Der Anwärter für das Weiße Haus hat eine bewegende Rede gehalten, in der er Einigkeit zwischen Schwarzen und Weißen beschwor. Sie hat nur einen Schönheitsfehler: Barack Obamas Motivation.
Es war eine bewegende Rede. Eindringlich hat Barack Obama, der schwarze Kandidat für das Weiße Haus, an seine Nation appelliert, alte Gräben zu überwinden.
Bild vergrößern
Unliebsames Thema mit Krisenpotenzial: Barack Obama muss sich zum wiederholten Male von seinem Pastor distanzieren. (© Foto: AFP)
Anzeige
Der Kandidat hat die Wahrheit gesagt: Dass Schwarze wie Weiße das bittere Erbe der Sklaverei und den Rassenkonflikt bis heute in ihrem tiefsten Innern kultivieren. Seine Antwort ist ein neuer amerikanischer Traum, eine Eintracht, die Vorurteile überwindet.
Allein, Barack Obama hat seine einigende Botschaft nicht aus freien Stücken verkündet. Der Orator mit dem Anspruch, ein nationaler Versöhner zu sein, war zuvor in die Defensive geraten.
Journalisten hatten in den Archiven gestöbert und Hetzreden seines Pastors in Chicago zu Tage gefördert: Ausgerechnet jener Gottesmann, der Obama vor 20 Jahren zum Christentum bekehrte und später traute, hatte wiederholt gepoltert, Rassismus gehöre zum Gründerfundament der Vereinigten Staaten.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 predigte der Vertraute des Präsidenten in spe sogar, die Nation habe die Anschläge - per Atombombe auf Hiroschima und mit proisraelischer Nahostpolitik - selbst über sich gebracht. Obama distanziert sich, bestreitet jede klammheimliche Sympathie. Und er riskiert dennoch, dass sich die Tiraden seines früheren Ziehvaters erst recht in den Köpfen der Amerikaner festsetzen werden.
Obamas Gegner - Hillary Clinton in der eigenen Partei und erst recht die Republikaner - werden der Versuchung kaum widerstehen, die Strahlkraft des schwarzen Mannes mit den düsteren Zitaten seines Pastors zu schmälern. Der Kandidat will Eintracht säen - aber dass seine Ernte im Weißen Haus aufgehen wird, ist plötzlich fraglicher denn je.
- Die Rede im Wortlaut Obama will Spaltung der Gesellschaft überwinden 19.03.2008
- Grundsatzrede von Obama "Das Thema Rasse offen diskutieren" 18.03.2008
- Wahlkampf USA Er weiß, dass er uns hat 16.03.2008
- Nach Kritik an USA Obama distanziert sich von Pastor 15.03.2008
- Das neue britische Kabinett Camerons Balanceakt 17.05.2010
- Regierungswechsel in Großbritannien Eine britische Revolution 14.05.2010
- David Cameron Der neue Blair - Premier war das Mindeste 12.05.2010
(SZ vom 19.03.2008/grc)
Debatte um Militärintervention in Syrien
schreibt fast unisono die Hillary Cl. hoch und Barack Obama ist gerngesehene
Projektionsfläche
Jede abstruse Kampagne der Clintons wird begierig aufgenommen und nachgeplappert.
Inzwischen nimmt das schon eher peinliche Züge an, denn in den Staaten sieht das ganz anders aus:
Ich habe Verwandte in Californien und Portland Oregon, die mir gerade heute morgen berichteten, dass der Tenor besonders auch nach der gestrigen Rede dahin geht, dass Obama sich als Präsident 'von uns allen' präsentiert hat. Es hätten viele bisher unentschiedene WählerInnen sich zu Obama bekannt.
Wenn Sie die Blogs der maßgeblichen Zeitungen zu der Rede ansehen, ist die überwältigende Mehrheit der Ansicht, dass sie den künftigen Präsidenten gestern gesehen haben. Ganz ungeniert schreiben viele, dass sie bei der Rede geweint haben, was wir hier weder nachvollziehen noch bewerten können, geschweige denn sind wir in der Lage, die Situation zu beurteilen.
