Die SPD kann ihren Mitgliederschwund nicht stoppen - Grund ist vor allem die Unzufriedenheit mit den Arbeitsmarktreformen. Erstmals in der Geschichte der BRD könnte die CDU bald mitgliederstärkste Partei werden.
Die SPD bereitet sich darauf vor, dass ihr die CDU erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik den Rang als mitgliederstärkste Partei Deutschlands abläuft. Der SPD-Bundesgeschäftsführer Martin Gorholt sagte am Montag in Berlin, zwar habe sich die Mitgliederabwanderung in diesem Jahr etwas verlangsamt. "Doch wir sind nicht zufrieden mit der Entwicklung", fügte er hinzu.
Alarmierende Zahlen für die SPD und ihren Vorsitzenden Kurt Beck: Der Partei laufen die Mitglieder davon (© Foto: dpa)
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Die SPD habe aus den Verlusten Konsequenzen gezogen und wolle die Mitgliederwerbung zu einem regelmäßigen Thema der Parteiarbeit machen und sich darum bemühen, die Bindung zu den Anhängern zu stärken.
Nach den jüngsten Zahlen von Ende Mai liegt die SPD mit 531.737 Mitgliedern noch knapp vor der CDU, die am 31.Mai 531.299 eingeschriebene Anhänger zählte. Der Vorsprung von 438 Mitgliedern könnte aber schon in den nächsten Wochen oder Monaten verschwinden. Die SPD erwartet die Juni-Zahlen in dieser oder der kommenden Woche.
Die Mitgliederentwicklung wurde neben den derzeit schlechten Umfragezahlen und der heftigen Führungskrise der Bundes-SPD als ein Zeichen für die Schwäche der Sozialdemokraten gewertet. Gorholt sagte, in den ersten fünf Monaten dieses Jahres hätten Neueintritte den Mitgliederverlust durch Austritte oder Tod etwas gemildert. In den Vorjahren habe die Partei bundesweit jeden Monat etwa 2000 Mitglieder eingebüßt, derzeit seien es etwa 1600.
In zahlreichen Landesverbänden, etwa auch in Nordrhein-Westfalen, liegt die Christdemokratische Union schon jetzt vor den Sozialdemokraten. Nach Gorholts Worten hatte die CDU dort Ende Mai 164.000 Mitglieder, die SPD noch 142.000. In Bremen hat die SPD mit 5050 Mitglieder (CDU: 3280) noch die Nase vorn, ebenso in Berlin mit 15.800 (12.500) und im Saarland mit 22.300 (20.600). Die SPD hatte sich schon vor zwei Jahren das Ziel gesetzt, verstärkt neue Mitglieder zu werben und Austritte, wenn möglich, zu reduzieren.
Besonders stark waren die Mitgliederverluste in den Jahren 2003 und 2004, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder an der Spitze der rot-grünen Koalition seine insbesondere von der Arbeitnehmerschaft heftig kritisierte Agenda 2010 mitsamt der Hartz-Arbeitsmarktreformen durchgesetzt hatte. Damals hatten nach Gorholts Worten pro Jahr etwa 50.000 Mitglieder ihr Parteibuch zurückgegeben.
Gemessen an den Mitgliederzahlen hatte die SPD in den 70-er Jahren ihre beste Zeit. Damals zählte die Partei 1.022.193 Millionen eingeschriebene Anhänger. Diese Größe wird die SPD nach eigener Einschätzung nie wieder erreichen. In den vergangenen Jahren haben alle Parteien Mitglieder verloren; bei der CDU, aber auch ihrer Schwesterpartei CSU ist der Schwund aber nicht so dramatisch wie bei den Sozialdemokraten.
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(SZ vom 01.07.2008/aho)
UN-Tourismusorganisation
Die CDU profitiert bis heute davon, dass sie in den 80er Jahren über RCDS und Junge Union viele neue Mitglieder gewann, die jetzt natürlich noch etwas zu jung sind, um als Mitglied wegzusterben.
Also zur Hölle ist die SPD ganz bestimmt noch nicht geworden, der man per Austritt zu entrinnen versucht Frau Höll.
...wird's die SPD auch nicht mehr richten. Anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie Mitglieder "geworben" werden können, sollte die Partei lieber wieder ein glaubwürdige echte "Reform"politik vertreten. Dazu gehört auch eine Öffnung gegenüber der Linken. Zu meiner Jugendzeit bedeutete "Reform" eine Verbesserung der Lebensverhältnisse für die Mehrheit der Bevölkerung. Seit Schröder, den ich, ich geb's zu und bedauere es inzwischen zutiefst, mitgewählt habe, ist "Reform" zu einem Ausdruck des Schreckens geworden, sofern man nicht zu den Finanzspekulanten, Gewinnmaximierern, Ellenbogenliberalen usw. gehört.
Schröder aus der Versenkung? Das wäre so, als würde man den Henker damit beauftragen, seine gehillten Opfer wieder zum Leben zu erwecken!
Seit Monaten wird im publizistischen Mainstream, vom "Parteienfernsehen" bis zu den Druckerzeugnissen der grossen Medienkonzerne, die These bemüht, Kurt Becks "Schlingerkurs" um eine klare Abgrenzung zur LINKEN koste die SPD Wähler und führe zu schlechten Umfragewerten. Landauf, landab ist zu hören, "SPD- Anhänger" wünschten sich Schröders Ex- Aktentaschenträger Steinmeier als Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten... und nun das hier:
"Besonders stark waren die Mitgliederverluste in den Jahren 2003 und 2004, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder an der Spitze der rot-grünen Koalition seine insbesondere von der Arbeitnehmerschaft heftig kritisierte Agenda 2010 mitsamt der Hartz-Arbeitsmarktreformen durchgesetzt hatte ."
Trifft dies nicht auch auf den Großteil des Wählerschwundes zu? Ist somit nicht klar, daß Schröder und seine Mitläufer und Helfer wie Müntefering, Steinbrückmeier, etc. mit ihrer Abkehr von sozialdemokratischer Politik die Totengräber der Partei sind? Oder ist hier einfach nur etwas herausgerutscht?
downsizing bis hinunter auf die Größe des Seeheimer Kreises.
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