Der Verfassungsschutz ist besorgt über die Entwicklung der rechten Szene in Sachsen Anhalt. Die Gewalttaten steigen an und der Rechtsextremismus durchdringt langsam die Alltagskultur.

Von der rechtsextremen Szene in Sachsen-Anhalt geht nach Einschätzung von Landesinnenminister Holger Hövelmann (SPD) eine wachsende Gefahr aus. "Der Rechtsextremismus beginnt langsam, die Alltagskultur zu durchdringen", sagte Hövelmann am Mittwoch bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2006 in Magdeburg.

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Glatzköpfige Schläger sind weiterhin unter den Anhängern der NPD zu finden, doch es werden mehr smarte Biedermänner. (© Foto: Getty Images)

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Die Gesamtzahl der Rechtsextremisten sei im Vergleich zum Jahr 2005 um rund 100 auf etwa 1500 gestiegen. Besonders zugenommen habe die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten um 150 auf 800.

Rechtsextreme begingen der Statistik zufolge im vergangenen Jahr 1240 politisch motivierte Straftaten, 110 mehr als im Jahr davor. Bei den rechtsextremistisch motivierten Gewaltdelikten - insgesamt waren es 122 - liegt das Land mit etwa 5 Taten je 100.000 Einwohnern bundesweit an der Spitze.

Nach Hövelmanns Worten streben die NPD und ihr Jugendverband die Führerschaft am rechten Rand an. Die Partei sei bemüht, sich Intellektuellen zu öffnen, was zum Teil auch gelinge. Der NPD- Landesverband sei strukturell ausgebaut worden, auch wenn die Zahl der NPD-Mitglieder 2006 lediglich um 10 auf 260 gestiegen sei.

Nach Einschätzung von Verfassungsschutz-Chef Volker Limburg treten Mitglieder der rechten Szene zunehmend selbstbewusst auf. Auch habe sich ihr Äußeres verändert: "Statt glatzköpfigen Skinhead-Schlägern in Bomberjacke und Springerstiefeln findet man zunehmend smarte Biedermänner, die jeder Schwiegermutter gefallen würden."

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(dpa)