ebenso enttäuschend wie für die Nachbarn in der EU.
Im Falle Tschechiens liegen die Dinge zwar in mancher Hinsicht anders, aber auch hier entfaltet der politische Betrieb eine negative Wirkung. Tschechiens Banken haben kein Gift im Schrank und brachten die Kreditmärkte nicht zum Beben. Die Wirtschaft ist stark, von strangulierenden Privatdarlehen in fremder Währung wurde bisher nichts bekannt. Jede voreilige Verallgemeinerung über eine angebliche Krisengroßregion Mittel- und Osteuropa ist deshalb fehl am Platz. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind bedeutend.
Tschechiens Regierung hat auch durchaus Reformen angepackt. Für die Einführung von Praxisgebühren und andere Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen bezahlte Topolaneks ODS bei einer Senatswahl im vorigen Herbst mit herben Stimmenverlusten.
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Szene München
Sonst könnte er gar nicht übersehen, dass Tschechien nahezu vollständig von internationalen Konzernen abhängig ist. Die Absatzkrise bringt nun das Land an den Rand des Bankrotts.
Ist Blindheit immer öfter ein Mittel der Arbeitsplatzerhaltung? Wer mit Blindheit geschlagen ist hingegen pardoniert, er kann ja nix dafür. Aber muß er deswegen gleich als Journalist arbeiten? Er könnte doch in der Gemeindebücherei von Tuttlingen genauso sein Brot verdienen, oder?
Jeder Bäcker an der Ecke wußte, dass man Staaten so unterschiedlicher Wirtschaftskraft nicht so kompromißlos zusammenbacken kann, nur unsere Sozialträumer in der Regierung, die eben berufsbedingt (Lehrer, Beamte, Juristen), nichts von Wirtschaft verstehen, haben diesen unsäglichen EU Klamauk durchgezogen, wissenderweise ohne das Volk zu fragen ob es D-Mark und nationale Selbständigkeit aufgeben will. Bisher konnte man noch gute Miene zu diesem Schmarrn machen, denn es ging eindeutig zu Lasten Deutschland`s und das wird auch bis zum Zusammenbruch der EU, der hoffentlich bald kommt, so bleiben.
"Vorher aber sollten sie die massiven E-Beihilfen zurückzahlen"
Tja! mitgemacht, mitgefangen, trotzdem hilft uns das nicht weiter, das Kind ist in Brunnen gefallen und das gleich 12 X, alles rückgängig machen? Geht nicht , das wäre die grösst mögliche Katastrophe, also weiter machen, bis wir so Reich werden wie der kleinst mögliche Nenner.
A.Q
...das politische Europa wird sich in 5 Jahren ganz anders präsentieren. Die Erfahrung der letzten 20 Jahre haben gezeigt, daß ein freiwilliger Konsens unterschiedlichster Staaten, sowohl in Sprache als auch Kultur, nur zu Schönstwetterzeiten funktioniert. Die nationalen Eigensüchteleien sind einfach zu groß um zu erkennen, daß man in einem Boot sitzt und es in Zeiten der Globalisierung und des Internets eben diese Streitereien sind, die China, Amerika, Brasilien und alle anderen Wirtschaftsblöcke jubilieren lassen ob dieser patriotischen Dummheit.
rechts), spektakuläre enden von ermittlungen von korruption der regierungsmitgliedern, zuegeständnisse von abgeordneten der regierungsparteien, dass sie "materialien" gasammelt haben um nicht konforme abgeordneten zu den richtigen schritten "positiv" oder "negativ" motivieren zu können, ...
wirklich schade um diese regierung :-)
Paging