Demonstrationsfreiheit heißt: Angemeldet darf jeder demonstrieren. In Dresden planen Neonazis zum Jahrestag des Bombardements einen Großaufmarsch - ihre Gegner werden von der Justiz behindert.
Ein Holzschnittbild im Stil, wie er den Nazis einst gefiel, ziert den Aufruf zur Demonstration: Es zeigt eine Frau mit bäuerlichem Kopftuch vor der Silhouette der Dresdner Frauenkirche. Seit Wochen mobilisieren rechtsextreme Gruppierungen im Internet und auf Flugblättern mit diesem Bild für einen Demonstrationszug durch die sächsische Landeshauptstadt. Zum 65. Jahrestag des Bombenangriffs auf Dresden am 13.Februar 1945 wollen sie den größten Aufmarsch von Neonazis in Europa organisieren. Dagegen machen Aktionsbündnisse des Linksspektrums Front, aber auch Konservative und die Oberbürgermeisterin. Kundgebungen sind geplant, Blockaden und eine Menschenkette: Mehr als zwanzig Veranstaltungen wurden angemeldet - ein Riesenauftrieb, für den sich die Polizei mit neuen Pfefferkugel-Pistolen aufgerüstet hat.
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Ein Plakat vor der Frauenkirche in Dresden ruft zur Gegendemonstration zum geplanten Nazi-Aufmarsch auf. Das Plakat war vergangenen Woche von der Dresdner Staatsanwaltschaft wegen "Aufrufs zu einer Straftat" beschlagnahmt worden. (© Foto: dpa)
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Vor einer möglichen Straßenschlacht aber stehen juristische Gefechte. Staatsanwälte ordneten Hausdurchsuchungen an, und auch das Oberverwaltungsgericht ist mit den Aufmärschen befasst: An diesem Donnerstag will es entscheiden, ob die "Junge Landsmannschaft Ostdeutschland" (JLO), die als Organisator der Neonazi-Aktivitäten auftritt, einen Demonstrationszug durch Dresden veranstalten darf oder nur eine Kundgebung am Neustädter Bahnhof abhalten kann.
Die Stadt hatte den Rechtsextremen lediglich eine Kundgebung erlaubt, weil andernfalls ein "polizeilicher Notstand" drohe. Indes hatte das Innenministerium stets versichert, polizeilich alles im Griff zu haben. Daraufhin lehnte das Verwaltungsgericht die Begründung der Stadt ab und erklärte die Demonstration für rechtens. Allerdings gilt die Demonstrationsfreiheit, welche die Richter den Rechten einräumten, nicht für die Aktivitäten der Nazi-Gegner. Sie dürfen lediglich Kundgebungen in Dresden abhalten, und dies auch nur an bestimmten, von der Stadt vorgeschriebenen Orten.
Hausdurchsuchungen bei Nazi-Gegnern
Ein Bündnis aus Jusos, Grünen, Gewerkschaftern und Linkspartei, das sich unter der Parole "Dresden nazifrei" zusammenschloss, wurde im Vorfeld gar mit Hausdurchsuchungen traktiert. Durch Druck auf einen Internet-Provider setzte die Dresdner Staatsanwaltschaft die Abschaltung der Webseite des Bündnisses durch. Das führte freilich dazu, dass die neue Webseite der Aktivisten umso stärker frequentiert wurde.
Nun wird ein Ansturm von Demonstranten aus allen Lagern erwartet. Der sächsische Verfassungsschutz rechnet allein mit 6000 bis 8000 rechtsextremen Marschierern. Die verschiedenen Links-Gruppierungen, Gewerkschafter, Kirchen und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) dürften ebenfalls Tausende auf die Straße bringen. Im Zentrum der Schutzbemühungen der Polizei steht offenbar die Menschenkette, zu der die Oberbürgermeisterin aufrief: Die Kette soll mitten durch die Innenstadt führen, und Stadtsprecher Kai Schulz garantiert, dass "hier alles friedlich sein wird".
Andernorts wird eher Zoff erwartet - weshalb die Justiz prophylaktisch 80 Gefängniszellen für Festgenommene freiräumen ließ. Zudem sollen Staatsanwälte bei der Demonstration zugegen sein, um möglichen Straftaten gleich nachzugehen. Maßnahmen, die bei manchen Dresdnern ungute Gefühle aufkommen lassen: Erinnern sie doch sehr an jene Weisungen, mit denen die einstigen SED-Machthaber in den letzten Wochen des DDR-Regimes aufmüpfige Bürger drangsalierten.