Es ist nur zu befürchten, dass die Großindustrie den Finger drauf hat mithilfe der Clintons, die nur als schlecht verkleidete Lobbyisten der Pharma, Öl- und Rüstungsindustrie durch die Lande reisen. Wie ich aus USA erfahren habe, sind sie Mitglieder in der u.a. mit Klan-Leuten besetzten Bilderberg group.
Dort gibt es hochgeheime Treffen, wo letzlich mit dem großen Geld die Meinung beeinflusst wird.
Im Zuge der Globalisierung gibt es genügend Kontakte zu unserem Großkapital, was entsprechenden Einfluss auf die hiesige Presse ausübt.
Ich stimme a.hauss und haensi zu, diese einseitige Darstellung des Kommentators (Strahlkraft!) hätte ich in Ihrer Zeitung lieber nicht gelesen.
doch die goldene Regel mal wieder zu.
Wenn du mal was falsch gemach hast, dann sorge dafür das es keiner erfährt. Und warum sich mal wieder alle aufregen, verstehe ich nicht.
Wenn die Amis eine Pseudowahrheit wollen, dann wollen sie sie. Eine Lüge die man nicht merkt, ist anscheinend immer noch besser als die Wahrheit eines Menschen.
Es ist doch immer wieder interessant wie etwas hochgekocht wird, alle wie ausgehungerte Kojoten sich drauf stürzen dabei mit dem Finger auf ihn zeigen und vergessen das sie mal selbst mal Jung waren.
Dann wird die Wahl dadurch entschieden, das man den schwächsten Punkt seines Gegeners findet um selbst stärker zu wirken als man ist. The Show must go on.
Arme Welt der Illusionen mit dem bemerkenswerten Wunder, das sie es bis hierher geschafft hat.
Da haben Sie natürlich recht, so vertrauensvoll blicke ich nun auch nicht in die Zukunft. Ich bin ja schon zufrieden wenn der evangelistische Irrsinn, der im Oval Office seine Blüten treibt, ein wenig auf Normalniveau zurückgefahren wird. Den Wechsel, der wirklich einen Kontrast darstellen würde, kann man natürlich nicht erwarten - das wissen die Amerikaner selbst auch. Die sind auch nicht dümmer als wir. Obama wäre genau wie alle anderen Staatsoberhäupter von den Machtstrukturen (von Helmut Kohl auch "Ostküste" genannt) abhängig, die den strategischen Kurs der Politik bestimmen. Immerhin fände ich interessant, was der Präsident mit seinen Mitteln ändern könnte.
Vergessen Sie bitte nicht, dass bekanntlich "Wer zuletzt lacht, lacht am Besten"!
Und ob "wir es noch dieses Jahr erleben werden" liegt ausschliesslich in der Macht derer, die über den IRAN-Überfall entscheiden.
DENN falls der Überfall noch dieses Jahr stattfindet, womit ich nach dem erzwungenen Rücktritt von Admiral Fallon noch stärker rechne als zuvor, bleibt uns die Bush-Gheney-Gang noch bis zum Ende dieses neuen Krieges erhalten!
Deshalb, nochmals, zur Erinnerung "Wer zuletzt lacht....."
Diese Rassismushetze ist unerträglich - und die SZ druckt das auch noch - von Clinton und seinen Affairen - der ja durch die Hintertür wieder ins Weisse Haus einzieht - spricht niemand. Erst eine angebliche muslimische Schule, dann der böse Pfarrer - so kann man das Blatt im Wahlkampf auch wenden. Und eine deutsche Presse die sich gierig auf alles stürzt, was nur gedruckt und veröffentlicht werden kann. Lesen Sie mal Newsweek - da steht der eigentliche Sieger schon fest. McCain! Den hat man nämlich vor lauter Medienrummel vergessen. Bush Nr. 2 - und die Rüstungsindustrie wird boomen - man braucht doch den Krieg im Irak, Afghanistan und demnächst den Iran. Weiter so - FRIEDLICHE WELT - wir haben genug noch vor unserer eigenen Haustür zu kehren. Die Hitlerherrschaft ist durch nichts zu tilgen.
Paging