Präsident Bush will die Abhängigkeit der USA vom arabischen Öl bis zum Jahr 2025 deutlich verringern. Er rief zur Fortsetzung des Kampfes gegen den Terror auf und wandte sich direkt an die iranische Bevölkerung.
Unter dem Eindruck eines gewaltigen Haushaltsdefizits und eines unpopulären Krieges hat der amerikanische Präsident George W. Bush angekündigt, die internationale Führungsrolle der USA zu erhalten.
US-Präsident George W. Bush hält seine Rede zur Lage der Nation. Ihm applaudieren Vize-Präsident Dick Cheney (l.) und Dennis Hastert. (© Foto: AP)
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Das Land sei stark, trotz der Sorgen wegen des Irak-Krieges, der wirtschaftlichen Lage und der steigenden Energiepreise, sagte der Präsident in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstagabend (Ortszeit) im Kapitol von Washington. Die US-Wirtschaft warnte er dennoch vor Selbstgefälligkeit.
"Amerika ist süchtig nach Öl, das oft aus instabilen Teilen der Welt importiert wird", sagte Bush. Diese Abhängigkeit von Ölimporten aus dem Ausland müsse verringert werden. Er forderte die Erforschung alternativer Treibstoffe, um Ethanol aus Holz und Getreide zu gewinnen.
400 Milliarden Haushaltsdefizit
"Unser Ziel ist es, diese Art von Ethanol innerhalb von sechs Jahren zum Einsatz zu bringen", sagte Bush unter dem Applaus der Zuhörer.
"Durchbrüche bei dieser und anderen Technologien werden uns helfen, ein anderes großes Ziel zu erreichen: mehr als 75 Prozent unserer Ölimporte aus dem Nahen Osten bis 2025 zu ersetzen."
Angesichts eines Haushaltsdefizits, das in diesem Jahr 400 Milliarden Dollar überschreiten könnte, konnte Bush keine teuren neuen Initiativen ankündigen. Er forderte jedoch die Ausbildung von 70.000 Lehrern, die Kurse für Fortgeschrittene in Mathematik und Naturwissenschaften unterrichten sollten.
Die USA müssten ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern, erklärte Bush. "Die amerikanische Wirtschaft ist überragend, aber wir könne es uns nicht leisten, selbstzufrieden zu sein", sagte er.
"In einer dynamischen Weltwirtschaft sehen wir neue Wettbewerber wie China und Indien." Bush kündigte in seiner Rede auch eine Fortsetzung des Kampfes gegen den Terrorismus an.
Keinen Frieden und keine Ehre
Ein Rückzug werde keinen Frieden und keine Ehre bringen, sagte Bush. Er nannte erneut keinen Zeitplan für einen Abzug der amerikanischen Truppen.
Darüber müsse die Führung der Streitkräfte vor Ort entscheiden, erklärte der Präsident. Zum Konflikt um das iranische Atomprogramm sagte der US-Präsident, die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten seien sich einig, dass das Land keine Atomwaffen entwickeln dürfen.
Direkt an das iranische Volk gewandt erklärte er, die USA wollten eines Tages ein enger Freund eines freien und demokratischen Irans seien.
Bush forderte Saudi-Arabien und Ägypten auf, ihren Bürgern größere Freiheiten zu gewähren. "Jeder Schritt zum Frieden in der Welt macht unser Land sicherer", sagte er.
"Die Demokratien im Nahen Osten werden nicht wie unsere aussehen, weil sie die Traditionen ihrer Bürger reflektieren werden. Aber die Freiheit wird die Zukunft jedes Landes im Nahen Osten sein."
Die Hamas müsse nach ihrem Wahlsieg Israel anerkennen, die Waffen niederlegen und für einen anhaltenden Frieden arbeiten.
(AP)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev