Rechtsextreme hinter Gittern Neonazis wollten Zschäpe in ihr Gefängnis-Netzwerk integrieren

Auch Beate Zschäpe sollte einem Bericht zufolge für das Neonazi-Netzwerk in Gefängnissen gewonnen werden, angeblich stand der Kontakt schon. Durch eine Kleinanzeige in einer Motorradzeitschrift sollen die Ermittler aber auf die Spur des rechtsextremen Netzwerks gekommen sein.

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe sollte offenbar auch für das jetzt aufgeflogene Neonazi-Netzwerk in Gefängnissen gewonnen werden. Das berichtet die Welt am Mittwoch unter Berufung auf hessische Justizkreise. Entsprechende Informationen liegen auch der Süddeutschen Zeitung vor. Demnach versuchte der Initiator des Rechtsextremisten-Netzwerkes Zschäpe sowie Personen aus dem NSU-Umfeld zu kontaktieren. Kontaktpersonen der mutmaßlichen Terroristin sollen auch geantwortet haben.

Zschäpes Name und die Anschrift in der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf, in der sie damals einsaß, standen auf einer Liste, die in der Zelle eines Neonazis im Gefängnis Hünfeld in Hessen gefunden wurde.

Zschäpe und der mutmaßliche NSU-Helfer Ralf Wohlleben sitzen zurzeit in München-Stadelheim in Untersuchungshaft, wo sie auf ihren am 17. April beginnenden Prozess warten. Am Dienstag war bekannt geworden, dass hessische Behörden von den Netzwerk-Plänen rechtsextremer Häftlinge erfahren hatten. Daraufhin wurden Zellen von Verdächtigen durchsucht und Postsendungen überprüft.

Die hessischen Sicherheitsbehörden waren unter anderem über eine Kleinanzeige in einer Motorradzeitschrift auf das neue rechte Netzwerk gestoßen. Der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) sagte, in den Bikers News vom Oktober 2012 habe eine Kleinanzeige für eine Gefangenenhilfsorganisation geworben. Als Gründungsdatum sei der 20. April 2012 genannt worden - der Geburtstag von Adolf Hitler. Ausdrücklich sei in der Anzeige vor der Postkontrolle in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld in Osthessen gewarnt worden, sagte Hahn.

In Bayern sollen, entgegen ersten Informationen, doch mehrere Gefangene in drei Justizvollzugsanstalten Kontakt zu dem rechtsextremen Gefängnis-Netzwerk gehabt haben, meldet die dpa. Nach derzeitigem Erkenntnisstand gebe es aber keine Anhaltspunkte für einen Kontakt des Netzwerks mit dem NSU. Die Justizvollzugsanstalt Stadelheim, in der Zschäpe einsitzt, sei nicht betroffen gewesen.