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(SZ vom 11.02.2010/dgr)
Szene München
Was für ein tendenziöser Artikel - das Bild der armen vom Staat unterdrückten Linksradikalen und den unbehelligten Rechtsradikalen ist doch mehr als nur polemisch.
Das "Problem" an der Sache ist die, dass die Rechten (und das wundert eigentlich) intelligenter agieren als die Linken - unter dem Deckmäntelchen der Rechtsstaatlichkeit werden zentral Demos organisiert in deren Vorfeld lediglich porzessuale und moralische Vorbehalte bestehen, juristisch jedoch Alles wasserdicht ist. Auf seiten der Linken hingegen werden aufgrund einer eher dezentralen "Organisations"struktur auch Äusserungen ("den N´zis mal richtig auf die Fr´sse hauen") von Splittergruppen getroffen welche juristische Bedenken rechtfertigen und somit zur ablehnung der Demo führen. Wobei allein schon die Anmeldung einer Störkation reicht um diese abzulehnen.
So schwer es manchmal ist - in Deutschland herrscht Meinungsfreiheit und zwar für Alle! Demnach haben auch N´zis und sonstwer das Recht zu demonstrieren und kundzugeben was sie "denken". Solang sie sich also bei ihrer Anmeldungen an alle rechtsstaatlichen Erfordernisse halten und alle Vorraussetzungen erfüllen kann und darf der Staat nichts machen (und das ist gut so!) - sobald man etwas anderes fordert kann man sich meiner Meinung nach deren Zug gleich anschliessen weils im Endeffekt das gleiche in Rot ist.
Ein Demonstrationsmarsch der Neonazis verursacht bei mir meistens Kopfschütteln.
Auf was wollen sie den aufmerksam machen? Vielleicht auf den Umstand, dass die ursprüngliche Nazi-Partei NSDAP halb Europa in Schutt und Asche gelegt hat und für Millionen Tote und Vertriebene verantwortlich ist?
Das praktisch jede Familie einen oder mehrere Tote zu beklagen hatte?
Wie gesagt, diese ewiggestrigen, unbelehrbaren, braune Soße Vertreter verursachen bei mir Kopfschütteln und Übelkeit.
Pardon, aber den Bombenabwurf "Bomben-Holocaust" zu nennen, hat etwas mit Nazi-Ideologie zu tun, da Unvergleichbares auf eine Stufe gestellt wird. Dass die Bomben ein Verbrechen waren, weil sie in keiner Weise mehr ls kriegsrelevant bezeichnet werden konnten, ist eine andere. Sie können bzgl. Dresden von verbrechen reden, niemand hindert Sie. Mehr noch: nahezu alle schließen sich an. Aber die klaren grenzen zwischen Natis einerseits und der demokratischen mehrheit der bevölkerung bleiben unverwischbar, und dazu gehört die Erinnerung auch daran, dass das Flächenbombardement gegen Städte nicht von Harris erfunden wurde, sondern von der Wehrmacht. Das war Oberst Löhr in Guernica und später belgrad, sowie Coventry und Rotterdam. Das entschuldigt Dresden keineswegs, muss aber immer mit gesagt werden, damit auch die Jugend die Zusammenhänge begreift und lernt (z.B. was in Afghanistan nicht geschehen darf).
in Hirochima und Nagasaki gedenken die Menschen dem Massenmord an der Zivilbevölkerung.
In D findet sich kein Politiker, der dem Massenmord gedenkt.
Alle paar Wochen sind unere Politiker persönlich in Dachau, Ausschwitz, Bergen-Belsen, ...
Gedenken an dem völkerrechtswidrigen Angriff (Massenmord) auf die dt. Zivilbevölkerung (Dresden, Berlin, Hamburg,...) gedenkt kein Politiker.
Da sieht man mal welchen Stellenwert die dt. Bevölkerung bei den Regierenden hat.
Ein paar solcher Zufälle habe ich veröffentlicht.
w w w.siggi40.magix.net/website/#8
Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
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